Die Frage, warum manche Menschen außergewöhnlich erfolgreich sind und andere trotz Talent kaum vorankommen, beschäftigt seit langem die Forschung. Laut dem von DIE WELT veröffentlichten Bericht zeigt die Wissenschaft klar: Gene spielen zwar eine wichtige Rolle, entscheiden jedoch längst nicht über den gesamten Lebens- oder Karriereerfolg.
Im Bereich der Wissenschaft widmet sich die Forschung der Frage, welche Rolle die Gene spielen. Während manche Menschen außergewöhnlich erfolgreich werden, kommen andere trotz Talent kaum vorankommen. Die Genetik liefert dafür wichtige Bausteine, wie DIE WELT berichtet, greift als alleinige Erklärung jedoch zu kurz.
Genetische Varianten und kognitive Fähigkeiten
Groß angelegte genetische Untersuchungen verdeutlichen, wie tief biologische Faktoren in menschliche Leistungen eingreifen. So hat ein internationales Wissenschaftlerteam, zu dem auch Forschende der Universität Edinburgh und des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen gehören, zahlreiche DNA-Varianten identifiziert. Wie das Max-Planck-Institut im Rahmen einer Studie zu Legasthenie darlegt, korreliert rund ein Drittel dieser genetischen Varianten direkt mit allgemeinen kognitiven Fähigkeiten und dem späteren Bildungserfolg.
Die Datenbasis für diese genomweiten Analysen stützt sich unter anderem auf die Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen 23andMe Inc. Simon Fisher, Direktor der Abteilung Sprache und Genetik am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik, betont den wissenschaftlichen Fortschritt: Über Jahrzehnte hinweg hätten begrenztere Untersuchungen lediglich erste Hinweise auf die Rolle der DNA geliefert. Moderne genomische Studien ermöglichen hingegen ein weitaus präziseres Verständnis darüber, wie genetische Anlagen das Erlernen von Fähigkeiten steuern.
Internationale Konsortien und standardisierte Tests
Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in Folge durch das internationale Konsortium GenLang bestätigt. An einer entsprechenden Untersuchung zur Lesefähigkeit waren 34 000 Personen beteiligt, wobei sich signifikante Übereinstimmungen auch in Stichproben mit chinesischsprachigen Personen zeigten. Wie Forscher wie Luciano im Rahmen der Arbeiten erklären, bestätigen diese Ergebnisse die enge Verbindung zwischen genetischen Veranlagungen und Testergebnissen und unterstreichen die Bedeutung standardisierter Verfahren.