Neues Videomaterial von acht Polizeikameras zeigt den genauen Ablauf der Festnahme von Luigi Mangione in einer McDonald’s-Filiale im US-Bundesstaat Pennsylvania. Die am 2. Oktober 2026 veröffentlichten Aufnahmen vom Dezember 2024 dokumentieren die schrittweise Identifizierung und Durchsuchung des Verdächtigen nach dem gewaltsamen Tod von UnitedHealthcare-CEO Brian Thompson.
Die von der Staatsanwaltschaft in Manhattan freigegebenen Aufnahmen zeigen die Szenen vom 9. Dezember 2024 in Altoona, Pennsylvania. Fünf Tage nach dem Attentat auf den 50-jährigen UnitedHealthcare-Chef Brian Thompson, der laut NBC News auf dem Weg zu einer Investorenkonferenz in Manhattan erschossen wurde, erkannten Polizisten den Flüchtigen in einer dortigen Fast-Food-Filiale. Laut NBC News und Associated Press reagierten die Beamten auf einen Notruf oder Hinweise nach gefahndeten Fotos und forderten den Verdächtigen auf, seine Gesichtsmaske herunterzuziehen, worauf Mangione laut NBC News Yeah, sure
erwiderte und sofort erkannt wurde.

Auf dem Videomaterial ist zu hören, wie ein Polizist die Entdeckung kommentiert. That’s 100% him
, rief ein Beamter draußen vor dem Restaurant (laut NBC News), während ein Kollege erwiderte: I told you, man
. Zunächst händigte der Gesuchte den Beamten einen gefälschten Ausweis auf den Namen Mark Rosario aus und gab laut Source 8 zunächst an, obdachlos zu sein. Auf die direkte Frage eines Polizisten, ob dies sein echter Name sei, antwortete er mit Uh, no, sir
und gab schließlich auf Nachfrage nach seinem wahren Namen an: Uh, Luigi
.
Durchsuchung im Restaurant und Fund der Tatwaffe
Während des Einsatzes saß der Verdächtige an einem Tisch, aß während der Befragung durchgehend – unter anderem eine Hash Brown sowie später ein Steak, Egg and Cheese McMuffin, während im Hintergrund Weihnachtsmusik lief – und reagierte auf die Fragen der Beamten, während ein Polizist ihn fragte: Du bist gerade ein bisschen nervös. Warum bist du nervös?
Bei der anschließenden Durchsuchung seines schwarzen Rucksacks förderten die Einsatzkräfte belastendes Material zutage. Eine Polizistin der Altoona Police Department namens Christy Wasser lächelte dabei, als sie ein in Unterwäsche eingewickeltes Patronenmagazin hervorzog, woraufhin ein Beamter ausrief: It’s f–king him, dude. It’s f–king him. 100 percent.
Die Beamten brachten den Festgenommenen im Anschluss auf das Revier in Altoona. Dort führten die Ermittler laut CBS News New York auch eine Leibesvisifikation beziehungsweise Strip-Search durch. Dabei entdeckten sie eine Schusswaffe, einen Schalldämpfer, ein Magazin sowie ein Notizbuch, das handschriftliche Aufzeichnungen enthielt. Staatsanwälte stuften diese Notizen als Manifest ein. Laut NBC News schilderte ein Beamter die Fundstücke in einem Telefonat auf dem Revier mit den Worten, dass er eine Handfeuerwaffe, einen Schalldämpfer und ein in einer Faraday-Tasche befindliches Handy bei sich habe und eine Checkliste für den heutigen Tag sowie für den kommenden Tag ein Geheimdienst-Briefing und ein Überlebensset vorgesehen seien.
Gerichtliche Freigabe des Videomaterials nach Bundesschuldspruch
Die Veröffentlichung der Aufnahmen markiert das erste Mal, dass die Sequenzen außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens öffentlich einsehbar sind. Teile davon liefen im Dezember des Vorjahres während einer mehrtägigen Anhörung, bei der laut Source 9 acht Altoona-Polizisten nach New York reisten, um auszusagen. Damals hatten die Verteidiger versucht, die Beweismittel aufgrund angeblich unzulässiger Durchsuchungen für unzulässig erklären zu lassen.

Der zuständige Richter Gregory Carro am Manhattan Supreme Court entschied im Anschluss, dass ein Großteil der Beweise im Verfahren verwendet werden darf – obwohl laut Source 9 das direkt im Restaurant gefundene Magazin ausgeschlossen wurde, während spätere Revierfunde erlaubt blieben –, hielt die Videos jedoch zunächst unter Verschluss. Nachdem der Angeklagte im August 2026 in einem Bundesverfahren ein Schuldbekenntnis abgelegt hatte, gaben Medienorganisationen wie CNN den Anstoß zur Aufhebung der Sperre, woraufhin das Gericht die Freigabe anordnete. Mangione erklärte in seiner damaligen Erklärung vor Gericht am 14. August 2026 laut CNN, dass er Herrn Thompson in Manhattan erschossen habe und dieser gestorben sei, und räumte laut NBC News ausserdem ein, er habe sich im Jahr 2024 als Investor ausgegeben, der mehr als 50 Milliarden Dollar verwaltet, um per E-Mail den genauen Ort der Konferenz zu erfahren. Zudem erklärte er laut NBC News als Motiv seine eigenen negativen Erfahrungen als Patient mit einer Rückenverletzung.
Anstehende Verhandlungen und rechtlicher Status des Verfahrens
Nach dem Schuldbekenntnis in den Bundesanklagen – darunter laut CBS News Anklagepunkte wegen interstate stalking resulting in death und stalking through use of interstate facilities resulting in death – wartet der Beschuldigte auf seine Verkündung des Strafmaßes, die für den 18. Dezember anberaumt ist. Angesichts dieser bundesrechtlichen Verurteilung fordern seine Verteidigung – darunter die Anwälte Karen Friedman Agnifilo und Marc Agnifilo – die Einstellung des separaten Mordverfahrens auf Ebene des US-Bundesstaates New York. Sie argumentieren, dass eine erneute Verfolgung den verfassungsrechtlichen Schutz vor Doppelbestrafung verletzen würde.

Richter Carro hat über diesen Antrag noch nicht entschieden. Die beteiligten Parteien wurden für den Dezember vor ein Gericht in New York zitiert, um über das weitere Vorgehen im staatlichen Prozess zu beraten.
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