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Gesundheit

BMJ-Studie: Nierenschutz bei Diabetes nur bei Albuminurie

Eine neue Untersuchung im BMJ stellt infrage, ob GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT-2-Hemmer die Nieren von Typ-2-Diabetes-Patienten pauschal schützen. Die Auswertung von Daten aus den Jahren 2014 bis 2023 zeigt, dass der oft angenommene nephroprotektive Effekt möglicherweise auf Menschen mit vorangegangener Albuminurie beschränkt ist.

Die protektive Wirkung moderner Diabetes-Medikamente auf die Nieren galt in der Fachwelt als weithin gesichert. Doch eine am 16. September 2026 im Fachjournal BMJ veröffentlichte Untersuchung analysierte die Nierenoutcomes bei Typ-2-Diabetes genauer und differenziert nun zwischen Patienten mit und ohne Albuminuria.

Bisherige randomisierte Studien hatten vor allem Teilnehmer mit bereits bestehender Albuminurie eingeschlossen, weshalb die Schutzwirkung für Patienten ohne diese Vorerkrankung unklar blieb.

BESTMED-Studie prüft Zielversuche

Um diese Lücke zu schließen, emulierten Forscher sogenannte Zielversuche anhand von Beobachtungsdaten der BESTMED-Studie. Diese umfasste Personen, die zwischen dem 1. Januar 2014 und dem 1. Januar 2023 in zehn US-Gesundheitssystemen behandelt wurden oder bei zwei nationalen Krankenversicherungen versichert waren. Das Studiendesign untersuchte Patienten ab 30 Jahren mit Typ-2-Diabetes und moderatem kardiovaskulärem Risiko.

Als Therapien der zweiten Linie wurden SGLT-2-Hemmer, GLP-1-Rezeptoragonisten, Sulfonylharnstoffe und DPP-4-Inhibitoren miteinander verglichen. Die Nachbeobachtung lief bis zum 1. Januar 2023.

Aktuelle Analyse schränkt Nierenschutz ein

Die Auswertung deutet darauf hin, dass die bekannten positiven Effekte von SGLT-2-Hemmern und GLP-1-Agonisten auf die Nieren bei Patienten ohne Albuminurie möglicherweise ausbleiben. Das Deutsche Ärzteblatt verwies darauf, dass frühere Großstudien wie EMPA-REG OUTCOME, CREDENCE, DAPA-CKD, REWIND und FLOW vorwiegend Patienten mit Albuminurie rekrutiert hatten.

no severely increased albuminuria.

BESTMED-Studie, via Bmj

Patienten im zweiten Zielversuch mussten im Gegensatz zum ersten exakt das Kriterium erfüllen, keine erhöhte Albuminexkretion aufzuweisen.

Patientenvertreter begleiten Methodik

Die Untersuchung wurde von den institutionellen Review Boards aller beteiligten Institutionen genehmigt. Zudem war ein Stakeholder-Advisory-Board der BESTMED-Studie, bestehend aus Patientenvertretern wie Robert Hottin, Neal Lindeman und A K M Wara, in die Fragestellungen und die Interpretation der Ergebnisse eingebunden.

Sämtliche statistischen Berechnungen erfolgten in der Programmierumgebung R in der Version 4.4.0, wobei nicht-parametrisches Bootstrapping mit 500 Resamples zur Bestimmung der 95-Prozent-Konfidenzintervalle zum Einsatz kam.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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