Bungie beendet am 9. Juni 2026 die aktive Entwicklung von Destiny 2 und versetzt den Shooter in den Wartungsmodus. Mit dem finalen Update „Monument of Triumph“ schließt das Studio ein achtjähriges Kapitel ab, während es seinen Fokus auf neue Projekte und den Extraction-Shooter Marathon verlagert, was laut Branchenanalysen zu Entlassungen führen könnte.
Der 9. Juni: Ein finaler Paketdeal für die Community
Bungie Plans Layoffs After Ending Update
Nach über acht Jahren aktiver Entwicklung zieht Bungie den Schlussstrich unter die Live-Service-Phase von Destiny 2. Wie Game Informer berichtet, wird am 9. Juni 2026 nicht nur das letzte Inhalts-Update erscheinen, sondern auch eine neue Produktstruktur eingeführt. Das Spiel und seine gesamten Inhaltspakete werden in einem einzigen Bundle namens „Destiny 2: The Collection“ zusammengefasst.
Dieses Paket bündelt sämtliche Kampagnen, Dungeon-Keys sowie das 30th Anniversary Pack. Parallel dazu werden im Juni alle eigenständigen Erweiterungen und Inhaltspakete dauerhaft preisreduziert. Damit bereitet das Studio den Übergang in einen Zustand vor, der dem des ersten Destiny-Teils aus dem Jahr 2014 ähnelt: Das Spiel bleibt für die Spieler zugänglich, erhält aber keine neuen substanziellen Inhalte mehr.
„Obwohl sich unsere Liebe zu Destiny 2 nicht geändert hat, ist klar geworden, dass wir nach ‚The Final Shape‘ den Zeitpunkt erreicht haben, an dem unsere gemeinsamen Welten und Destiny über Destiny 2 hinaus existieren müssen.“
Bungie, via Game Informer
Die Entscheidung markiert das Ende einer Ära, die 2017 mit dem Launch von Destiny 2 begann. Für die Spieler bedeutet dies den Übergang von einer ständig expandierenden Welt hin zu einem statischen Archiv ihrer Errungenschaften.
„Monument of Triumph“: Die letzte Etappe im Wartungsmodus
cluster (priority): Game Informer
Das finale Update trägt den Namen „Monument of Triumph“. Es ist weniger eine große Erweiterung als vielmehr ein emotionaler und mechanischer Abschluss. Laut The Verge zielt das Update darauf ab, das Spiel so zu gestalten, dass es für zurückkehrende Spieler attraktiv bleibt.
Die konkreten Neuerungen im letzten Update umfassen:
Einführung von gestuftem Loot und einem finalen „Moments of Triumph“.
Die lang erwartete Einführung von Sparrow-Rennen.
Die Rückkehr legendärer Marken, die durch den Abschluss von Triumphs verdient werden können.
Zugang zu kostenlosen Rüstungsornamenten, Waffen-Engrammen und Zubehör.
Ein zusätzlicher Titel und ein Rüstungsornament-Set für besonders aktive Spieler.
Bungie betont, dass das Update dazu dient,
„kleine Charaktermomente zu liefern, um die Geschichte und die Charaktere an interessanten Punkten zu hinterlassen und Themen aus ganz Destiny zu berühren“
(via Game Informer). Mit dem Ende der aktiven Entwicklung werden auch die wöchentlichen Blog-Beiträge des Studios
„ebenfalls in eine Art Winterschlaf versetzt“
, so The Verge.
Strategischer Pivot: Die Wette auf Marathon und neue IPs
After Killing Destiny…Bungie Is Facing Even More Layoffs
Der Abschied von Destiny 2 ist kein Rückzug aus dem Live-Service-Geschäft, sondern eine radikale Neuausrichtung. Bungie hat bereits in diesem Jahr den Extraction-Shooter Marathon veröffentlicht. Während dieser Titel in der Kritik teils als gut aufgenommen wurde, zeigt die strategische Verschiebung die Ambition des Studios, sich von der Abhängigkeit einer einzigen Franchise zu lösen.
Das Studio plant, seine Ressourcen nun in die Inkubation völlig neuer Spiele zu stecken. Die Unsicherheit über die Richtung dieser neuen Projekte wird vom Studio offen kommuniziert.
„Das Unbekannte kann sich manchmal wild, zeitweise sogar ein wenig beängstigend anfühlen, aber diese Möglichkeiten, die Zukunft zu erkunden, sind belebend. Während wir nach vorne blicken, bleibt unser Engagement dasselbe: Spiele zu entwickeln, auf die wir und ihr euch freuen könnt.“
Bungie, via The Verge
Diese Neuausrichtung ist riskant. Destiny 2 war über Jahre der finanzielle Anker des Studios. Die Hoffnung, dass Marathon oder eine neue IP diese Lücke schließen können, ist die zentrale Säule der aktuellen Unternehmensstrategie.
Wirtschaftlicher Druck und die Gefahr von Entlassungen
cluster (priority): theverge.com
Hinter den offiziellen Ankündigungen verbirgt sich eine deutlich düsterere wirtschaftliche Realität. Wie Forbes analysiert, ist die Entscheidung, alle weiteren Erweiterungen zu streichen, das Resultat eines massiven Missmanagements am Ende der „Light and Darkness“-Ära.
Besonders kritisch wird die Ressourcenverteilung bewertet. Hunderte von Entwicklern wurden von Destiny 2 abgezogen, um an Marathon zu arbeiten. Dies führte zu einer „gähnenden Inhaltslücke“, die die Spielerbasis vergrämte. Dass Marathon nun Zahlen liefert, die weit unter den Spitzenwerten von Destiny 2 liegen – selbst in dessen schlechtesten Phasen –, bringt das Studio in eine prekäre Lage.
Die Implikationen für die Belegschaft sind gravierend. Da Sony, der Mutterkonzern, bereits in Zeiten von Rekordzahlen bei Destiny Entlassungen vornahm, wird nun befürchtet, dass die Versetzung von Destiny 2 in den Wartungsmodus eine neue Welle von Stellenstreichungen auslösen wird. Ohne die stetigen Einnahmen aus großen Erweiterungen und mit einem Nachfolger, der die Erwartungen nicht vollends erfüllt, steht Bungie unter extremem Rechtfertigungsdruck gegenüber Sony.
Für die Zukunft bleibt nur ein kryptisches Versprechen: Sollte es weitere Neuigkeiten zu Destiny geben, werde die Community
„die Ersten sein, die es erfahren“
(via The Verge). Doch bis dahin ist Destiny 2 nicht mehr das lebende Projekt, sondern ein Denkmal für eine der ambitioniertesten, aber letztlich auch problematischsten Live-Service-Reisen der Videospielgeschichte.
Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.
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