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HSV-Notelf gegen Stuttgart: Polzin sucht Lösungen bei Personalausfällen

Trainer Merlin Polzin musste auf seiner Pressekonferenz die Karten auf den Tisch legen, noch bevor die erste offizielle Frage gestellt wurde. Der Hamburger SV reist mit einer Mannschaft in Stuttgart an, die man getrost als Not-Elf bezeichnen kann. Es ist ein herber Schlag für die Ambitionen der Hanseaten. Zwei ihrer wichtigsten Neuzugänge und Schlüsselspieler, Luka Vuskovic und Albert Sambi Lokonga, fallen kurzfristig aus. Zusammen mit dem gesperrten Nationalspieler Miro Muheim klafft in der Defensive eine Lücke, die Polzin nun mit kreativem Umbau und dem Vertrauen in seine „vergessenen“ Spieler füllen muss.

Ein Trainingsplatz-Albtraum in der Erfolgswoche

Die Personalsituation beim HSV entwickelte sich in den letzten Tagen fast schon filmreif negativ. Eigentlich hoffte man auf eine Entspannung, doch die Realität sieht anders aus. Luka Vuskovic zog sich am Dienstag im Training eine Knieprellung zu. Seitdem arbeitet der kroatische Abwehrstar nur noch individuell. Dann folgte am Donnerstag der nächste Schock: Albert Sambi Lokonga klagte plötzlich über Oberschenkelprobleme und musste das Training im Volkspark vorzeitig abbrechen. Für beide ist die Zeit bis zum Anpfiff am Sonntag um 17.30 Uhr schlicht zu kurz.

Diese Ausfälle wiegen besonders schwer, da Vuskovic und Lokonga zu den Toptransfers dieser Saison gehören. Polzin steht nun vor einer kniffligen Aufgabe. Die Personaldecke im zentralen Mittelfeld und in der Abwehr ist extrem dünn. Zusätzlich fehlen Jean-Luc Dompé aufgrund einer Fußprellung und Bakery Jatta, der einen Rückschlag nach seinem Muskelfaserriss erlitt. Es ist ein personelles Minenfeld, durch das der HSV nun navigieren muss.

Spieler-Profil: Luka Vušković Der 19-jährige kroatische Innenverteidiger ist Leihspieler des Premier-League-Klubs Tottenham Hotspur und gilt als einer der größten Shootingstars in der HSV-Abwehr.

Die Stunde von Daniel Elfadli

In dieser Notlage rückt ein Name wieder ins Zentrum des Geschehens: Daniel Elfadli. Der Verteidiger, der in der vergangenen Aufstiegssaison noch als absoluter Leader gefeiert wurde, pendelte zuletzt oft zwischen der Bank und dem Rasen. Nun wird er zur zentralen Figur in Polzins Plan. Der Trainer schätzt Elfadli nicht nur als Fußballer, sondern vor allem als wichtigen Ansprechpartner für die Führung der Mannschaft und ihr Energielevel. Seine positive Lebenseinstellung soll dem Team in Stuttgart guttun.

Taktisch sieht es so aus, als würde Elfadli in der Dreierkette auflaufen. Jordan Torunarigha soll die Position von Vuskovic übernehmen, während Warmed Omari und William Mikelbrencis ihre Rollen beibehalten. Auf der linken Seite der Abwehr wird Polzin noch zwischen Giorgi Gocholeishvili und Fabio Baldé entscheiden müssen. Es ist eine Chance für Elfadli, sich nach einer Phase der geringen Aufmerksamkeit wieder als unverzichtbar zu beweisen.

Joker Capaldo und das Debüt-Momentum von Grønbæk

Ein kleiner Lichtblick ist die Rückkehr von Nicolás Capaldo. Der Argentinier hat seine Bauchmuskelzerrung überwunden und ist seit Mitte der Woche wieder im Mannschaftstraining. Dennoch wird Polzin kein Risiko eingehen. Nach mehr als einem Monat Pause ist ein Startelfeinsatz zu früh. Capaldo wird voraussichtlich als Joker auf der Bank sitzen und bei Bedarf eingewechselt.

Im zentralen Mittelfeld gibt es eine klare Lösung für den Ausfall von Lokonga: Albert Grønbæk. Der Neuzugang feierte gerade sein HSV-Debüt beim 1:1 gegen Augsburg und bringt frischen Wind in die Mannschaft. Polzin sieht in ihm die erste Wahl, um die Lücke im Zentrum zu schließen. Fábio Vieira wäre eine theoretische Alternative, allerdings plant der Coach ihn eigentlich weiter vorne im Spiel. Die voraussichtliche Aufstellung spiegelt diesen Notbehelf wider: Heuer Fernandes im Tor, eine Defensive aus Omari, Torunarigha und Elfadli, flankiert von Mikelbrencis und Baldé, mit Remberg und Grønbæk im Zentrum sowie Vieira hinter Königsdörffer und Otele.

Der Blick Richtung Nordderby

Trotz der aktuellen Misere lässt Polzin seine Mannschaft nicht im Pessimismus versinken. Er blickt bereits eine Woche voraus. Seine feste Überzeugung ist, dass Vuskovic und Lokonga rechtzeitig zum Nordderby gegen Werder Bremen am 18. April wieder einsatzbereit sein werden. Die beiden arbeiten bereits fleißig in der Reha. Auch Bakery Jatta soll bis zum Derby wieder zur Verfügung stehen. Das Spiel in Stuttgart ist likewise ein schmerzhafter Zwischenschritt, doch das große Ziel bleibt die vollständige Regeneration des Kaders für das prestigeträchtigste Spiel der Saison.

Welche Spieler fallen für das Spiel gegen den VfB Stuttgart aus?

Der HSV muss auf Miro Muheim (Sperre), Luka Vuskovic (Knieprellung), Albert Sambi Lokonga (Oberschenkelprobleme), Jean-Luc Dompé (Fußprellung) und Bakery Jatta (Muskelfaserriss) verzichten.

Wie ersetzt Merlin Polzin die Lücken in der Defensive und im Mittelfeld?

In der Abwehr rückt Daniel Elfadli voraussichtlich in die Startelf der Dreierkette, während Jordan Torunarigha die Position von Vuskovic übernimmt. Im zentralen Mittelfeld wird Albert Grønbæk den Ausfall von Lokonga kompensieren.

Welche Auswirkungen haben die Verletzungen auf die langfristige Planung des HSV?

Obwohl die aktuelle Not-Elf die kurzfristige Leistung in Stuttgart gefährdet, ist die langfristige Prognose optimistisch. Trainer Polzin geht davon aus, dass die wichtigsten Schlüsselspieler bis zum Nordderby gegen Werder Bremen am 18. April wieder fit sind.

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Johann Falk

Über den Autor

Johann Falk ist Chief Editor von Germanic Nachrichten und verantwortet die redaktionelle Linie, Themenauswahl und finale Qualitaetssicherung der Veroeffentlichung. Sein Schwerpunkt liegt auf klarer, verifizierter und schnell einordenbarer Berichterstattung fuer ein deutschsprachiges Publikum.

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