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Technik und Wissenschaft

Delhi: Luftgüteindex steigt auf 348 Punkte

In Delhi-NCR kletterte der Luftgüteindex (AQI) am 3. November 2026 auf bis zu 348 Punkte und rutschte damit tief in die Kategorie „sehr schlecht“. Überwachungsstationen in mehreren Stadtteilen und in Noida maßen sogar Werte von über 400, was einer „schweren“ Belastung entspricht. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen täglichen Grenzwert für Feinstaub, der an diesem Tag in Teilen der Hauptstadt um das Dreißigfache überschritten wurde, wie Daten von Messgeräten zeigten.””

Kommission verschärft Maßnahmen mit Stufe II des GRAP-Plans

Als Reaktion auf den drastischen Anstieg aktivierte die Kommission für Luftqualität und Management (CAQM) am 2. November den zweiten Schritt des gestaffelten Aktionsplans für die Region (GRAP-II). Die Vorschriften untersagen den Betrieb von Dieselgeneratoren, sofern sie nicht für Notfalldienste oder bestimmte Industrieanforderungen bestimmt sind, und stoppen staubintensive Bau- sowie Abrissarbeiten. Gleichzeitig erhöhten die Behörden die Parkgebühren an offiziellen Plätzen bis Ende Februar 2027, um den Individualverkehr einzuschränken. Die Metro setzte 20 zusätzliche Fahrten an Werktagen ein, während die Verkehrsüberwachung an den Grenzen zu Uttar Pradesh und Haryana verschärft wurde. Polizeikräfte überprüften innerhalb eines Tages mehr als 8.200 Fahrzeuge, verhängten Dutzende Bußgelder und schickten über tausend Autos zurück. Nach Angaben des Zentralen Pollution Control Board verzeichnete Delhi am Morgen des 3. November 2026 einen durchschnittlichen AQI von 332, während Ghaziabad bei 255, Noida bei 304 und Greater Noida bei 205 lagen. Der Index berücksichtigt unter anderem Feinstaubpartikel wie PM2.5 und PM10 sowie Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Ozon. Im Gegensatz zu den kritischen Novembertagen verlief der Oktober ungewöhnlich sauber, wobei Delhi den niedrigsten monatlichen Durchschnittswert seit acht Jahren verzeichnete. Doch mit dem Wetterumschwung stiegen die Werte erneut sprunghaft an.

Wetterinversion und Ammoniak verstärken den Smog

Der ehemalige Direktor der Umweltabteilung der Regierung von Delhi, Anil Kumar, erklärte, dass sinkende Temperaturen, schwache Winde und eine niedrige Inversionsschicht das Aufsteigen der schadstoffbelasteten Luft verhindern. Maninder Singh Nayyar, Gründer und Geschäftsführer der CEF Group, verwies darauf, dass kaltes Wetter, schwache Winde und Temperaturinversion dazu führen, dass die Verschmutzung länger in der Luft verbleibt. Zu den Quellen zählen neben Fahrzeugabgasen und Industrieemissionen auch landwirtschaftliche Brandrodungen in den Nachbarstaaten Punjab und Haryana. Eine im Fachjournal The Lancet Planetary Health veröffentlichte Untersuchung brachte im Jahr 2024 schätzungsweise 3,8 Millionen Todesfälle in Indien zwischen 2009 und 2019 mit Luftverschmutzung in Verbindung. Die indischen Behörden und Überwachungseinrichtungen stufen Werte zwischen 301 und 400 als „sehr schlecht“ ein, während Messwerte oberhalb von 400 als „schwer“ gelten.””

Sekundäre Partikel und Düngemittel treiben die Werte

Neben direktem Rauch spielen chemische Reaktionen in der Atmosphäre eine zentrale Rolle. Großflächig ausgebrachte Düngemittel setzen Ammoniak frei, welches die Reaktion anheizt. Koshy sagte: „Die schiere Menge an Ammoniak, die in die Atmosphäre gelangt, bildet eine Basisschicht, mit der andere Schadstoffe reagieren können.“ Verkehrsbedingte Emissionen machen nach Angaben des Umweltministeriums etwa 23 Prozent der winterlichen Luftbelastung aus, während Biomasseverbrennung rund 20 Prozent beiträgt. Angesichts der Risiken für Kinder, ältere Menschen und Vorerkrankte rieten Behörden und Experten dazu, unnötige Outdoor-Aktivitäten zu vermeiden, die körperliche Anstrengung im Freien einzuschränken und bei hohen Werten Schutzmaßnahmen zu treffen.”

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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