Zum Inhalt springen
Nachrichten

Gebühren des Bundes werden 2027 nicht erhöht

Die Bundesregierung in Wien hat angekündigt, die Bundesgebühren im kommenden Jahr nicht zu erhöhen. Finanzminister Markus Marterbauer und Infrastrukturminister Peter Hanke präsentierten eine Gebührenbremse für Reisepässe und Führerscheine, während die Autobahnvignette und das Klimaticket 2027 nur um zwei Prozent teurer werden sollen.

Gebührenbremse für Reisepass, Führerschein und Co.

Wer im kommenden Jahr einen neuen Reisepass oder Personalausweis beantragt, muss dafür nicht tiefer in die Tasche greifen. Wie Finanzminister Markus Marterbauer und Infrastrukturminister Peter Hanke in einer Pressemitteilung bekannt gaben, bleiben die Bundesgebühren im Jahr 2027 stabil. Die beiden SPÖ-Ressortchefs sprachen in diesem Zusammenhang von einer Gebührenbremse bei Reisepass, Führerschein und Co.

Die Regierung beschrieb diesen Entlastungsschritt als Teil eines Maßnahmenpakets gegen die Teuerung, um den Anstieg der Lebenshaltungskosten zu dämpfen. Österreich gehörte laut den Angaben der Ressortchefs zuvor zu den Ländern mit den höchsten Inflationsraten in der Europäischen Union. Trotz einer angespannten Haushaltslage entschied sich die Koalition dafür, die Teuerung aktiv einzudämmen. Für die Umsetzung dieses Schrittes ist nach Auskunft aus dem Büro von Finanzminister Marterbauer keine Gesetzesänderung erforderlich.

Im Sommer 2025 waren die Gebühren massiv nach oben angepasst worden, da die meisten Bundesgebühren zuvor seit 2011 unverändert geblieben waren. Damals führte eine Inflationsanpassung von 48,2 Prozent zu deutlichen Preissteigerungen: Ein Reisepass verteuerte sich von 76 auf 112 Euro, ein Personalausweis von 62 auf 91 Euro und die Ausstellung eines Führerscheins von 61 auf 90 Euro. Hinzu kam damals unter anderem der Zulassungsschein, der von 120 auf 178 Euro angehoben wurde.

Autobahnvignette soll 2027 nur um zwei Prozent teurer werden
Foto: https://nachrichten.jetzt/

Vignette und Klimaticket steigen um zwei Prozent

Während behördliche Dokumente preislich unverändert bleiben, steigen die Tarife für das Klimaticket und die Pkw-Jahresvignette moderat an. Der vom Automobilklub ARBÖ bezifferte Verbraucherpreisindex liegt bei 3,6 Prozent. Die Bundesregierung einigte sich jedoch darauf, den Preisanstieg für diese Bereiche auf zwei Prozent zu begrenzen.

Beide geplanten Anpassungen liegen folglich unter der aktuellen Inflationsrate. Infrastrukturminister Peter Hanke betonte, dass Mobilität für die Menschen in Österreich bezahlbar bleiben müsse und die täglichen Arbeits-, Ausbildungs- oder Familienwege nicht übermäßig teurer werden dürften. Auch Finanzminister Markus Marterbauer unterstrich diesen Kurs als gezielten Beitrag zur Bekämpfung der Teuerung.

Gebühren des Bundes werden 2027 nicht erhöht
Foto: Oberösterreichische Nachrichten

Für die Pkw-Jahresvignette bedeutet dies einen Anstieg von bisher 106,80 Euro auf rund 108,90 Euro. Das Klimaticket Österreich soll nach den vorliegenden Angaben auf 1.428 Euro steigen. Die Senkung der Wertanpassung von 3,6 auf 2 Prozent bringt Autofahrern und ÖPNV-Nutzern nach Angaben der Ressortchefs eine Ersparnis von rund 22 Euro pro Ticket.

Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müssen wir darauf achten, dass die täglichen Wege zur Arbeit, zur Ausbildung oder zur Familie nicht übermäßig teurer werden.

Peter Hanke, Infrastrukturminister

Auch Gerald Kumnig, der Generalsekretär des Autofahrerklubs ARBÖ, bewertete die moderate Anhebung als positives Signal. Wer auf das Auto angewiesen ist, trägt nach seiner Einschätzung ohnehin bereits sehr hohe Treibstoffkosten. Insbesondere Menschen, die ohne eigenes Kraftfahrzeug im Alltag nicht auskommen können, profitieren von dieser gedämpften Entwicklung. Zudem hob der ARBÖ hervor, dass die Preissteigerung unter dem gesetzlich vorgesehenen Ausmaß bleibt.

Das Ende der Klebevignette und die Earlybird-Aktion

Mit dem Jahreswechsel entfällt die klassische Klebevignette ersatzlos. Die Jahresvignette für 2027 wird ausschließlich in digitaler Form erhältlich sein.

Gebühren des Bundes werden 2027 nicht erhöht
Foto: oe24

Autofahrer können sich vor dem Preisanstieg schützen, indem sie die digitale Vignette vor dem Jahreswechsel erwerben. Wer die Jahresvignette für 2027 spätestens am 31. Dezember kauft, zahlt dafür den bisherigen Betrag von 106,80 Euro. Dasselbe Prinzip gilt für das KlimaTicket Österreich, das bei einem Gültigkeitsbeginn bis zum 31. Dezember zum bisherigen Preis erhältlich ist.

Der ARBÖ bietet die neue digitale Jahresvignette für 2027 in seinen insgesamt 89 Prüfzentren im ganzen Land an. Wer die Möglichkeit nutzt, die Mautplakette vor dem Stichtag zu erwerben, vermeidet die Verteuerung und stellt sich zugleich frühzeitig auf die neue digitale Abwicklung ein.

Mautprodukt Preis 2026 Preis ab 2027
Pkw-Jahresvignette 106,80 Euro rund 108,90 Euro
Tagesvignette 9,60 Euro rund 9,80 Euro

Der ARBÖ begrüßte die gedämpfte Preiserhöhung als positives Signal angesichts der ohnehin hohen Treibstoffkosten für Autofahrer. Ob die genauen Cent-Beträge bei der Tagesvignette exakt bei 9,80 Euro liegen werden, bleibt indessen noch abzuwarten. Asfinag-Pressesprecher Alexander Holzedl verwies darauf, dass wir noch auf die entsprechende Verordnung warten müssen, erst dann können wir den Preis kommunizieren.

Die Vignette stellt für viele Berufspendler und Urlaubsreisende einen festen Kostenpunkt dar. Die öffentliche Hand betont, dass die Maßnahme die Belastung für Haushalte abfedern soll, auch wenn die Maut als verpflichtende Abgabe für die Nutzung des Straßennetzes einen unvermeidbaren Ausgabenposten im Alltag bildet.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.