Kurz nach dem Marktstart des Apple iPhone Duo berichten Nutzer weltweit von Displaybrüchen entlang der Scharnierfalz. Während Apple betroffene Geräte umgehend austauscht, spekulieren Experten über eine mögliche Ursache im Scharnier. Der Vorfall weckt Erinnerungen an ähnliche Startprobleme faltbarer Smartphones bei anderen Herstellern im Jahr 2019.
Berichte über Defekte am iPhone Duo
Seit der Veröffentlichung des iPhone Duo am vergangenen Freitag häufen sich in sozialen Netzwerken Berichte über irreparable Schäden am faltbaren Display. Nutzer dokumentieren dabei meist ein identisches Schadensbild: Eine schwarze Linie, die sich entlang der mittigen Falz über den Bildschirm zieht. In einigen Fällen berichten Kunden, dass das Display bereits während der ersten Inbetriebnahme oder auf dem Heimweg vom Apple Store versagte.
Ein Nutzer aus Australien schilderte gegenüber dem Tech-Magazin Futurezone, dass er vor dem Ausfall ein hör- und spürbares Knacken wahrgenommen habe. In Deutschland ist das Gerät ab 2.299 Euro erhältlich, in der Schweiz ab 2.000 Franken und in Luxemburg ab 2.200 Euro.
Ursachenforschung: Scharnierdesign unter Verdacht
Bisher gibt es keine offizielle Stellungnahme von Apple zur Ursache der Risse. Die Reparaturspezialisten von iFixit haben das Gerät bereits einer Teardown-Analyse unterzogen. Ihre Untersuchung stützt die Theorie, dass eine komplexe mechanische Belastung im Scharnier den Schaden verursacht.
- Mechanischer Druck: An den Kontaktpunkten von Kanten und internen flexiblen Kabeln könnte ein Überdruck entstehen, der das Displaypanel bei Faltvorgängen überlastet.
- Konstruktionsfehler: Ein Bauteil im Scharnier zieht sich beim Schließen möglicherweise nicht korrekt zurück, was von unten punktuellen Druck auf das Display ausübt.
- Produktionscharge: Eine weitere Vermutung, auf die 9to5mac verweist, ist der Einsatz eines fehlerhaften Bauteils in einer spezifischen Produktionscharge.
Ob es sich um einen grundlegenden Designfehler bleibt unklar, zumal das Ausmaß des Defekts laut Futurezone bei mehreren Tausend bereits ausgelieferten Geräten nur einen Bruchteil betrifft. Viele Tech-Journalisten konnten ihre Testgeräte über Wochen hinweg ohne Probleme nutzen, was die Theorie einer begrenzten fehlerhaften Charge stützt.

Reaktion von Apple und Härtetests
Apple reagiert auf die Vorfälle bisher kulant und soll betroffene Geräte umgehend austauschen. Kunden berichten, dass sie in den Apple Stores unkompliziert ein Austauschgerät erhalten haben.
Zusätzlich wurde das Gerät auf dem Youtube-Kanal Jerryrigeverything einem Härtetest unterzogen. Dabei zeigte sich nach Kratzen und Drücken an verschiedenen Stellen, dass das Gerät diverse Schäden davontrug und das Scharnier anfällig für eindringenden Sand ist. Wie das Portal Golem anmerkt, ist das Eindringen einer solchen Menge Sand in der Praxis allerdings nur realistisch, wenn das Telefon beim Strandurlaub in den Sand fällt, doch einmal eingedrungene Staub- und Sandkörner können nicht einfach wieder entfernt werden und beeinträchtigen den Schließmechanismus dauerhaft.
Die aktuelle Situation erinnert an die Einführung des Samsung Galaxy Fold im Jahr 2019, bei der es nach der Verteilung von Testgeräten im Netz nur so von Bildern mit flackernden oder ganz kaputten Displays wimmelte.
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