Österreichs Eishockey-Frauen haben ihre historische Premiere bei einer A-WM in Esbjerg mit einer 1:4-Niederlage gegen Tschechien begonnen. Trotz einer couragierten Leistung und einer zwischenzeitlichen Führung musste sich das Team von Teamchef Alexander Bröms dem Weltranglistendritten am Freitag geschlagen geben.
Frühe Führung durch Kapitänin Meixner
Vor 415 Zuschauern in der Hockey Arena Esbjerg startete das ÖEHV-Team unerschrocken in seine erste A-Weltmeisterschaft. Nach Angaben des ÖEHV stand das Team 22 Jahre nach seinem ersten WM-Auftritt in der Division III erstmals auf der höchsten Bühne. Belohnt wurde der mutige Auftritt in der achten Minute: Kapitänin Anna Meixner überlief nach einem Zuspiel von Theresa Schafzahl die tschechische Defensive und traf zur 1:0-Führung. Die Vorbereitung auf diese WM-Premiere war allerdings von turbulenten Monaten begleitet, in denen nach einem Streit mit dem Verband ÖEHV um professionellere Bedingungen sogar ein Turnierboykott im Raum gestanden hatte. Elf Nationalspielerinnen hatten im März einen Forderungskatalog vorgelegt und nach ausbleibenden Zusagen einen Lehrgang in der Slowakei boykottiert, ehe der Disput im September beigelegt wurde.
Im weiteren Verlauf des Startdrittels hielt die ÖEHV-Auswahl das Spiel offen, auch wenn die Tschechinnen durch Torhüterin Selma Luggin mehrfach gefordert wurden. Kurz vor der ersten Drittelpause gelang den Favoritinnen jedoch der Ausgleich, als Klara Hymlarova nach Vorlage von Kapitänin Aneta Tejralova zum 1:1 traf. Bei den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 hatten die Tschechinnen jeweils Bronze geholt, während sie 2024 und 2025 als Vierte jeweils knapp eine Medaille verpasst hatten. Im zweiten Abschnitt verteidigten die Österreicherinnen ihr Unentschieden lange, ließen im Powerplay durch Meixner unter anderem per Stangentreffer aber ungenutzte Möglichkeiten liegen.
Tschechischer Druck im Schlussdrittel besiegelt Niederlage
Die Spielentscheidung fiel im Mittel- und Schlussabschnitt. In der 34. Minute ging Tschechien unglücklich in Führung, da die Scheibe vom Schlittschuh der österreichischen Verteidigerin Annika Fazokas zum 1:2 ins eigene Tor abgelenkt wurde. Im letzten Drittel erhöhte der Weltranglistendritte den Druck massiv und kam zu zahlreichen Torszenen. In der 53. Minute erhöhte Katerina Mrazova nach einem Gestocher im Gewühl auf 3:1. Den Schlusspunkt setzte Mrazova knapp einelehalb Minuten vor dem Ende mit einem Treffer ins verwaiste Tor zum 4:1-Endstand, nachdem Torhüterin Selma Luggin zugunsten einer sechsten Feldspielerin vom Eis genommen worden war.
Torhüterin Selma Luggin, die insgesamt 42 Schüsse bei einem tschechischen Schussverhältnis von 46:12 parierte, wurde zur besten Spielerin Österreichs gewählt. Ich glaube, es war ein super Spiel zum Reinstarten
, sagte Luggin nach der Partie. Auch Teamchef Alexander Bröms zog ein positives Fazit: Wir haben gewusst, dass das Match schwierig wird. Wir haben ein sehr gutes erstes Drittel gespielt.
Teamverteidigerin Antonia Matzka betonte zudem mit Blick auf die anstehenden Aufgaben, dass die Deutschen als Weltranglisten-Neunte den Österreicherinnen am nächsten liegen und als The team to beat
gelten.

Nächstes Gruppenspiel gegen Deutschland
Für die ÖEHV-Auswahl geht das Turnier in der Gruppe A Schlag auf Schlag weiter. Bereits am Samstag um 19:00 Uhr trifft das Team auf Deutschland, die Nummer sieben der Weltrangliste. Danach warten am Montag Weltmeister und Olympiasieger USA sowie am Dienstag die Schweiz. Die vier besten Mannschaften der beiden Fünfergruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale, während die Gruppenletzten um den Klassenerhalt in der höchsten Division spielen.