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DGE: Vitamin D im Winter für gesunde Erwachsene meist unnötig

Gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren benötigen nach Einschätzung von Stephan Scharla normalerweise kein zusätzliches Vitamin D. Im Sommer kann der Körper durch Sonnenlicht ausreichende Mengen bilden und einen Vorrat für die dunklere Jahreszeit anlegen, erklärte der Mediziner aus Bad Reichenhall während einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).

Gruppen mit erhöhtem Risiko im Winter

Bei bestimmten Personengruppen reicht eine gesunde Lebensweise laut der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) allein nicht aus, um den Bedarf zu decken. Zu den Risikogruppen gehören Säuglinge zur Vorbeugung einer Rachitis, Schwangere und ältere Menschen, deren Haut weniger Vitamin D bildet. Auch Menschen mit dunkler Hautpigmentierung in Mitteleuropa, Nachtschichtarbeiter sowie Personen mit verhüllender Kleidung aus kulturellen oder religiösen Gründen sind betroffen.

Zusätzlichen Bedarf haben zudem Menschen mit gestörter Fettaufnahme, starkem Übergewicht oder nach einer Magen-Bypass-Operation sowie Personen mit chronischen Magen-Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen. Das gilt gleichermaßen für Menschen, die Medikamente wie Antiepileptika, Glucocorticoide oder Zytostatika einnehmen, da diese den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen. Betroffene sollten eine Supplementierung stets ärztlich abstimmen, wie Scharla betonte.

Dosierung und Gefahren hoher Dosen

Wer seine Versorgung ergänzen möchte, greift laut Scharla in der Praxis häufig zu täglich niedrig dosierten Präparaten mit 1000 Internationalen Einheiten (I. E.) beziehungsweise 25 Mikrogramm. Als möglichen Bereich nennt der Endokrinologe eine tägliche Dosierung von 800 bis maximal 3000 I. E., warnt jedoch vor einer allgemeinen Empfehlung zur Selbstmedikation.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 20 Mikrogramm beziehungsweise 800 I. E. pro Tagesdosis. Das Institut warnt zudem vor eigenständigen Bolusgaben wie Präparaten mit 20.000 I. E., die alle 20 Tage eingenommen werden. Solche großen Abstände können bei bereits gut versorgten Personen zu Blutkonzentrationen führen, die in Studien mit einem möglicherweise erhöhten Risiko für Stürze und Knochenbrüche in Verbindung gebracht wurden.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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