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Sportbahnen Braunwald: Richi Bolt verhandelt über Aktienverkauf

Nach einem geplatzten Übernahmeangebot für die Sportbahnen Braunwald AG im Kanton Glarus gibt es überraschend wieder Hoffnung auf Rettung. Hauptaktionär Richi Bolt verhandelt trotz einer verstrichenen Frist nun doch mit der Interessengemeinschaft Bruuwald zäme über den Verkauf seines Aktienpakets.

Vom Fristablauf zu überraschenden Verhandlungen in Glarus

Eigentlich schien das Schicksal der Bergbahnen in Braunwald besiegelt. Ende August hatte die Generalversammlung der Sportbahnen AG die Stilllegung der Betriebe beschlossen, da anhaltende finanzielle Probleme, hohe Kosten und ein verändertes Nachfrageverhalten das Geschäftsmodell untragbar gemacht hatten. Ein Zusammenschluss von Kleinaktionären, Einheimischen und Ferienhausbesitzern, der sich unter dem Namen Bruuwald zäme formierte, legte daraufhin ein Übernahmeangebot von 300’000 Franken für das Aktienpaket des Hauptaktionärs und Verwaltungsratspräsidenten Richi Bolt vor unter der Bedingung, dass dieser einem Schuldenerlass zustimmt und kurzfristige Verbindlichkeiten tilgt.

Da Bolt diese Frist zunächst unbeantwortet verstreichen ließ, schienen die Skilifte und Bergbahnen vorerst endgültig stillgelegt. Doch die Lage hat sich gedreht. Wie Initianten gegenüber Medien erklärten, nahm die Gruppe nach Ablauf der Frist erneut Kontakt mit dem Hauptaktionär auf. Anfang der Woche trafen sich beide Seiten zu einem persönlichen Gespräch, um den Übernahmevorschlag zu besprechen, wie unter anderem blue News berichtete.

Sportbahnen Braunwald: Richi Bolt verhandelt über Aktienverkauf
Foto: blue News

Millionenverbindlichkeiten und weite Preisvorstellungen

Der Einstieg in neue Verhandlungen bedeutet jedoch keineswegs eine schnelle Einigung. Im Zentrum des Konflikts stehen die finanziellen Altlasten der Gesellschaft. Die Interessengemeinschaft strebt an, die 46-prozentigen Aktienanteile von Richi Bolt zu übernehmen und zugleich die aufgelaufenen Schulden des Unternehmens zu bereinigen, die sich auf knapp 4 Millionen Franken belaufen.

Gesprächsteilnehmer bestätigen, dass die Vorstellungen zum Aktienwert weit auseinanderklaffen. Um eine sachliche Grundlage für die festgefahrenen Preisdiskussionen zu schaffen, soll nun ein unabhängiges Gutachten den tatsächlichen Wert der Infrastruktur ermitteln. Damit erhalten alle Beteiligten eine nachvollziehbare Basis für die kommenden Verhandlungsrunden.

Konsequenzen für die kommende Wintersaison und den Betrieb

Unabhängig vom Ausgang der neuen Gespräche steht fest, dass für den bevorstehenden Winter jede Rettung zu spät kommt. Der eingestellte Skibetrieb lässt sich für die Saison 2026/27 nicht mehr reaktivieren. Zudem geraten durch die wirtschaftliche Notlage weitere touristische Angebote im Ort unter starken Druck.

Sportbahnen Braunwald: Richi Bolt verhandelt über Aktienverkauf
Foto: Blick

So ist auch die Gumenbahn von der Stilllegung bedroht, was wiederum den Betrieb der lokalen Skischule sowie des Klettersteigs unmittelbar gefährdet. Während der Verwaltungsrat die roten Zahlen vor allem auf Schneemangel und ausbleibende Wintersportler zurückführt, verweisen Kritiker aus der Region stattdessen auf gestiegene Personalkosten als zentralen Auslöser, wobei der Verwaltungsrat diese Darstellung zurückweist.

Reaktionen und Hintergründe zum Streit im Glarnerland

Die von Richard Bolt geleitete Sportbahnen Braunwald AG schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Die Vereinigung «Bruuwald zäme», die sich aus Einheimischen und Ferienhausbesitzenden zusammensetzt, besteht darauf, das Übernahmeangebot weiterzuverfolgen. Nach Angaben der Initianten wird der Entscheid der Stilllegung zwar akzeptiert, aber man möchte das Aufgeben vermeiden. Verwaltungsratspräsident Richard Bolt betonte gegenüber dem SRF, dass man diesen Entscheid nicht leichtsinnig oder vorschnell gefällt habe.

Neben den Gesprächen sucht das Kollektiv weiterhin den Dialog mit allen Seiten und plant, zusammen mit bestehenden Aktionärinnen und Aktionären nächste Schritte zu ergreifen, um offene, darunter auch rechtliche Fragen zu klären. Das Unternehmen, das vier Skilifte im Kanton Glarus betreibt, kämpft seit Längerem mit hohen Kosten und einem veränderten Nachfrageverhalten. Die Aktienübernahme sollte die letzte Möglichkeit darstellen, die kommende Skisaison zu retten, doch da dieser Versuch zunächst scheiterte, bleiben die Anlagen im kommenden Winter definitiv still.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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