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Technik und Wissenschaft

DHL nutzt KI-Agenten für operative Aufgaben in der Logistik

Autonome Systeme und KI-Agenten halten Einzug in die Logistik, um Lieferketten bei Störungen flexibler zu machen. Laut dem DHL Logistics Trend Radar 8.0 übernehmen erste Anwendungen bereits klar definierte operative Aufgaben wie die Zollabwicklung oder die Überwachung temperatursensibler Transporte, während eine vollständige Selbstheilung noch Zukunftsmusik bleibt.

Wenn eine wichtige Schifffahrtsroute gesperrt wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Bislang sammeln Menschen Informationen aus verschiedenen Systemen, telefonieren mit Partnern, berechnen Alternativen und informieren Kunden.

Das funktioniert, verläuft aber oft langsamer, als sich die Lage vor Ort verändert. Die Vision für das nächste Jahrzehnt ist deshalb eine Lieferkette, die Störungen nicht nur meldet, sondern in definierten Grenzen selbst darauf reagiert, wie der DHL Logistics Trend Radar 8.0 beschreibt.

Vom analogen Krisenmanagement zur automatisierten Reaktion

Vollständig autonom steuernde „Self-Healing Supply Chainsexistieren zwar noch nicht als fertige Standardlösung, doch das technologische Fundament dafür ist laut dem Trendbericht bereits gelegt. Der Schlüssel dazu liegt in sogenannten agentischen Systemen.

Alle zwei Jahre analysiert DHL in dem Trendradar gesellschaftliche, technologische sowie wirtschaftliche Entwicklungen und zeigt, welche Innovationen die Zukunft der Logistik prägen werden.

Einsatz von HappyRobot-KI-Agenten bei DHL Supply Chain

In der Praxis beginnt diese Entwicklung bei klar umrissenen Aufgaben. So nutzt DHL Supply Chain laut dem Bericht KI-Agenten des Anbieters HappyRobot für die operative Kommunikation. Dazu gehören Terminvereinbarungen, Rückfragen an Fahrer und die Koordination besonders dringlicher Lagerprozesse.

Bei temperatursensiblen Transporten in Lateinamerika überwachen Sensoren laufend die Bedingungen. Weicht die Temperatur von den festgelegten Parametern ab, können DHL-KI-Agenten schon heute Benachrichtigungen auslösen, Beteiligte kontaktieren und die nächsten Schritte koordinieren.

Zollabwicklung bei DHL Express und der Weg zur Software

Auch bei DHL Express kommen solche Agenten zum Einsatz, um Empfänger in den USA proaktiv zu Zollabgaben zu kontaktieren. Dadurch lassen sich Verzögerungen bei der Abfertigung vermeiden. Der Weg zur vollständigen Selbstheilung ist jedoch anspruchsvoller als die bloße Einführung einer neuen Software.

Die Systeme benötigen verlässliche Daten, Zugriff auf bestehende IT-Landschaften und eindeutig definierte Entscheidungsrechte.

Herausforderungen und Grenzen autonomer Logistiksysteme

Unternehmen müssen laut dem Bericht sicherstellen, dass autonome Systeme verlässlich arbeiten, Daten schützen und sich nahtlos integrieren lassen. Zudem müssen Verantwortliche jederzeit nachvollziehen können, warum ein Agent eine Route ändert, eine Bestellung auslöst oder einen Prozess stoppt.

Autonomie darf demnach keinesfalls bedeuten, die Verantwortung vollständig abzugeben.

Ausblick auf die kommenden fünf Jahre

Der DHL Logistics Trend Radar 8.0 erwartet dennoch, dass agentische Systeme in den kommenden fünf Jahren zum festen Bestandteil von Logistikprozessen werden. Die entscheidende Frage wird dann nicht mehr lauten, wie viel diese Systeme leisten können, sondern wer ihnen die notwendigen Grenzen setzt.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.