Zum Inhalt springen
Welt

Der US-Präsident Donald Trump verkündet den Rücktritt des britischen Premiers Starmer

US-Präsident Donald Trump verkündete am Sonntag auf Truth Social den Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer, bevor dieser sich offiziell dazu geäußert hat. Während britische Medien wie The Guardian einen Rücktritt für Montag erwarten, bestreitet die Downing Street die Gerüchte, während interne Machtkämpfe innerhalb der Labour-Partei eskalieren.

Trump und die Kritik an Migration und Energie

Trump und die Kritik an Migration und Energie
Photo: spiegel.de

Donald Trump trat am Sonntag öffentlich als herold für das Ende von Starmers Amtszeit auf. Auf seiner Plattform Truth Social gab er den Rücktritt des britischen Premierministers als feststehende Tatsache dar. Trump begründete dies mit einem kläglichen Scheitern in zwei Kernbereichen: der Migration und der Energiepolitik.

Besonders die Entscheidung der Regierung, keine neuen Bohrlizenzen für Öl und Gas in der Nordsee mehr zu vergeben, provozierte den US-Präsidenten. Stattdessen setzt London auf Wind-, Solar- und Atomkraft, was Trump als Verschluss einer Schatztruhe bezeichnete. Er forderte die Abschaffung von Windrädern.

Dieses Vorgehen ist Teil einer längeren Reihe von Angriffen. Trump beschuldigte Starmer wiederholt der Schwäche und kritisierte dessen Haltung zur Insel Diego Garcia im Indischen Ozean, wo US-Tarnkapperbomber stationiert sind.

Andy Burnham und der Machtkampf innerhalb der Labour-Partei

Andy Burnham und der Machtkampf innerhalb der Labour-Partei
Photo: BILD

Während Trump von außen Druck ausübt, formiert sich intern eine ernsthafte Herausforderung. Andy Burnham, der ehemalige Bürgermeister von Manchester, hat sich strategisch positioniert. Durch seinen jüngsten Sieg bei einer Nachwahl im Wahlkreis Makerfield ist er wieder Abgeordneter im Unterhaus, was die formale Voraussetzung für das Amt des Premierministers ist.

Burnham gilt als volksnaher Redner und als Gegengewicht zu Starmer. Berichten zufolge genießt er derzeit die Unterstützung der Mehrheit der Abgeordneten.

Die Hürden für eine offizielle Herausforderung sind klar definiert. Ein Kandidat für die Parteiführung benötigt die Unterstützung von mindestens 20 Prozent der Abgeordneten. Burnham soll diese Bedingung bereits erfüllen. Neben ihm wird auch der frühere Gesundheitsminister Wes Streeting als möglicher Anwärter gehandelt.

Widersprüchliche Signale aus der Downing Street

Der Künstler Donald Trump #Shorts #extra3

Die Berichterstattung über den Zeitpunkt des Abgangs ist widersprüchlich. Die Sonntagszeitung The Observer berichtete unter Berufung auf Labour-Quellen, dass Starmer bereits am Montag zurücktreten und einen Zeitplan für seinen Abschied vorstellen werde. Auch The Guardian stützte diese These und verwies auf enormen Druck der Labour-Abgeordneten.

Die offizielle Linie der Regierung ist eine andere. Laut Downing Street hat sich an der Position des Premiers nichts geändert. Starmer selbst bekräftigte erst am Freitag, im Amt bleiben zu wollen.

Ein differenzierteres Bild lieferte Wissenschaftsminister Peter Kyle gegenüber Sky News. Er räumte ein, dass Kräfte den Premierminister als Parteivorsitzenden herausfordern. Kyle beschrieb, dass Starmer das Wochenende nutze, um über die politischen Realitäten, Herausforderungen und Chancen nachzudenken.

Die Ursachen der historischen Labour-Krise

Der Absturz von Starmers Autorität ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Resultat einer tiefen Krise. Die Labour-Partei erlitt bei den jüngsten Kommunal- und Regionalwahlen im Mai ihre schlechtesten Ergebnisse für eine Regierungspartei seit drei Jahrzehnten.

Die Wählerschaft nimmt Starmer zunehmend als jemanden wahr, der den versprochenen Veränderungen nach der Übernahme von Rishi Sunak nicht nachgekommen ist. Er ist so zur Projektionsfläche für die allgemeine Enttäuschung über strukturelle Probleme im Land geworden.

Der Druck kommt mittlerweile aus dem engsten Kreis. Laut Sky News und BILD hat unter anderem Außenministerin Yvette Cooper Starmer zum Rücktritt aufgefordert. Diese interne Erosion macht seine Position fast unhaltbar, unabhängig von den öffentlichen Provokationen aus Washington.

Der Prozess einer möglichen Führungswahl

Sollte Starmer tatsächlich zurücktreten, würde er das Amt voraussichtlich so lange interimistisch behalten, bis ein Nachfolger feststeht. Der Prozess einer Führungswahl innerhalb der Labour-Partei ist komplex und könnte sich über Wochen oder Monate hinziehen.

Die Dynamik dieser Phase ist riskant. Eine langwierige interne Suche nach einem neuen Chef könnte die Partei weiter schwächen und rechtspopulistischen Kräften Raum geben.

Zusammenfassend ergibt sich ein Bild von totaler Einkreisung: Während die Basis durch Wahlniederlagen enttäuscht ist und hochrangige Kabinettsmitglieder den Abschied nahelegen, nutzt Donald Trump die Situation für eine öffentliche Demütigung. Die Frage ist nicht mehr, ob Starmer unter Druck steht, sondern ob er die Montagstermine der Medien überlebt.

Find more reporting in our Welt section.

Die Ursachen der historischen Labour-Krise
Photo: SRF
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.