Cristiano Ronaldo hat seine 23-jährige Karriere in der portugiesischen Nationalmannschaft beendet. In einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft erklärte der 41-jährige Kapitän, den Zeitpunkt für gekommen zu halten, „das Trikot mit der Nummer 7 zurückzugeben“.”
Rekorde und Abschied nach Machtkampf
Der Stürmer absolvierte 234 Länderspiele für Portugal und erzielte dabei 146 Tore – beides sind Weltrekorde im Männerfußball. Seinen Abschied verkündete er gut einen Monat nach einem heftigen Machtkampf mit Nationaltrainer Jorge Jesus. Ronaldo war Anfang Oktober aus dem Trainingslager abgereist, nachdem er vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark nicht eingesetzt worden war und zuvor beim 2:1-Sieg in Norwegen am 27. September erstmals seit 18 Jahren auf der Ersatzbank saß. Seine letzte Partie bestritt er am 24. September beim 1:0-Sieg gegen Wales in Lissabon, wie ESPN berichtete.
Der portugiesische Fußballverband (PFF) belegte den Spieler im Anschluss mit einer 30-tägigen Sperre. Ronaldo räumte ein, die Strafe verdient zu haben, und kehrte danach nicht mehr in den Kader zurück. Zu seiner Entscheidung selbst erklärte Jorge Jesus am Freitag vor Medien, er habe von dem Rücktritt „etwa zu der Zeit erfahren, als wir alle es taten“, wie die BBC meldete. Jesus betonte, er fühle sich nicht schuldig an dem Schritt des Kapitäns und habe ihn für die anstehenden Partien gegen Dänemark und Wales einplanen wollen.”
Sein Debüt für das Nationalteam hatte der Angreifer im Jahr 2003 im Alter von 18 Jahren unter Trainer Luiz Felipe Scolari bestritten. Während seiner Ära qualifizierte sich Portugal für jedes große Turnier, nachdem die Mannschaft bei Weltmeisterschaften zuvor lediglich in den Jahren 1966, 1986 und 2002 dabei gewesen war. Seinen ersten großen Erfolg feierte er im Jahr 2004, als das Team als Gastgeber erst im Finale der Europameisterschaft gegen Griechenland unter dem deutschen Trainer Otto Rehhagel verlor. Ein Jahr zuvor hatte er bereits schmerzliche Tränen vergossen, als der Titel im eigenen Land verpasst wurde. Dennoch prägte der Stürmer eine historische Epoche und führte sein Land zur Weltmeisterschaft 2006, wo Portugal den vierten Platz belegte, sowie zu weiteren Teilnahmen, die ihn schließlich bis zu seinem sechsten Weltturnier in Nordamerika führten. In insgesamt 27 WM-Spielen erzielte er elf Treffer. Mit seinem Auftritt in sechs Weltmeisterschaften teilt er sich einen weltweiten Rekord unter anderem mit Lionel Messi und dem Mexikaner Guillermo Ochoa.
Erfolge und Nachfolge im Team
In seiner Laufbahn prägte das Team maßgeblich und gewann mit der Auswahl die Europameisterschaft 2016 sowie die UEFA Nations League in den Jahren 2019 und 2025. PFF-Präsident Pedro Proenca würdigte den Spieler als „globale und portugiesische Ikone“, während der Verband eine angemessene Verabschiedung ankündigte. Die sportliche Heimat des Angreifers im Nationaltrikot wird von Offiziellen und Weggefährten als unvergesslich beschrieben, auch wenn er selbst einräumte, dass es neben unvergesslichen Momenten auch Niederlagen und Augenblicke gab, in denen er den Fans nicht das geben konnte, was sie sich gewünscht hatten. Neben Eusébio, der 1966 den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft holte, bleibt Ronaldo das ultimative Symbol der portugiesischen Fußballgeschichte.”

Die Kapitänsbinde übernimmt künftig der in Real Madrid spielende Mittelfeldakteur Bernardo Silva. Wie Jorge Jesus bestätigte, richtet sich die Vergabe der Kapitänsämter nach der Anzahl der Länderspiele, womit Silva mit seinen 115 Einsätzen das neue Oberhaupt der teaminternen Hierarchie darstellt. Hinter ihm folgen Rúben Dias mit 84 Einsätzen, João Cancelo mit 77, Rúben Neves mit 73 sowie Bruno Fernandes, die allesamt von Jesus in ihren früheren Vereinen trainiert wurden.
Zukunft im Vereinsfußball bei Al-Nassr
Auf Vereinsebene setzt der Stürmer seine Laufbahn vorerst fort. Er steht beim saudi-arabischen Club Al-Nassr unter Vertrag, wo er im Juni 2025 eine Verlängerung bis Juni 2027 unterschrieb. Unter Trainer Jorge Jesus hatte er dort im Vorjahr den ersten Titel in der saudi-arabischen Profiliga gewonnen und sich zweimal die Torjägerkrone gesichert.