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Citroën bringt den legendären Döschwo als Stromer zurück

Citroën kündigt die elektrische Wiederauflage des legendären 2CV an, die ab 2028 in Pomigliano d’Arco bei Neapel produziert werden soll. Das neue Modell, das im Oktober 2026 in Paris Weltpremiere feiert, zielt mit einem Einstiegspreis von unter 15.000 Euro darauf ab, Elektromobilität für die breite Masse erschwinglich zu machen.

Strategische Neuausrichtung im Rahmen von FaSTLAne 2030

Strategische Neuausrichtung im Rahmen von FaSTLAne 2030
cluster (priority): Watson

Die Rückkehr der „Ente“ ist weit mehr als eine nostalgische Geste. Wie Stellantis Media berichtet, ist das Projekt integraler Bestandteil des Strategieplans FaSTLAne 2030. Der Konzern will mit dem neuen 2CV eine neue Kategorie erschwinglicher, kompakter Elektrofahrzeuge etablieren. Es geht darum, die ursprüngliche Philosophie des TPV („Toute Petite Voiture“) – ein ganz kleines Auto – in die Moderne zu übersetzen.

Citroën-Chef Xavier Chardon positioniert das Fahrzeug als Antwort auf die aktuelle Suche nach sinnvollen und kostengünstigen Mobilitätslösungen für den urbanen Raum. Das Ziel ist ein „echtes Volksauto“, das die Barrieren für den Umstieg auf Elektroantriebe senkt.

„Der neue 2CV macht die Elektromobilität für jedermann erschwinglich.“
Xavier Chardon, Citroën-Chef, via Blick

Diese Strategie markiert einen Wendepunkt für Stellantis: Weg von der reinen Fokussierung auf margenstarke SUVs, hin zu einer Volumenstrategie im untersten Preissegment.

Design zwischen Retro-Ästhetik und urbanem Pragmatismus

Design zwischen Retro-Ästhetik und urbanem Pragmatismus
cluster (priority): Stellantis Media

Optisch setzt Citroën auf einen hohen Wiedererkennungswert, ohne eine reine Kopie des Originals zu bauen. Erste Teaserbilder zeigen eine Silhouette, die stark an das historische Vorbild erinnert: eine gewölbte Motorhaube, markante Radhäuser und freigestellte Frontscheinwerfer. Laut Auto Motor und Sport wird das Modell eine hohe Dachlinie und ein schmal zulaufendes Heck mit fast senkrechter Abschlusskante besitzen.

Interessant ist die funktionale Ausrichtung. Während das Original für die ländliche Bevölkerung konzipiert war, ist der neue Stromer als „Mini-Flitzer für die Stadt“ gedacht. In dieser Hinsicht orientiert sich das Konzept an japanischen „Kei-Cars“ – extrem kompakten Fahrzeugen, die maximale Raumausnutzung bei minimaler Außenfläche bieten.

Die geschätzten Abmessungen verdeutlichen diesen Ansatz:

  • Länge: Voraussichtlich zwischen 3,50 und 3,70 Metern.
  • Positionierung: Klar unterhalb des Citroën C3 angesiedelt.
  • Innenraum: Durch die hohe Dachform trotz kompakter Maße großzügig gestaltet.
  • Damit folgt Citroën einem Trend, den bereits Renault mit dem R5 und Fiat mit dem 500 erfolgreich bedient haben: die Reaktivierung von Kultmarken, um emotionale Bindungen mit moderner Technik zu verknüpfen.

    Die Preisoffensive unter 15.000 Euro

    Citroën holt den legendären Döschwo als E-Auto zurück

    Der wohl disruptivste Aspekt der Ankündigung ist die Preisgestaltung. Blick bezeichnet den geplanten Preis von unter 15.000 Euro (bzw. 14.000 Franken) als „Hammerpreis“. In einem Marktumfeld, in dem Elektroautos oft als Luxusgüter wahrgenommen werden, ist dies ein aggressiver Vorstoß in das untere Segment.

    Diese Preisstrategie ist eine bewusste Anlehnung an die Wurzeln des 2CV, der 1948 als extrem günstiges Fahrzeug für die Massen eingeführt wurde. Stellantis versucht hier, die soziale Funktion des ursprünglichen Autos – die Demokratisierung der Mobilität – im 21. Jahrhundert wiederzubeleben.

    Technische Einordnung und die EU-Klasse M1E

    Technische Einordnung und die EU-Klasse M1E
    cluster (priority): news.google.com

    Hinter den Kulissen ist der neue 2CV Teil eines größeren technischen Puzzles. Laut Berichten von Watson wird das Modell auf einer neuen Plattform für sogenannte „E-Cars“ basieren. Diese Kategorie ist speziell auf kostengünstige Elektroautos für den europäischen Markt zugeschnitten.

    Besonders relevant ist hier die Abstimmung auf potenzielle regulatorische Änderungen der EU. Es wird über eine neue Unterkategorie kleiner Elektrofahrzeuge namens M1E diskutiert. Diese Klasse soll Fahrzeuge mit einer Länge zwischen 3,50 und 4,20 Metern umfassen und durch vereinfachte technische Vorgaben niedrigere Produktionskosten ermöglichen. Der neue 2CV könnte eines der ersten Serienmodelle sein, das exakt für diese regulatorische Lücke entwickelt wurde.

    Die Produktion erfolgt ab 2028 im Werk Pomigliano d’Arco bei Neapel, was die europäische Fertigungsstrategie von Stellantis unterstreicht.

    Vom Anti-Statussymbol zum modernen Stromer

    Um die Tragweite dieses Comebacks zu verstehen, muss man auf die Historie blicken. Der ursprüngliche 2CV, die „Ente“, wurde am 7. Oktober 1948 auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Er war als unprätentiöses Werkzeug konzipiert: Die Vorgabe lautete, dass das Auto zwei Bauern und einen Sack Kartoffeln über schlechte Straßen transportieren können musste.

    Wie Tagesschau ausführt, entwickelte sich das Modell von einem reinen Nutzwagen zu einem kulturellen Symbol und einem Anti-Statussymbol der 1960er- und 70er-Jahre. Mit einer ursprünglichen Motorleistung von nur neun PS und einem Stoffdach war es die Antithese zum glänzenden Repräsentationswagen.

    Nachdem die Produktion 1990 aufgrund verschärfter EU-Emissionsnormen endete, schließt sich nun ein Kreis. Genau 80 Jahre nach dem Ur-Modell kehrt der Name zurück.

    Die Herausforderung für Citroën wird darin bestehen, den Geist der Einfachheit zu bewahren, während gleichzeitig moderne Sicherheits- und Effizienzstandards erfüllt werden müssen. Wenn es gelingt, den Preis tatsächlich unter 15.000 Euro zu halten, könnte der neue 2CV die Elektromobilität in Europa tatsächlich aus der Nische der oberen Mittelschicht in den Massenmarkt führen.

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    David Falk

    Über den Autor

    David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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