Zum Inhalt springen
Unternehmen

Britische Regierung plant Verbot von Sitzplatzgebühren für Familien

Die britische Regierung plant im Zuge eines neuen Zivilfahrtgesetzes, Gebühren für Eltern zu verbieten, die im Flugzeug neben ihren Kindern sitzen möchten. Bislang kann dieser Service Familien auf Hin- und Rückflügen bis zu 104 Pfund kosten. Das Vorhaben soll vor den Sommerferien des kommenden Jahres umgesetzt werden.

Sitzplatzgebühren für Familien sowie Extrakosten für kleine Buchungsfehler sollen nach dem Willen der Regierung in London der Vergangenheit angehören. Wie das Department for Transport am 2. Oktober 2026 mitteilte, sieht die geplante Gesetzgebung vor, Eltern und Erziehungsberechtigten das kostenfreie Sitzen neben ihren Kindern zu garantieren, sofern das Parlament dem Gesetzentwurf zustimmt.

Politische Vorgaben und finanzielle Belastung für Familien

Premierminister Andy Burnham bezeichnete die bisherigen Gebühren als Abzocke und erklärte, die geplanten Regelungen seien Teil eines harten Durchgreifens gegen kleine Gebühren, die sich bei Urlaubsreisen von Familien summieren. Niemand sollte Eltern zur Kasse bitten, nur damit sie neben ihrem Kind sitzen können, so Burnham. Das Transportministerium beziffert die aktuellen Kosten für einen Elternteil und ein Kind auf bis zu 104 Pfund allein für einen Hin- und Rückflug, wenn sie eine gemeinsame Sitzplatzreservierung wünschen. Die Regierung gab an, dass diese neuen Regeln das jüngste Beispiel für eine Reihe von „alltäglichen Korrekturendes Premierministers darstellen, um die Störfaktoren zu bekämpfen, die das Leben schwer machen und den Geldbeutel der Bürger belasten.

Verkehrsministerin Heidi Alexander äußerte sich ebenfalls zu den Belastungen und erklärte, dass Eltern weder für das Sitzen neben ihrem Kind noch für die Korrektur eines einfachen Buchungsfehlers finanziell unter Druck geraten sollten. Auch bei administrativen Korrekturen will die Regierung einschreiten. Kleine Fehler, wie etwa ein Tippfehler bei der Namensangabe auf dem Buchungsformular, schlagen im Moment mit bis zu 40 Pfund zu Buche. Verbraucherschützer unterstützen den Vorstoß grundsätzlich. So nannte Rory Boland, Redakteur des Reisemagazins Which?, es clearly unfair to force parents and children as young as three to pay an extra fee just to sit together, wie die Press Association berichtete.

Fluggesellschaften, die Familien getrennt haben, stellen den Profit über das Wohlbefinden der Passagiere.

Rory Boland, Which? Travel

Reaktionen von Airlines UK und Details zur Umsetzung

Der Branchenverband Airlines UK zeigte sich von der Ankündigung überrascht und betonte, dass britische Fluggesellschaften bereits bestehende Richtlinien einhalten. Nach Angaben der Organisation erlauben britische Airlines Korrekturen kleinerer Namensfehler bereits gebührenfrei und befolgen die aktuellen regulatorischen Vorgaben für die Platzierung von Kindern unter zwölf Jahren neben einer erwachsenen Begleitperson. Die Regierung erkennt zwar an, dass die meisten heimischen Fluggesellschaften bereits Schutzmaßnahmen gegen versteckte Kosten bieten, strebt mit den neuen Vorschriften jedoch eine verbindliche Konsistenz für sämtliche im Land operierenden Airlines an.

Neben den Sitzplatz- und Buchungsregeln beinhaltet das Gesetzespaket auch Maßnahmen gegen stark störende Fluggäste. In Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften und Gewerkschaften soll ein neues Informationssystem aufgebaut werden, das beim Austausch von Daten über persistent störende Passagiere helfen soll. Verkehrsministerin Alexander betonte in diesem Zusammenhang, dass jeder Mensch es verdiene zu reisen in dem Wissen, dass der Flug nicht durch das schlechte Benehmen einer kleinen Minderheit gestört wird. Airlines UK begrüßte diesen Teil der Initiative und den commitment, gegen störende Passagiere vorzugehen, ausdrücklich.

Zeitplan und parlamentarischer Weg für das Zivilfahrtgesetz

Die Umsetzung der Reformen ist an die königliche Bestätigung, das sogenannte Royal Assent, des Civil Aviation Bill geknüpft. Es ist vorgesehen, dass Minister versuchen werden, die Änderungen noch vor Beginn der Sommerferien des kommenden Jahres zu implementieren.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.