Russische Drohungen und hybride Angriffe in Europa
Moskau praktiziert laut einem Bericht von Blick eine Verwirrungstaktik. Anfang der Woche veröffentlichte die Agentur einen Artikel, der Litauen mit einem Atombombenangriff drohte, und löschte ihn kurz darauf wieder. Der Kreml versuchte anschließend, die Aussagen zu relativieren und zu behaupten, dies sei nicht so gemeint gewesen.
Amerikanische Geheimdienste haben zwischen März 2022 und März 2026 insgesamt 151 bestätigte russische Angriffe in Europa registriert. Dabei handelt es sich um Hackerattacken, Desinformationskampagnen sowie versuchte Bombenattentate wie beispielsweise auf ein Flugzeug am Flughafen Leipzig. Diplomatische Kreise bezeichnen diese Aktivitäten als hybrid
, da sie keine klassische kriegerische Attacke darstellen. Zudem warnt die CIA vor russischen Mittelmeerdrohnen, in deren theoretischer Reichweite auch die Südschweiz mit den Kantonen Wallis, Tessin und Graubünden liegt.
Belgische Dokumente und veränderte US-Rolle
Ein internes Dokument des belgischen Aussenministeriums aus dem Jahr 2025 sorgt für Aufsehen. Aus dem von der Zeitung Financial Times
eingesehenen Papier geht hervor, dass die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump nicht mehr als Verbündeter angesehen werden. Belgische Diplomaten wurden darin aufgefordert, Kontakte zu Trump-Gegnern zu knüpfen, um europäische Interessen abzusichern.

Unterdessen prüfen offizielle Stellen in den USA, wie viele der circa 37.000 in Europa stationierten Soldaten abgezogen oder verlegt werden könnten. Dabei fliesst offenbar auch ein, wie Trump-freundlich die jeweiligen Regierungen der betroffenen Länder agierten. Mit der nachlassenden amerikanischen Beistandsgarantie wächst in Europa die Sorge, dass das Risiko für direkte russische Konfrontationen zunimmt, sobald die Truppen von Wladimir Putin in der Ukraine nicht mehr gebunden sind. Europa muss sich demnach darauf einstellen, künftig ohne US-Unterstützung auszukommen.