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Technik und Wissenschaft

Enceladus: Wissenschaftler finden Hinweise auf lebensfreundliche Bedingungen

Wissenschaftler haben in neuen Laborexperimenten nachgewiesen, dass Methan produzierende Urbakterien unter den extremen Bedingungen des Saturnmonds Enceladus überleben könnten. Eine zweite Untersuchung zeigt zudem, dass treibende Eispartikel in den Fontänen des Mondes organische Stoffe auf natürliche Weise anreichern, was die künftige Suche nach außerirdischem Leben erleichtern könnte.

Die Suche nach außerirdischem Leben in unserem Sonnensystem erhält neuen Aufwind. Forscher widmen sich dabei intensiv dem Saturnmond Enceladus, der unter einer dicken Kruste aus Eis einen globalen Ozean aus flüssigem Wasser verborgen hält und durch geologische Risse Wasserdampf sowie winzige Eisteilchen ins All schleudert. Aus Rissen nahe seinem Südpol sprudeln Wasserstoffdampf und winzige Eiskörner ins All, was Wissenschaftlern eine seltene Chance bietet, einen Ozean jenseits der Erde zu studieren, ohne das Eis anzubohren. Die NASA-Raumsonde Cassini flog mehrfach durch diese Fontänen, bevor ihre Mission endete, und entdeckte dabei Salze sowie organische Verbindungen, also kohlenstoffhaltige Substanzen. Andere Cassini-Funde wiesen auf Aktivität hin, wo der Ozean auf den felsigen Meeresboden trifft. Zwei im Fachmagazin Science Advances veröffentlichte Studien liefern nun neue Beweise dafür, dass Enceladus der erste Ort sein könnte, an dem wir den Beweis für extraterrestrisches Leben entdecken.

Laborexperimente zeigen überraschende Überlebenschancen für Urbakterien

Ludwig-Maximilians-Universität München und Universität Regensburg untersuchen Meeresboden

Ein internationales Forschungsteam unter anderem mit Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), der Universität Regensburg und der Freien Universität Berlin hat die extremen Gegebenheiten auf dem Meeresboden des Saturnmonds in einer speziellen Kammer im Labor nachgebildet. Die Bedingungen dort gelten als äußerst unwirtlich: Der Ozean ist nahezu sauerstofffrei, stark alkalisch und karbonathaltig. „Enceladus gilt als einer der vielversprechendsten Orte für die Suche nach außerirdischem Leben“, schilderte die Erstautorin der Studie, Vanessa Helmbrecht, laut LMU-Mitteilung. „Unsere Experimente zeigen, dass seine einzigartige Geochemie Bedingungen schaffen könnte, die für mikrobielles Leben noch günstiger sind, als wir bisher angenommen haben.”

David Rothery bewertet die Methanogenese im Ozean von Enceladus

Die Ergebnisse zeigten, dass bestimmte Mikroorganismen in dem unter Eis verborgenen Ozean des Mondes überleben könnten. Die Arbeit „beweist nicht, dass es Leben auf Enceladus gibt“, aber sie „zeigt, dass geochemische Merkmale dort eine der ältesten Stoffwechselformen des Lebens ermöglichen könnten“, sagte Orsi in einer Pressemitteilung. Die Studie räume „eine weitere Hürde für die Möglichkeit mikrobiellen Lebens dort aus dem Weg“, sagte David Rothery, Planetenforscher an der Open University, dem Guardian, wobei Rothery nicht an den Studien beteiligt war. Sie zeige, dass Methanogenese – der Stoffwechselprozess, der die Mikroben am Leben erhält – im simulierten Ozean von Enceladus möglich ist.”””

Enceladus: Wissenschaftler finden Hinweise auf lebensfreundliche Bedingungen
Foto: knowridge.com

Wie Eiskristalle aus den Geysiren die Probennahme erleichtern

Frank Postberg bewertet die Daten der NASA-Sonde Cassini

Während die erste Untersuchung die biologischen Möglichkeiten im Ozean beleuchtet, widmet sich eine zweite im Fachmagazin Science Advances veröffentlichte Studie den Fontänen des Mondes und den Daten der früheren NASA-Sonde Cassini. Beide Studien wurden von Freie Universität Berlin planetary scientist Professor Frank Postberg mitverfasst. Frank Postberg, a professor at Freie Universität Berlin and lead author of one of the key studies, expressed optimism about the finding.

Planet Saturn
Foto: Kurier

Europäische Weltraumagentur prüft die Mission namens L4

„Enceladus essentially prepares samples for us in a way that typically requires extensive laboratory work on Earth,“ erklärte Frank Postberg von der Freien Universität Berlin. Die Studie zeige, dass die Eisplume, die vom Enceladus ausgestoßen wird, dabei helfen könnte, wesentliche Verbindungen und Mineralien zu „organisieren“ und die Erkundung der wässrigen Tiefen des Mondes zu erleichtern. Die Europäische Weltraumagentur (ESA) prüft derzeit, ob die Mission namens „L4auf Enceladus landen könnte, um Proben aus den Fontänen zu entnehmen, direkt auf der Oberfläche zu messen und nach den Stoffen zu suchen, die Leben ermöglichen könnten.””

Saturn moon 'able to support life' – BBC News
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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