Frankreich startet seine kombinierte Impfkampagne gegen Grippe und COVID-19 am 13. Oktober 2026. Das Land bereitet rund 15 Millionen Dosen Grippeimpfstoff und fast 10 Millionen Dosen COVID-19-Impfstoff vor, um vor allem ältere Menschen und Risikogruppen zu schützen.
Die koordinierte Immunisierungsaktion setzt auf eine gleichzeitige Verabreichung beider Präparate, wo immer dies medizinisch angezeigt ist. Wie das zuständige Portal der französischen Verwaltung ausführt, gilt dieses Vorgehen altersunabhängig für alle berechtigten Personen. Die Impfstoffe können demnach am selben Tag in zwei verschiedene Körperregionen, etwa in beide Arme, injiziert werden. Wer die Vakzinen nacheinander erhalten möchte, muss laut den offiziellen Vorgaben kein Mindestintervall einhalten.
Regionen mit Sonderregeln und Priorität für Risikogruppen
Während in den meisten Landesteilen der offizielle Starttermin am 13. Oktober 2026 greift, gibt es Ausnahmen. Auf Mayotte begann die Impfaktion bereits im September, während auf La Réunion ein Rhythmus gilt, der sich an der Südhalbkugel orientiert. Landesweit stehen die Vorbereitungen ganz im Zeichen des Schutzes von gefährdeten Bevölkerungsschichten.
Impfstoffbereitstellung und Zielgruppen spiegeln die Erfahrungen aus vergangenen Infektionswellen wider. Die Maßnahmen zielen vor allem auf ältere Menschen, Patienten mit chronischen Leiden sowie weitere Komplikationsrisikogruppen ab.
Kostenübernahme und zugelassene medizinische Berufe
Die Kosten für die Immunisierung gegen beide Erreger werden von der französischen Krankenkasse Assurance maladie vollständig übernommen. Für die Grippeschutzimpfung gilt diese Kostenbefreiung zu 100 Prozent für Personen ab 65 Jahren, Menschen unter 65 mit bestimmten chronischen Erkrankungen – einschließlich Kindern ab einem Alter von sechs Monaten –, schwangere Frauen, adipöse Personen mit einem Body-Mass-Index von 40 oder mehr sowie Bewohner von Pflege- und medizinisch-sozialen Einrichtungen. Auch für medizinisches Personal, das Pflegepersonal in Privathaushalten und das enge Umfeld von immundefizienten Personen oder gefährdeten Säuglingen wird die Impfung empfohlen.
Die Verabreichung der Vakzinen ist breit aufgestellt. Neben Ärzten können auch Hebammen, Pflegekräfte und Apotheker die Grippeimpfung vornehmen. Bei COVID-19 dürfen Ärzte, Pflegekräfte, Apotheker (jeweils für Patienten über fünf Jahren) sowie Hebammen und unter bestimmten Bedingungen auch Medizinstudenten oder Pharmaziestudenten die Injektion durchführen.
Rückblick auf die Grippesaison und den Zeitplan der Kampagne
Die diesjährige Anstrengung folgt auf eine schwere Infektionsperiode. Während der Grippesaison 2025-2026 verzeichnete das Land etwa 115.000 Notaufnahmebesuche, von denen über 20 Prozent zu einer stationären Aufnahme im Krankenhaus führten. Zudem registrierten die Behörden im Zusammenhang mit der Grippe mehr als 12.000 Todesfälle.
Gesundheitsbehörden betonen die Dringlichkeit einer zeitnahen Immunisierung. Nach der Verabreichung benötigt der menschliche Körper etwa zwei Wochen, um einen optimalen Schutz aufzubauen. Die aktuelle Impfkampagne ist so angelegt, dass sie bis Ende Januar des kommenden Jahres läuft, um die Bevölkerung vor dem Höhepunkt der Zirkulation viraler Erreger abzuschirmen.