Die Generation Z altert biologisch schneller als frühere Generationen, wie eine Studie der Washington University School of Medicine in St. Louis zeigt. Zwischen 1990 und 2019 stiegen Krebsdiagnosen bei unter 50-Jährigen weltweit um 24 Prozent, wobei jüngere Menschen ein um bis zu 92 Prozent höheres biologisches Alter im Vergleich zu älteren Jahrgängen aufweisen. WELT berichtet.
Biologisches Alter: Ein neuer Messwert
Wissenschaftler nutzen zunehmend den Begriff des „biologischen Alters“, um das tatsächliche Gesundheitsniveau einer Person zu bestimmen – unabhängig vom chronologischen Alter. Diese Messung erfolgt anhand von sogenannten Biomarkern, die im Blut gefunden werden und Aufschluss über den Zustand verschiedener Organe geben.”
Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis stellten die Frage anders: nicht, warum es den Einzelnen trifft, sondern warum es immer mehr Jüngere trifft. Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher Daten von mehr als 154.000 Teilnehmern der britischen UK Biobank, die zu Studienbeginn jünger als 55 Jahre waren, sowie einer unabhängigen US-amerikanischen Gesundheitsdatenbank. Zusätzlich überprüften sie ihre Ergebnisse in der US-Kohorte „All of Usmit mehr als 10.000 Teilnehmern.
Statt auf einzelne Risikofaktoren wie Ernährung, Rauchen oder Übergewicht konzentrierten sie sich auf eine übergeordnete Größe: das biologische Alter. Um diesen Unterschied zu messen, nutzten die Wissenschaftler einen etablierten Biomarker namens „PhenoAge“.”
Beschleunigte Alterung der Generation Z
Die Studie der Washington University, die in „Nature Medicine veröffentlicht wurde, zeigt einen auffälligen Trend. Menschen, die zwischen 1965 und 1974 geboren wurden, weisen ein um 23 Prozent höheres biologisches Alter auf als Menschen, die zwischen 1950 und 1954 geboren wurden. Noch deutlicher ist der Unterschied bei den in den 1990er Jahren Geborenen, deren biologisches Alter im Vergleich zu den Jahrgängen 1965–1969 um 92 Prozent höher liegt. WELT berichtet.
Krebsrisiko und biologisches Alter
Ein höheres biologisches Alter korreliert mit einem erhöhten Krebsrisiko. Teilnehmer mit dem höchsten biologischen Alter in der Studie hatten ein um 15 Prozent höheres Risiko für solide Tumoren vor dem 55. Lebensjahr, verglichen mit der Gruppe mit dem niedrigsten biologischen Alter.
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Soziale Ungleichheit und Alterung
Eine weitere Studie, die in Nature Human Behaviour veröffentlicht wurde und von Forschern aus Deutschland und den USA durchgeführt wurde, zeigt, dass sozial benachteiligte Menschen schneller altern. Die Analyse von Daten von fast 66.000 Menschen ergab, dass Personen mit geringerem sozioökonomischen Status und aus marginalisierten ethnischen Gruppen Hinweise auf beschleunigte biologische Alterung aufwiesen. Kinder, die unter schlechteren Bedingungen aufwachsen, zeigen bereits in jungen Jahren Anzeichen einer beschleunigten Alterung, wie ntv.de berichtet.
Organalterung und Alzheimer-Risiko
Die Alterung verläuft nicht einheitlich im gesamten Körper. Die Organe altern asynchron, mit Unterschieden von bis zu zehn Jahren im Alterungszustand verschiedener Organsysteme bei 63-Jährigen. Beschleunigt alternde Astrozyten – Stützzellen im Gehirn – erhöhen das Alzheimer-Risiko um das 12,6-Fache, bei Trägern bestimmter genetischer Merkmale (APOE4-Homozygoten) sogar um das 40-Fache. Grundsätzlich gilt: Je mehr Organe und Zelltypen beschleunigt altern, desto höher die Mortalitätsrate.
Alterung in Wellen
Aktuelle Forschung zeigt, dass biologisches Altern in Wellen verläuft und sich zwischen den Organen massiv unterscheidet. Forscher der Stanford University identifizierten in der Fachzeitschrift Nature Aging zwei besonders intensive Alterungsschübe: um das 44. und das 60. Lebensjahr. Ab Mitte 40 wird der Abbau von Alkohol und Fetten schwieriger. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Muskelabbau steigt. Um das 60. Lebensjahr verändern sich vor allem Zuckerstoffwechsel, Immunregulation und Nierenfunktion. Ein umfassender Review in Nature Medicine vom Juli 2026 ergänzt diese Erkenntnisse. Demnach gibt es drei Hauptwellen: mit 34, 60 und 78 Jahren. In diesen Phasen verändern sich die molekularen Profile im Blut und in den Geweben signifikant.
Technologische Fortschritte und Biomarker
Potenzielle Therapien und Lebensstilinterventionen
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