Der SV Elversberg hat am zweiten Bundesliga-Spieltag einen Zwei-Tore-Rückstand gedreht und Borussia Mönchengladbach mit 4:3 geschlagen. Elversberg holt damit im September 2026 den zweiten Sieg in der Fußball-Bundesliga.
Tore, Fehlentscheidungen und ein wildes 4:3 in Mönchengladbach
Die SV Elversberg hat in der Fußball-Bundesliga am 5. September 2026 für eine Überraschung gesorgt. Nach einem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand gewann der Bundesliga-Neuling bei Borussia Mönchengladbach mit 4:3 (2:1) und bleibt in der laufenden Saison ungeschlagen. Den entscheidenden Treffer erzielte Maurice Krattenmacher in der 90.+2. Minute. Etwa 2000 Menschen und damit ungefähr 15 Prozent der Einwohner der 13 000-Einwohner-Gemeinde Spiesen-Elversberg waren zu dem Spiel nach Mönchengladbach gefahren.
Für die Gastgeber erwischte der 23 Jahre alte schwedische Angreifer Hugo Bolin in der 11. Minute den besseren Start und erzielte das 1:0. Zuvor hatte der Gladbacher Trainer Eugen Polanski im Vergleich zum 0:3 in Leipzig dreimal rotiert und unter anderem den ersten 18-jährigen Mathieu Nguefack anstelle von Kevin Stöger eine Chance im zentral-defensiven Mittelfeld gegeben. Die SVE hatte extrem mutig begonnen, lief die Gladbacher hoch an und machte enormen Druck über die Flügel. Die Saarländer blieben jedoch gefährlich und kamen durch David Mokwa in der 29. Minute zum 1:1-Ausgleich, nachdem Itakura an der Mittellinie das Laufduell gegen Mokwa verloren hatte und Kevin Diks bei seinem Rettungsversuch zu spät kam, während Nguefack zuvor den Ball zentral vor dem eigenen Strafraum an Francis Onyeka vertändelt hatte, der freie Schussbahn hatte, aber am linken Pfosten scheiterte.
Kurisose Szenen um Elversbergs Trainer Vincent Wagner
Kurz vor der Pause sorgte eine strittige Szene für Aufregung. Kleindienst hatte im Zweikampf einen Ball ins Seitenaus gespitzelt, den Einwurf dann aber gleich selbst ausgeführt. Schiedsrichter Martin Petersen ließ die Partie fälschlicherweise weiterlaufen, und durch den schnellen Konter über Franck Honorat kam Bolin in der 44. Minute zum Abschluss, schob die Kugel flach ins rechte Eck und erzielte die erneute Führung für die Borussen zum 2:1. Elversbergs Trainer Vincent Wagner reklamierte die Fehlentscheidung wild, nachdem er die Szene auf einem Laptop an der Seitenlinie gesehen hatte, und sah die Gelbe Karte. Schiedsrichter Martin Petersen gab seinen Fehler nach dem Spiel zu: Ich hatte einen ungünstigen Winkel.
Ein Fall für den VAR war es laut Regelwerk nicht, da Videoassistent Daniel Siebert die falsche Spielfortsetzung nicht antasten durfte und nur dann hätte eingreifen dürfen, wenn nach dem Einwurf ein weiterer Regelverstoß vorgelegen hätte.

Weil Wagner auf dem Weg in die Kabine das Spielfeld betrat, um erneut zu reklamieren, sah er die Gelb-Rote Karte. Die zweite Hälfte verfolgte der Bundesliga-Neuling dann von der Gladbacher Ehrentribüne beziehungsweise aus dem Oberrang. Ich kam ja noch nichtmal zum Reden
, betonte der Trainer nach dem Spiel und fügte hinzu: Ich wollte mich mit dem Spielleiter in der Pause einfach nur in aller Ruhe unterhalten, aber auch das durfte ich wohl nicht. Dementsprechend hoffe er, dass der DFB seine Sperre zurücknimmt.
Ich bin stolz auf die Mannschaft.
Aufholjagd in Halbzeit zwei besiegelt Gladbacher Krise
Aus dem Oberrang sah der gesperrte Übungsleiter, wie Joe Scally in der 56. Minute das 3:1 für die Borussia erzielte und die Partie vermeintlich vorentschied. Doch die Gäste bewiesen einmal mehr ihre Comeback-Qualitäten. Maurice Krattenmacher verkürzte in der 66. Minute auf 2:3, ehe Felix Keidel in der 80. Minute per wunderbar verwandeltem Freistoß den Ausgleich zum 3:3 markierte. In der zweiten Minute der Nachspielzeit schlug Krattenmacher erneut zu und vollendete den 4:3-Sieg. Im Oberrang ballte Trainer Wagner beim Abpfiff die Fäuste, eilte dann nach unten aufs Feld und schloss seine Spieler in die Arme.

Während die Gäste nach zwei Spieltagen und zwei Siegen traumhaft mit sechs Punkten und sieben Toren in ihre erste Bundesliga-Saison gestartet sind, stecken die Gladbacher nach ihrer zweiten Niederlage im zweiten Spiel tief in der Krise. Das Team erntete nach Abpfiff gellende Pfiffe vom Publikum. Bei den Elversbergern hatte Wagner exakt auf die Startelf gesetzt, die am vergangenen Wochenende bei der Bundesliga-Premiere der Saarländer sensationell Bayer Leverkusen mit 3:2 besiegt hatte.
Es gibt viele positive Dinge über die man sprechen könnte, aber das möchte ich nicht. Ich möchte, dass wir über die sprechen, die wir ändern müssen, um Bundesligaspiele zu gewinnen.
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