Die Staaten der Golfregion bereiten sich auf eine mögliche Wiederaufnahme der US-Militärschläge gegen Iran vor, während in Doha intensive diplomatische Verhandlungen über die Freigabe von Vermögenswerten und die Wiederöffnung der Straße von Hormus laufen.
Angesichts der bevorstehenden US-Zwischenwahlen und anhaltender Spannungen zwischen Washington und Teheran stehen die Golfstaaten vor einer neuen Zuspitzung der Krise, die im Februar mit gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels begonnen hatte. Vermittlungsbemühungen unter Leitung von Katar zielten zuletzt darauf ab, eine Einigung zur Entspannung der Seewege zu erreichen. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen lag ein von Iran vorgeschlagener Plan auf dem Tisch, der vorsieht, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Teheran knüpfte diesen Schritt jedoch an die Voraussetzung, dass die US-Regierung die Blockade aufhebt, bestehende Sanktionen lockert und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte im Umfang von mehr als sechs Milliarden US-Dollar ermöglicht, wie The Guardian berichtete.
Diplomatische Initiativen und iranische Bedingungen in Doha
Ungeachtet der Gespräche in Katar blieben die Positionen beider Seiten nach Einschätzung regionaler Beobachter weit auseinander. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, sein Land sei gleichermaßen auf Verteidigung und Diplomatie vorbereitet, betonte jedoch, dass das weitere Vorgehen von der Rationalität des US-Verhaltens abhänge. Gleichzeitig warnten Vertreter der iranischen Regierung vor weitreichenden Gegenmaßnahmen bei einem neuen Angriff.
Auf der Sicherheitskonferenz Manama Dialogue in Bahrain äußerten ranghohe Vertreter der Arabischen Staaten am Wochenende ihre Besorgnis über die festgefahrene Situation. Anwar Gargash, der diplomatische Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, erklärte vor Teilnehmern des Treffens, dass militärische Lösungen den Konflikt nur verkomplizieren würden. Wir wollen wirklich keine neue Konfrontationsrunde in der Region sehen,
sagte Gargash laut Berichten von The National. Zugleich betonte er, dass das Land auf ein Worst-Case-Szenario eingestellt sei. Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty warnte im Rahmen der Konferenz ebenfalls vor einer Eskalation und betonte, eine weitere Runde von Kämpfen werde zu keinem Ergebnis führen.
Der ägyptische Regierungsvertreter erklärte vor dem Auditorium, dass eine erneute Konfrontation deutlich gefährlicher und zerstörerischer verlaufen würde als die vorangegangenen Angriffe. Auch Bahrainische Amtsträger, darunter Außenminister Abdullatif Al Zayani, hoben hervor, dass die regionale Sicherheit auf gemeinsamen Interessen und der Wahrung von Souveränität beruhen müsse. Bahrainische Offizielle wiesen zudem darauf hin, dass das Königreich im Zuge der bisherigen Kampfhandlungen massiven Belastungen ausgesetzt war und Angriffe auf die regionale Infrastruktur abwehren musste.

Sicherheitsrisiken für US-Stützpunkte und regionale Infrastruktur
Die erste Kriegswelle im Februar hatte gezeigt, dass die Stationierung amerikanischer Truppen am Golf für die Anrainerstaaten erhebliche Risiken birgt. Iranische Drohnen und ballistische Raketen hatten nach Angaben des International Institute for Strategic Studies (IISS) in den vergangenen Monaten zahlreiche Ziele in den Golfstaaten, darunter Energieanlagen und Flughäfen, angegriffen. Bahrain, das die Heimat der US-Navy’s Fifth Fleet ist, war besonders betroffen. Experten des IISS wiesen darauf hin, dass die bestehende Sicherheitsarchitektur der Region durch die Angriffe belastet wurde.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Wochenende, die Vereinigten Staaten hätten große Teile des iranischen Militärs ausgeschaltet, es verblieben jedoch noch ein oder zwei Ziele, die bearbeitet werden müssten.
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