Epic Games hat am 14. Oktober 2026 eine überarbeitete Vorschauversion seines PC-Launchers veröffentlicht. Das Unternehmen setzt dabei laut eigener Aussage auf KI-gestützte Programmierung. Die neue Software startet deutlich schneller als Steam und bietet erstmals eine native Unterstützung für Linux-Systeme.
Vom KI-Pivoting zur provokanten Ankündigung
Epic Games hat am 14. Oktober 2026 einen vollständigen Neuentwurf des Epic Games Launchers als Vorschau für Windows, macOS und Linux vorgestellt. Die Veröffentlichung folgt unmittelbar auf eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens. Am Montag zuvor hatte CEO Tim Sweeney über die Online-Plattform X verkündet, dass bei Epic eine große Umstellung zur maximalen KI-Beschleunigung laufe.
Der Schöpfer von „Fortniteerklärte in einer Mitteilung, dass Programmierung schwierig sei.
We have a huge pivot underway here at Epic, moving developers around to retool for maximum AI acceleration.The aim isn't to do the same stuff with fewer people, but to enable everyone here to build MORE and BETTER stuff, and to bring the benefits to all teams using Unreal.
In der offiziellen Ankündigung schlug das Unternehmen einen bemerkenswert lockeren Ton an, der in der Gaming-Community rasch für Diskussionen sorgte. In dem Begleittext hieß
Epic Games erklärte in der offiziellen Blog-Ankündigung vom 14. Oktober 2026: „Programmieren ist schwierig. Anstatt das zu tun, haben wir mit ‚Vibe Coding‘ einen neuen Epic Games Launcher programmiert, der viel schneller und reaktionsfreudiger ist als der aktuelle und einen neuen Look hat.

Der Begriff per KI-Prompt generiert
beschreibt Software, die maßgeblich durch automatisierte KI-Prompts anstelle von klassischer, manueller Handarbeit generiert wurde. Kritiker merkten an, dass diese Wortwahl angesichts der wiederholten Entlassungswellen mit mehr als 1.000 betroffenen Mitarbeitern im März unsensibel wirke. CEO Tim Sweeney entgegnete Kritikern auf X, dass viele sich zwar das Jahr 2016 zurückwünschten, die Gegenwart jedoch anders aussehe und die Aufgabe des Unternehmens darin bestehe, für die Realität der Gegenwart und Zukunft zu designen.
Im März hatte das Unternehmen den Stellenabbau von über 1.000 Mitarbeitern bekannt gegeben. Sweeneys Memo betonte, dass diese Entlassungen nicht mit künstlicher Intelligenz in Verbindung standen. Den Rückgang führte er stattdessen auf gesunkene Engagement-Zahlen bei seinem erfolgreichsten Spiel zurück.
Messbare Leistungssprünge und plattformübergreifende Features
Ungeachtet der Diskussionen über die gewählte Wortwahl bringt der neue Client spürbare technische Verbesserungen. Externe Messungen, die von Keywords Studios im Auftrag von Epic Games durchgeführt wurden, belegen einen kalten Startvorgang von 5,47 Sekunden. Damit ist die neue Software rund 1,8-mal schneller als Steam, das im Test 10.07 Sekunden benötigte. Auch das Laden der Bibliothek erfolgt nach Herstellerangaben bis zu 30-mal schneller als beim bisherigen Vorgänger.
.@IGN takes a look at the new @EpicGames Launcher preview, now available on Windows, macOS, and for the first time, Linux. https://t.co/m1uRn2lAaU
— https://x.com/EpicNewsroom/status/2110386236192063512
Martin Keely, Vice President und General Manager des Epic Games Store und der Epic Online Services, erklärte im Interview mit Medien, dass die Entwicklung des Programms fast das gesamte Jahr beansprucht habe.
Martin Keely sagte im Interview mit The Verge: „Wir haben tatsächlich KI-Agenten den gesamten Code schreiben und überprüfen lassen, aber das Entwicklungsteam hat den gesamten Prozess gesteuert und beaufsichtigt.
Zu den weiteren Neuerungen gehören eine native Linux-Unterstützung (unter anderem für Ubuntu, Fedora und Debian), ein integrierter Warenkorb für digitale Käufe sowie die Funktion, bereits installierte Spiele von anderen Plattformen wie Steam oder der Xbox PC App im Launcher zu erkennen und zu bündeln.
Linux-Zukunft für Fortnite und offene Fragen im Betabetrieb
Neben dem Launcher selbst kündigte Epic Games eine grundlegende Modernisierung des Easy Anticheat-Systems an. Die neue Version EAC Linux v2
soll Sicherheitsfunktionen wie signierte Kernel-Module und Secure Boot einbinden, um das Schutzniveau auf Linux-Systemen nah an den Windows-Standard heranzuführen. Diese technischen Schritte ebnen den Weg, um Fortnite künftig auch auf Linux verfügbar zu machen.
Dennoch befindet sich die Software erst in einer frühen Phase. Epic Games empfiehlt kompetitiven Spielern von Titeln wie Fortnite und Rocket League sowie aktiven Entwicklern ausdrücklich, vorerst beim bewährten, älteren Launcher zu bleiben. Zudem ist die macOS-Version auf Geräte mit Apple Silicon beschränkt, während Intel-Macs ausgeschlossen bleiben.
Ein fester Zeitplan für die vollständige Ablösung des alten Launchers existiert noch nicht. Das Unternehmen will den finalen Wechsel erst dann vollziehen, wenn die neue Version stabil läuft und die vollständige Funktionsparität erreicht hat.
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