Beim diesjährigen Abschlussevent zur Serie „Die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft 2026 in Berlin hat Heyo Kroemer scharfe Kritik an der Politik geübt. Er bemängelte, dass Wissenschaft und Gesundheit im zurückliegenden Wahlkampf völlig übergangen worden seien, und forderte angesichts knapper Budgets mehr Planungssicherheit für den Forschungsstandort.
Kritik an der Politik beim Event der Berliner Wissenschaft
Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Oktober 2026 blickte die deutsche Hauptstadt auf ihre wichtigsten Forschenden. Zum Abschluss der bekannten Medienreihe „Die 100 wichtigsten Köpfe der Berliner Wissenschaft 2026“ kamen zahlreiche ausgezeichnete Expertinnen und Experten zu Kurzinterviews und Gesprächen zusammen. Während die Redaktion die Köpfe der lokalen Forschung würdigte, nutzte der Sprecher der Berlin University Alliance, Heyo Kroemer, das Podium für einen deutlichen Appell an die Politik.”
Kroemer verwies auf die immense wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Allein die Gesundheitswirtschaft mache rund zwölf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Berlins aus. Dennoch sei das Thema im Wahlkampf komplett unter den Tisch gefallen. Im Wahlkampf wurden Wissenschaft und Gesundheit nicht mal erwähnt
, sagte Kroemer verärgert vor dem geladenen Publikum.
Forderung nach Planungssicherheit und stabilen Teams
Der Sprecher der Berlin University Alliance warnte davor, dass herausragende Forschungsleistungen und internationale Spitzenkräfte unter den anstehenden Einsparungen und politischen Umbrüchen leiden könnten. Herausragende Köpfe benötigen verlässliche Teams, betonte der Verbundsprecher. Auch in Zeiten knapper Kassen und laufender Regierungsbildung dürfe die Planungssicherheit für den Forschungsstandort nicht geopfert werden.
Zu den weiteren Rednern des Abends zählte unter anderem der Präsident der Freien Universität Berlin, Günter M. Ziegler. Er gab den geehrten Wissenschaftlern einen konkreten Auftrag mit auf den Weg: Vertrauen aufbauen, die Stärke in der Zusammenarbeit finden und in Berlin die Dinge anders anpacken. Die zuständige Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra war indes krankheitsbedingt verhindert.
Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte und Lebensgeschichten
Neben den gesundheitspolitischen Forderungen bot die Veranstaltung eine breite thematische Vielfalt aus den ausgezeichneten Fachbereichen. So berichtete die Erziehungswissenschaftlerin Nina Kolleck über die Risiken sozialer Netzwerke für Jugendliche und plädierte unter anderem für ein Verbot von TikTok in Deutschland bei gleichzeitiger Stärkung europäischer Alternativen.
Auch ungewöhnliche Biografien prägten den Abend. Der Umweltingenieur Andrés Olarte berichtete von seiner Flucht nach Berlin, nachdem er Umweltvergehen des Ölkonzerns Ecopetrol aufgedeckt hatte. Die Zoologin Mirjam Knörnschild präsentierte Erkenntnisse über die Kommunikation von Fledermäusen, während die Kinderärztin und Diabetologin Katarina Braune digitale Hilfsmittel für das Diabetes-Management vorstellte.