Die Branicks Group AG steht nach dem Scheitern ihres Restrukturierungskonzepts auf einer außerordentlichen Hauptversammlung vor einer unmittelbaren Existenzbedrohung. Aktionäre kippten den entscheidenden Tagesordnungspunkt zu Beraterverträgen, während die Aktienkurse am Kapitalmarkt massiv einbrachen und nun Verhandlungen mit den Hauptgläubigern über die Zahlungsunfähigkeit entscheiden.
Ausserordentliche Hauptversammlung lehnt Beraterverträge ab
Die Krise bei der Branicks Group AG hat sich nach einem folgenschweren Votum auf einer außerordentlichen Hauptversammlung drastisch verschärft. Die Aktionäre verweigerten die Zustimmung zu dem zentralen Tagesordnungspunkt vier, der wichtige Beraterverträge umfasste. Wie das Unternehmen per Ad-hoc-Mitteilung nach Artikel 17 MAR bekannt gab, fiel damit die wesentliche Vollzugsbedingung für das gesamte, am 30. Juli 2026 angekündigte Sanierungskonzept weg.
Von der Ablehnung direkt betroffen sind Vereinbarungen mit der BLACKLAKE Management Partners sowie der MDC Matthias Danne Consulting. Für diese Mandate waren monatliche Festbeträge von jeweils 42.000 Euro sowie erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 1,225 Millionen Euro je Vertrag vorgesehen. Da das Restrukturierungswerk rechtlich fest an das Zustandekommen dieser Verträge gebunden war, fehlt dem Sanierungsplan nun das erforderliche Fundament zur Umsetzung, berichtet Börse Express.

Personelle Huerden und heftige Marktreaktionen
Die blockierte Restrukturierung zog umgehend personelle Konsequenzen nach sich, die das geschwächte Kontrollgremium weiter belasten. Die beiden als Aufsichtsräte vorgeschlagenen Kandidaten Dr. Matthias Danne und Dr. Johannes Conradi erklärten, dass sie ihre Wahl in das Gremium vorerst nicht annehmen und sich eine Ablehnung vorbehalten, wie EQS-Adhoc mitteilte.
Am Kapitalmarkt löste die Nachricht einen panikartigen Abverkauf aus. Die Aktie brach um 12 Prozent ein und ging bei 0,3720 Euro aus dem Handel, wobei im Laufe des Tages ein 52-Wochen-Tief von 0,3530 Euro markiert wurde.

Anstehende Gläubigerabstimmung und drohende Zahlungsunfähigkeit
Für das Immobilienunternehmen verlagert sich der Druck nun vollständig auf die Fremdkapitalgeber. Branicks hatte zuvor zwar die Laufzeit seiner Unternehmensanleihe über 400 Millionen Euro bis zum 31. Dezember 2026 verlängert, wobei unter bestimmten Voraussetzungen eine weitere Ausdehnung bis zum 31. März 2027 möglich ist. Eine langfristige Stabilisierung soll jedoch eine umfassende Restrukturierung bringen.
Vom 17. bis zum 19. Oktober 2026 ist eine Abstimmung der Anleihegläubiger ohne Versammlung angesetzt, bei der über eine Laufzeitverlängerung bis in das Jahr 2030 entschieden werden soll. Bis dahin muss das Management in direkten Nachverhandlungen mit den Hauptgläubigern eine tragfähige Alternativlösung finden, da ansonsten unmittelbar die Zahlungsunfähigkeit droht.
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