Eine 36-jährige Fahrerin prallte am Dienstag gegen einen herrenlosen 20-Liter-Kanister auf der Bundesstraße 43a bei Hanau und löste damit einen rund sechsstündigen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei aus, der erst nach der Entwarnung durch ein Labor am späten Dienstagabend endete.
Gefahrstoff-Alarm auf der Fahrbahn
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagnachmittag gegen 16:15 Uhr auf der Bundesstraße 43a aus Richtung Fulda kommend in Fahrtrichtung Dieburg. Zwei Autos waren hintereinander unterwegs, als plötzlich ein weißer 20-Liter-Kanister mitten auf der Fahrbahn lag, wie die zuständige Polizeidienststelle mitteilte.
Eine 36-jährige Fahrerin konnte dem Hindernis nicht mehr ausweichen und prallte mit ihrem Wagen gegen den Behälter. Durch die Wucht des Aufpralls spritzte der Inhalt des Kanisters großflächig auf ihr Fahrzeug sowie auf das Auto eines 19-jährigen Autofahrers, der direkt hinter ihr fuhr. Auch die Fahrbahn selbst wurde laut Osthessen|News auf mehreren Quadratmetern verunreinigt, während tag24.de und weitere Quellen von einer Verschmutzung auf zig Quadratmetern sprechen.

Aufschrift löst Vollsperrung aus
Auf einem Etikett des weißen Behälters prangte die Aufschrift Natronlauge
. Die alarmierten Einsatzkräfte der Feuerwehr leiteten daraufhin umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ein.
Der betroffene Streckenabschnitt wurde vollständig abgeriegelt. Der 19-jährige Autofahrer wurde von Rettungskräften vorsorglich zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.
Labor entlarvt falsches Etikett
Eine von den Einsatzkräften entnommene Probe der Flüssigkeit brachte die Wende. Die Untersuchung in einem Labor ergab, dass es sich entgegen der Beschriftung nicht um den gefährlichen Stoff handelte. Stattdessen gab das Labor Entwarnung für die Einsatzkräfte vor Ort.

Die Analyse ergab, dass aus dem Behälter offenbar Paraffinöl ausgetreten war. Die Aufräumarbeiten nahmen dennoch erhebliche Zeit in Anspruch. Beide beschädigten Fahrzeuge wurden unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen von der Fahrbahn abgeschleppt, während eine Fachfirma den betroffenen Asphalt aufwendig reinigte. Gegen 22:15 Uhr – rund sechs Stunden nach dem Unfall – konnte die Bundesstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Ermittler suchen den Verursacher
Bislang gibt es keine Erkenntnisse darüber, wer den Kanister auf der Fahrbahn verloren hat.
Die zuständige Polizeiautobahnstation Südosthessen bittet daher Zeugen um Hinweise. Wer am Dienstagnachmittag Beobachtungen gemacht hat oder Angaben zur Herkunft des weißen Kanisters und dessen Weg auf die Fahrbahn machen kann, erreicht die Ermittler unter der Telefonnummer 06181 9010-0.
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