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Welt

GUR-Saboteure in Russland geben Einblicke in ihre Arbeit

Zwei verdeckt in Russland arbeitende Männer haben Einblicke in ihre Sabotageaktivitäten für den ukrainischen Geheimdienst GUR gegeben. In einer Dokumentation des BBC World Service schildern die Operateure den Schmuggel von Sprengstoffen, die Überwachung strategischer Militäranlagen und die gezielte Beschaffung von Aufklärungsdaten.

Geheime Sabotageoperationen und Drohnenkomponenten in Russland

Die Aktivitäten im russischen Hinterland umfassen das Ausspähen von Militäranlagen und das Verstecken von Komponenten für Angriffe. Einer der Akteure, der in der Berichterstattung unter dem Pseudonym Ivan geführt wird – einem früheren russischen Oppositionsaktivisten, wie die vergleichende Berichterstattung über den Geheimdienstkonflikt und The Business Standard festhalten –, gab an, an ukrainischen Drohnenangriffen auf strategische Bomber und Munitionsfabriken mitgewirkt zu haben. Seine Aufgaben bestanden unter anderem darin, Orte zu finden, an denen Drohnenteile deponiert werden konnten. Laut UA.News schickte Ivan einem Journalisten ein Video, das ihn beim Verstecken von Sprengstoff nahe einem russischen Militärflugplatz zeigen soll.

Ivan sagte dem BBC World Service: „Wenn man diese Drohnenkomponenten zusammenfügt, erhält man eine mächtige Waffe, die ein Objekt im Wert von vielen, vielen Millionen Dollar mit einem einzigen Schlag zerstören kann.

GUR-Saboteure in Russland geben Einblicke in ihre Arbeit
Foto: chronicle-global.vercel.app

Der ukrainische Nachrichtendienst GUR bestätigte gegenüber den Journalisten, dass sowohl Ivan als auch ein weiterer Koordinator namens Foma für den Dienst tätig sind. Gleichzeitig räumte die Behörde laut UA.News ein, dass sie keinen vollständigen Einblick in sämtliche Operationen besitzt; ein GUR-Führungsoffizier erklärte auf die Frage, ob man Ivan trauen könne: „Ich bin mir bei niemandem außer mir selbst sicher. Wegen der hohen Sicherheitsrisiken lassen sich die Angaben der Saboteure unabhängig kaum überprüfen. Sollten die Operateure enttarnt werden, drohen ihnen laut Berichten langjährige Haftstrafen von mehreren Jahrzehnten wegen Terrorismus.

Dezentrale Strukturen und die Rekrutierung von Informanten aus dem Exil

Während Ivan direkt auf russischem Territorium operiert, koordiniert der unter dem Pseudonym Foma bekannte zweite Informant – ein in Polen lebender Russe im Exil, der zuvor der russischen Elite angehörte – ein Netzwerk aus dem Ausland heraus. Fomas Aufgabenbereich konzentriert sich auf die digitale Auswertung von Zielen und die Fernausbildung von Mitarbeitern im Internet. Er versorgt seine Agenten mit Dossiers, die Fotos, Personendaten, Geburtsdaten, Alter, Beschreibungen und Fahrzeugdetails umfassen, wie die englischsprachige Auswertung der Operationen im Detail und Ground News beschreiben.

GUR-Saboteure in Russland geben Einblicke in ihre Arbeit
Foto: ground.news

Zur Minimierung des Entdeckungsrisikos agieren die Netzwerke streng dezentral und meiden Gruppenchats, um Massenfestnahmen zu verhindern. Foma erläuterte die Sicherheitsvorkehrungen bei der Koordination von Kontakten mit den Worten:

Wenn du zum Ziel gehst, nimm kein Telefon mit.

Foma, Koordinator, via BBC World Service

Schätzungen von Foma zufolge, die laut UA.News und weiteren Berichten nicht unabhängig verifiziert werden können, arbeiten schätzungsweise 300 bis 500 Personen im Rahmen solcher dezentraler Strukturen für ukrainische Stellen.

Gezielte Überwachung und Vorkommnisse im Kontext früherer Anschläge

Die Informanten liefern nach eigenen Angaben keine direkten Angriffspläne für Attentate, sondern konzentrieren sich auf Aufklärung und Überwachung; Fomas Mitarbeiter nehmen an den Angriffen selbst niemals teil. Dennoch stehen die Netzwerke in Verbindung mit prominenten Zwischenfällen. So bestätigte ein ukrainischer Geheimdienstoffizier bereits früher gegenüber der BBC, dass sein Dienst hinter dem Attentat auf den hochrangigen Militäroffizier Generalleutnant Igor Kirillow im Dezember 2024 stand, während Foma im Dezember 2025 nach der Ermordung von Generalleutnant Fanil Sarvarov in Moskau einräumte, Informationen über ihn an die Ukraine geliefert zu haben. Die ukrainische Nachrichtenagentur UA.News und The Business Standard hoben hierzu hervor, dass Sarvarov wegen ständiger Routenänderungen, des Wechsels zwischen dem Wohnort einer Mätresse und einem Kollegen sowie konsequenter Verschleierung seiner Bewegungen nur unter erheblichem Aufwand zu überwachen war.

Ivan selbst berichtete von extremen Gefahrensituationen im Alltag, darunter eine Inspektion seines Autos, bei der er einen Sprengsatz bei sich trug, ohne dass die Sicherheitskräfte Verdacht schöpften. Berichte über die Dokumentation verweisen zudem darauf, dass Ivan aus ideologischen Motiven handelt und den Sturz des Regimes von Präsident Wladimir Putin beschleunigen will. Beide Informanten gaben an, das Regime stürzen zu wollen, und bewerten die politische Zukunft des Kremlchefs als direkt verknüpft mit dem Ausgang des Krieges, wobei Ivan erklärte: „Gerade jetzt denke ich, dass Putins Regime fallen könnte, wenn sie den Krieg verlieren.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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