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Unternehmen

Grazer Startup Emerald Horizon startet im Plus an der Wiener Börse

Das Grazer Energie-Startup Emerald Horizon AG hat am Freitag, den 26. Juni 2026, seine Aktien an der Wiener Börse notiert. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 800 Millionen Euro strebt das Unternehmen die Entwicklung von Thorium-basierten Kleinmodulreaktoren (SMR) sowie hybriden Speichertechnologien an, um die industrielle Energieversorgung und Netzstabilität zu verbessern.

Bewertung von 800 Millionen Euro ohne klassischen IPO

Bewertung von 800 Millionen Euro ohne klassischen IPO
Photo: oe24.at
Die Notierung an der Wiener Börse folgt einem ungewöhnlichen Muster. Es handelt sich nicht um einen klassischen Börsengang, bei dem bestehende Aktionäre ihre Anteile verkaufen, berichtet der Kurier. Stattdessen dienen die 1.049.375 zugelassenen Aktien primär der Steigerung der institutionellen Glaubwürdigkeit. CEO Florian Wagner sieht in dem Listing eine strategische Basis für künftige Kapitalerhöhungen. Laut oe24.at soll die Börsennotierung das Unternehmen „transparenter, verbindlicher und sichtbarer“ machen. Der Referenzpreis pro Aktie wurde auf 760 Euro festgelegt. Dieser Wert basiert auf privaten Platzierungen im Laufe des Jahres 2026, bei denen insgesamt 8.224 Aktien in zwei Tranchen zu einem Preis von 760,19 Euro an ausgewählte Investoren vergeben wurden. Die finanzielle Lage ist derzeit volatil. Im vergangenen Jahr verzeichnete das vor sieben Jahren gegründete Unternehmen einen Verlust von 768.000 Euro. Um die ambitionierten Entwicklungsziele zu erreichen, setzt die Firma auf eine aggressive Kapitalstrategie: Nachdem bereits über 60 Investoren erste Millionen beisteuerten, sollen weitere 220 Millionen Euro folgen.

Die SMRX-Technologie: Thorium und geschmolzenes Salz

Die SMRX-Technologie: Thorium und geschmolzenes Salz
Photo: Kurier
Unter der Marke SMRX verfolgt Emerald Horizon zwei parallele Technologielinien. Während die Nuklearforschung noch nicht praxisreif ist, werden die Energiespeicher bereits vermarktet. Das hybride System DUALstore PLUS kombiniert einen zugekauften Batteriespeicher (Estore) mit dem eigenentwickelten CALstore, einem Wärmespeichersystem auf Basis von geschmolzenem Salz. „Man kann Strom und auch Wärme speichern. Und man kann dann auch Strom in Wärme umwandeln, das ist das Spezielle. Die Wirtschaft braucht Wärme in vielen Bereichen und das ändert alles. Es macht Strom und Energie viel günstiger.“ Norbert Hofer, Vizepräsident von Emerald Horizon, via oe24.at Neben der Speicherung fokussiert sich das Unternehmen auf die Entwicklung eines Thorium-basierten Small Modular Reactor (SMR) in Zusammenarbeit mit ADES. Wagner distanziert sich dabei von herkömmlichen SMR-Ansätzen, die er als technisch identisch mit großen Reaktoren, aber kaum günstiger einstuft. Die Wahl von Thorium als Brennstoff ist ein kalkuliertes Risiko. Thorium gilt als sicherer als Plutonium, ist jedoch in der Umwandlung in spaltbares Material kostspieliger. Wagner zeigt sich jedoch überzeugt, dieses wirtschaftliche Problem lösen zu können.

Strategische Allianzen mit VDL und politischen Schwergewichten

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Um die enormen industriellen Hürden der Nukleartechnik zu überwinden, arbeitet Emerald Horizon mit dem niederländischen Konzern VDL zusammen. VDL übernimmt wesentliche Teile der Entwicklung, den Bau sowie den Vertrieb. Diese Partnerschaft erlaubt es dem Grazer Startup, mit einem schlanken Team von rund 50 Mitarbeitern in Österreich zu operieren. Besonders auffällig ist die Besetzung der strategischen Führung. Norbert Hofer, der ehemalige FPÖ-Politiker, fungiert als Vizepräsident und ist für die strategische Kommunikation zuständig. Hofer kennt Wagner bereits aus dessen Zeit als Infrastrukturminister. Zusätzlich ist Robert Holzmann, der ehemalige Gouverneur der Nationalbank, an Bord. Holzmann agiert als Sprecher für den Kapitalmarkt und betreut Großkredite. Er sieht in den Minireaktoren eine Lösung für kritische Infrastrukturen, die E-Mobilität und energieintensive Industriezweige.

Zeitplan bis zur Serienproduktion 2030

Die Roadmap des Unternehmens ist straff getaktet. Da die Einnahmen erst mit der kommerziellen Produktion fließen, ist die Firma kurz- und mittelfristig vollständig von externem Kapital abhängig. Wie Börse Social in einem Gespräch mit Wagner berichtet, sieht der Zeitplan folgende Meilensteine vor:
  • 2026: Fertigstellung der Entwicklung des Elektrizitätsspeichers.
  • 2027: Fertigstellung des Hitzespeichers.
  • 2029: Inbetriebnahme des ersten Reaktor-Prototyps.
  • 2030/31: Start der Serienproduktion.
Der Erfolg von Emerald Horizon hängt maßgeblich davon ab, ob die Thorium-Technologie die versprochenen Kostenvorteile liefert und ob die regulatorischen Hürden für SMRs in Europa fallen. Die EU unterstützt diesen Trend bereits mit einem Budget von 200 Millionen Euro für die Entwicklung dieser Reaktorgattung. Für Anleger bleibt das Investment hochspekulativ. Die Kombination aus politischem Netzwerk, einer strategischen Partnerschaft mit VDL und der Fokussierung auf Wärmespeicherung soll jedoch das Risiko mindern und die notwendige Liquidität bis zum Jahr 2030 sichern.

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Zeitplan bis zur Serienproduktion 2030
Photo: Kleine Zeitung
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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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