Lidl bringt ab dem 30. Mai 2026 die SILVERCREST Freezy Eiscrèmemaschine »SECM 800 A1« in seine Filialen und den Online-Shop. Das Gerät positioniert sich als preiswerte Alternative zur Ninja CREAMi und bietet für 89,99 Euro eine ähnliche Funktionalität, um den Trend zu selbstgemachtem Eis für eine breitere Käuferschicht zugänglich zu machen.
Preiskampf im Gefrierfach: SILVERCREST gegen Ninja CREAMi
Der Markt für hochwertige Eiscrèmemaschinen wird derzeit von Produkten wie der Ninja CREAMi dominiert, die durch soziale Medien einen beinahe kultartigen Status erreicht haben. Doch der Preis ist eine Hürde: Wie Merkur berichtet, lag der reguläre Preis des Konkurrenzprodukts zuletzt bei 249,99 Euro.
Die Marktdominanz der Ninja CREAMi stützt sich auf die starke Performance der Muttergesellschaft SharkNinja Inc. (NYSE: SN). In den Finanzberichten für das Geschäftsjahr 2023 und den darauffolgenden Quartalsberichten 2024 hob das Unternehmen ein signifikantes Wachstum im Bereich der Küchengeräte hervor, das maßgeblich durch die Expansion der CREAMi-Serie und die damit verbundene „Protein-Ice-Bewegung“ auf Plattformen wie TikTok getrieben wurde. Analysten bewerten den Erfolg der Ninja-Serie als Ergebnis einer gezielten Positionierung im Segment der „Functional Foods“, bei der die Maschine nicht nur als Küchengerät, sondern als Werkzeug zur Gesundheitsoptimierung vermarktet wird.
Lidl setzt hier mit einer aggressiven Preisstrategie an. Die SILVERCREST Freezy »SECM 800 A1« wird mit einem Normalpreis von 99,99 Euro geführt, ist jedoch als Aktionspreis für 89,99 Euro erhältlich. Kunden, die die Lidl-Plus-App nutzen, können den Preis sogar auf 79,99 Euro senken.
Diese Preisdifferenz von bis zu 170 Euro gegenüber dem Marktführer macht das Gerät besonders für Einsteiger attraktiv, die den Trend ausprobieren wollen, ohne eine hohe Investition zu tätigen.
Die Funktionsweise der SECM 800 A1 in vier Schritten
Die technische Hürde beim Eis-Machen – das mühsame Rühren oder das präzise Abwiegen von Zutaten – soll durch die Automatisierung der Freezy minimiert werden. Laut Angaben von FNP folgt die Zubereitung einem simplen vierstufigen Prozess:
- Füllen: Die Zutaten kommen in den Behälter. Der Nutzer wählt eines von sieben verfügbaren Programmen aus.
- Einfrieren: Die Masse muss für 24 Stunden im Gefrierfach ruhen, um die optimale Temperatur zu erreichen.
- Rühren: Die gefrorene Masse wird in der Maschine in wenigen Minuten cremig gerührt.
- Genießen: Das fertige Eis ist sofort servierbereit.
Ein wesentliches Detail für die Nutzerfreundlichkeit ist die sogenannte Re-Spin-Funktion. Diese sorgt automatisch für die ideale Konsistenz, falls das erste Ergebnis noch nicht den gewünschten Grad an Cremigkeit aufweist. Die Bedienung erfolgt über ein einfaches Panel mit Drucktasten.
Technisch orientiert sich die SECM 800 A1 am Prinzip der „Creamification“, bei dem eine gefrorene Masse durch hohe Scherkräfte und schnelle Rotation zerkleinert und gleichzeitig emulgiert wird. Während die Ninja CREAMi mit verschiedenen Bechergrößen und spezialisierten Klingen für Sorbet oder Light-Ice wirbt, setzt Silvercrest auf eine standardisierte Lösung, die die Kernfunktion der Texturveränderung bei deutlich geringeren Hardware-Kosten realisiert.
Strategische Ausstattung und Marktpositionierung
Lidl liefert die Maschine nicht als Einzelgerät aus, sondern inkludiert drei Becher. Dies ermöglicht es den Anwendern, verschiedene Sorten gleichzeitig vorzubereiten und diese nacheinander zu verarbeiten. Damit adressiert der Discounter gezielt die Bedürfnisse von Familien oder Personen, die gerne verschiedene Geschmacksrichtungen testen.

Die Markteinführung zum Start der Sommersaison ist kein Zufall. Die Kombination aus einem Trendprodukt, das in sozialen Medien viral gegangen ist, und einem extrem niedrigen Preispunkt ist eine klassische Strategie, um Kundenfrequenz in den Filialen zu generieren. Wie die Gießener Allgemeine hervorhebt, ist das Angebot aufgrund der limitierten Verfügbarkeit besonders am Samstag ein Anreiz für Kunden, frühzeitig in die Läden zu kommen.
Diese Vorgehensweise folgt einem bewährten Muster von Lidl im Non-Food-Sektor. Ein vergleichbarer Präzedenzfall war die Einführung von Silvercrest Heißluftfritteusen (Air Fryer), bei denen Lidl gezielt die Preisspanne von Markenherstellern wie Philips oder ebenfalls Ninja unterbot, um den Massenmarkt zu erschließen. Durch die Nutzung der Lidl-Plus-App, die mittlerweile Millionen von aktiven Nutzern in Deutschland zählt, kann der Discounter zudem die Konversionsraten dieser Aktionsware in Echtzeit tracken und die Logistik an die regionale Nachfrage anpassen.
Analytisch betrachtet demokratisiert Lidl hier ein Luxus-Küchengadget. Während die Ninja CREAMi als Statussymbol in der „Foodie“-Szene fungiert, transformiert SILVERCREST das Konzept in ein Massenprodukt. Die Gefahr für den Marktführer liegt nicht in der technischen Überlegenheit der Lidl-Maschine, sondern in der massiven Preisunterbietung bei nahezu identischem Funktionsumfang.
Für den Verbraucher bedeutet dies eine signifikante Senkung der Eintrittsbarriere. Wer bisher aufgrund der 250-Euro-Marke gezögert hat, findet nun eine Lösung, die unter 100 Euro liegt und die Kernfunktionen – das schnelle Verarbeiten gefrorener Massen zu cremigem Eis – übernimmt.