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Havanna-Syndrom: Neue Verdachtsfälle im Walter Reed Hospital

Mindestens sechs neue Verdachtsfälle des mysteriösen Havanna-Syndroms werden seit dem Sommer im Walter Reed Hospital im US-Bundesstaat Maryland behandelt. Zu den Betroffenen gehören nach Berichten der Journalistin Catherine Herridge hochrangige Regierungsmitarbeiter, während das US-Verteidigungsministerium seine Taskforce umbenannt und eine Entschädigung von 3 Millionen US-Dollar auf den Weg gebracht hat.

Die mysteriösen gesundheitlichen Vorfälle, die seit dem Jahr 2016 unter dem Begriff Havanna-Syndrom bekannt sind, belasten weiterhin diplomatische und militärische Kreise. Seit den Sommermonaten verzeichnet das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland mindestens sechs neue Verdachtsfälle. Das bestätigte die US-amerikanische Investigativjournalistin Catherine Herridge, während eine offizielle Stellungnahme des Krankenhauses zunächst noch ausstand.

Neue Behandlungsfälle und hochrangige Betroffene in Bethesda

Unter den Patienten, die in den vergangenen Monaten im Walter Reed Medical Center vorstellig wurden, befinden sich nach Recherchen von Herridge auch zwei hochrangige Regierungsmitarbeiter. Beide arbeiten an Projekten, die sich mit Technologien für gerichtete Energiewaffen befassen. Diese Waffensysteme greifen militärische Ziele nicht mit klassischen Projektilen an, sondern nutzen gebündelte, energiereiche Strahlung.

Havanna-Syndrom: Neue Verdachtsfälle im Walter Reed Hospital
Foto: finanznachrichten.de

Das Walter Reed Hospital beheimatet das National Intrepid Center of Excellence, eine spezialisierte Einrichtung für die Behandlung von traumatischen Hirnverletzungen und anomalen Gesundheitsvorfällen, die in offiziellen Dokumenten oft als Anomalous Health Incidents bezeichnet werden. Bereits im September berichtete Herridge über mehr als zwei Dutzend gemeldete Vorfälle mit gerichteter Energie in den Vereinigten Staaten, wobei eine Häufung in einer geheimen Forschungseinrichtung der US-Regierung in Nord-Virginia auffiel.

Umbenennung der Pentagon-Taskforce und finanzielle Entschädigungen

Parallel zu den neuen Behandlungsfällen hat das US-Verteidigungsministerium seine interne Struktur im Umgang mit dem Phänomen angepasst. Sechs Monate nach Äußerungen von Donald Trump über eine sogenannte discombobulator-Waffe in Venezuela benannte das Pentagon die zuständige Taskforce in Directed Energy Bio-Effects Cross-Functional Team um. Gleichzeitig stellte das Ministerium Entschädigungszahlungen in Höhe von 3 Millionen US-Dollar bereit.

Diese Neuausrichtung markiert einen deutlichen Kurswechsel gegenüber der bisherigen Praxis. Für die letzten 10 Jahre sahen sich betroffene Diplomaten und Militärangehörige mit Skepsis hinsichtlich der Echtheit ihrer Beschwerden konfrontiert. Durch die offizielle Zuordnung zu gerichteten Energieeffekten erhalten die Betroffenen nun eine andere institutionelle Anerkennung, wie aus den Berichten hervorgeht.

Klinische Kognitionstherapie zeigt erste positive Effekte im Walter Reed Hospital

Einen neuen Ansatz in der medizinischen Versorgung beleuchtet eine aktuelle Untersuchung aus dem Walter Reed Hospital, die in Frontiers in Neurology veröffentlicht wurde. Forscher werteten in einer retrospektiven Beobachtungsstudie die Daten von 40 Patienten aus, die zwischen 2020 und 2025 im Brain Fitness Center des National Intrepid Center of Excellence behandelt wurden. Die Patientengruppe umfasste 21 Frauen und 19 Männer.

Dr. Henry Mahncke, ein führender Forscher für Hirnplastizität und CEO von Posit Science, erklärte, dass er den größten Respekt vor den Forschern am Walter Reed habe, mit denen er über viele Jahre hinweg an der Behandlung von Hirnverletzungen und kognitiven Symptomen zusammengearbeitet habe. Er bezeichnete die Untersuchung als eine sehr solide Beobachtungsstudie, die auf Patienten basiere, mit denen die Forscher über viele Jahre gearbeitet hätten.

Ungeklärte Ursachen und anhaltende Kontroversen

Trotz der medizinischen Fortschritte und der institutionellen Neuausrichtung bleibt die Frage nach den genauen Ursachen des Syndroms umstritten. Seit den ersten gemeldeten Fällen in der kubanischen Hauptstadt im Jahr 2016 litten weltweit mehr als 1.000 Regierungsangestellte unter Symptomen wie chronischer Erschöpfung, Schwindel, Kopfschmerzen sowie Seh- und Hörstörungen.

Während Medienorganisationen wie The Insider, CBS und der Spiegel wiederholt Spuren sahen, die zu ausländischen Geheimdiensten wie denen Russlands führen könnten, weisen Regierungen solche Vorwürfe zurück. Im März 2023 veröffentlichten US-Geheimdienste einen Bericht, der eine Beteiligung eines gegnerischen Staates als höchst unwahrscheinlich bewertete. Auch psychologische Faktoren werden in der medizinischen Fachwelt weiterhin als mögliche Ursachen diskutiert.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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