Zum Inhalt springen
Nachrichten

Doris Schröder-Köpf legt Landtagsmandat aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nieder

Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf hat am 10. Oktober 2026 ihr Mandat niedergelegt. Die SPD-Politikerin verlässt das Parlament rund ein Jahr vor dem Ende der Wahlperiode aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nach mehr als 13 Jahren Zugehörigkeit.

Der vorzeitige Rückzug der bekannten Landespolitikerin beendet eine mehr als 13-jährige parlamentarische Laufbahn im niedersächsischen Landtag. Die SPD-Fraktion bestätigte den Schritt über einen Instagram-Post, in dem sie sich für den langjährigen Einsatz der Abgeordneten bedankte.

Schröder-Köpf hatte ihren Verzicht auf das Mandat bereits zum 10. Oktober an Landtagspräsidentin Hanna Naber übermittelt. Für sie rückt Tatjana Bautsch nach.

Gesundheitliche Gründe und parlamentarische Abschiede in Hannover

Auf Nachfrage des NDR nannte die 63-Jährige persönliche und gesundheitliche Gründe für ihren Entschluss. Bereits im Jahr 2020 musste sich die Politikerin an der Medizinischen Hochschule Hannover einer Operation am offenen Herzen unterziehen, da sich ihre Herzklappen nicht mehr ausreichend öffneten. Nach diesem Eingriff war sie in den Landtag zurückgekehrt.

Doris Schröder-Köpf legt Landtagsmandat aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nieder
Foto: n-tv.de

Schröder-Köpf hatte bereits im Vorfeld erklärt, bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2027 nicht erneut antreten zu wollen. Sie zog erstmals im Jahr 2013 für den Wahlkreis Hannover-Döhren in das Parlament ein und wirkte jahrelang als Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe. Zuletzt leitete sie den Ausschuss für Inneres und Sport.

Neben ihrem Ausscheiden verzeichnet die SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag weitere personelle Veränderungen. Auch die Abgeordneten Oliver Lottke, René Kopka und Brian Baatzsch legen ihre Mandate nieder, da sie nach Erfolgen bei der Kommunalwahl künftig Bürgermeisterämter in Loxstedt, Einbeck und Springe übernehmen.

Offene Nachfolge im Innenausschuss und gesellschaftliches Engagement

Mit dem Weggang von Schröder-Köpf verliert die SPD ein bundesweit bekanntes Gesicht, dessen politischer Einfluss in der Partei zuletzt als eher gering eingeschätzt wurde. Ihr Privatleben sorgte im Laufe der Jahre regelmäßig für mediale Aufmerksamkeit: Sie war von 1997 bis 2016 mit dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder verheiratet und in den Jahren 2016 bis 2022 mit dem heutigen Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius liiert (beide SPD).

Doris Schröder-Köpf legt Landtagsmandat aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nieder
Foto: SuaraGarut.ID

Neben ihrer parlamentarischen Arbeit engagierte sich Schröder-Köpf intensiv im sozialen Bereich. Sie war Schirmherrin der Stiftung Kinder-, Jugend- und Elterntelefone sowie der Drogentherapiestation des Kinderkrankenhauses auf der Bult in Hannover und unterstützte Projekte zur Leseförderung von Kindern.

Zuletzt stand die Kommunalpolitikerin im Fokus öffentlicher Diskussionen wegen Empfehlungen, die sie für den Verein Integrationsarbeit Kronsberg verfasst hatte. Gegen dessen Vereinsvorsitzende Hülya Iri und deren Tochter ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Zweckentfremdung von Fördergeldern in Höhe von mehr als einer Million Euro.

Wer den Vorsitz des niedersächsischen Innenausschusses nach dem Abschied von Schröder-Köpf übernimmt, ist derzeit noch offen. Als mögliche Nachfolgekandidaten für die Ausschussleitung brachte der Rundblick Sebastian Zinke aus dem Heidekreis und Deniz Kurku aus Delmenhorst ins Gespräch.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.