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Borussia Dortmund Frauen verpassen Aufstieg – Alexandra Popp muss in Regionalliga

Die Frauen von Borussia Dortmund verpassten am 31. Mai 2026 trotz eines 8:0-Sieges gegen Vorwärts Spoho Köln den Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga. Da der 1. FC Köln II sein Derby gegen Gladbach II gewann, bleibt der BVB in der Regionalliga West, was auch für die Star-Neuverpflichtung Alexandra Popp gilt.

Es ist ein Resultat, das in keinem Verhältnis zur sportlichen Dominanz auf dem Platz steht. Borussia Dortmund überrollte Vorwärts Spoho Köln im Stadion Rote Erde mit einem 8:0, doch die Nachricht aus Mönchengladbach traf die Mannschaft und die über 2.100 Zuschauer wie ein Schlag. Der 1. FC Köln II sicherte sich mit einem 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach II die Meisterschaft der Regionalliga West und damit den direkten Weg in die 2. Bundesliga. Für den BVB bleibt eine bittere Bilanz. Trotz einer beeindruckenden Tordifferenz von 114:13 am Saisonende fehlten den Dortmunderinnen zwei entscheidende Punkte zum Titel. Die Enttäuschung war unmittelbar spürbar.

„Wir sind traurig und enttäuscht, das Saisonziel Aufstieg verpasst zu haben – wir ziehen daraus aber eine noch größere Motivation, den Aufstieg in der kommenden Saison zu realisieren.“

Svenja Schlenker, Geschäftsführerin für den Frauenfußball beim BVB, via n-tv

Das Popp-Paradoxon: Champions-League-Ikone in der Regionalliga

Die sportliche Tragweite dieses Scheiterns wird vor allem an einer Person deutlich: Alexandra Popp. Die 35-Jährige, eine lebende Legende des deutschen Fußballs mit 145 Länderspielen und 336 Bundesliga-Partien, tauscht die glitzernde Bühne der Champions League gegen die harten Plätze der Regionalliga. Wie Bild berichtet, bedeutet dies für die ehemalige VfL Wolfsburg-Kapitänin, dass sie in der kommenden Saison drittklassig spielen muss. Popp hatte den Wechsel im März als „Herzensentscheidung“ begründet, da sie in Dortmund geboren und aufgewachsen ist. Dass der Aufstieg misslingt, war für sie zwar ein denkbares, wenn auch unerwünschtes Szenario.

„Sowohl der BVB als auch ich haben natürlich auch ein Worst-Case-Szenario, dass man wahrscheinlich mal eine Runde extra dreht.“

Das Popp-Paradoxon: Champions-League-Ikone in der Regionalliga
Borussia Dortmund Frauen Trotz
Alexandra Popp, via Bild Die Herausforderung für die Olympiasiegerin ist nun psychologischer Natur. Der krasse Abfall des Spielniveaus vom Weltklasse-Fußball zur Regionalliga birgt die Gefahr der Stagnation. Popp selbst ist sich dieser Gefahr bewusst und betonte, dass ihre größte Aufgabe darin bestehe, sich nicht an das untere Niveau anzupassen, sondern ihre eigene Qualität zu bewahren. Trotz des massiven Unterschieds zur ersten Liga und der Champions League lehnt sie jede Sonderbehandlung ab; sie wolle „keine Extrawurst“ und sei voll und ganz in das Projekt integriert.

Vom Kreisliga-Aufstieg zum kostspieligen Wechselfehler

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Um die aktuelle Situation zu verstehen, muss man den beispiellosen Aufstieg des BVB-Frauenfußballs betrachten. Der Verein startete in der Saison 2021/2022 mit einem Kader aus über 50 Frauen und kletterte aus der Kreisliga heraus viermal hintereinander in die nächste Liga. In diesem Prozess wurde die Professionalisierung massiv vorangetrieben, wobei der Verein vor der aktuellen Spielzeit alle Spielerinnen mit Profiverträgen ausstattete. Doch genau in dieser Phase des rasanten Wachstums passierte ein Fehler, der nun den Aufstieg verhindert haben könnte. Laut n-tv kostete ein Wechselfehler das Team einen Sieg. Bei einer Saisonbilanz von 21 Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen wiegen diese verlorenen Punkte nun extrem schwer, da man nur zwei Ziffern hinter dem FC Köln II landete. Trotz des sportlichen Rückschlags setzt der BVB auf eine langfristige Strategie. Die Investitionen in den Kader gehen weiter: Neben Popp wurden prominente Verstärkungen wie Ramona Maier und Ricarda Walkling sowie Sportdirektor Ralf Kellermann an Bord geholt. Alle drei haben langfristige Verträge bis 2029 unterschrieben, was signalisiert, dass Dortmund den Aufstieg nicht als Option, sondern als unvermeidbare Notwendigkeit betrachtet.

Die drohende Sackgasse: Schalke und die neue dritte Liga

Die drohende Sackgasse: Schalke und die neue dritte Liga
cluster (priority): news.google.com
Die kommende Saison wird für den BVB deutlich komplizierter als die vorangegangenen Jahre. Es gibt zwei externe Faktoren, die den Druck massiv erhöhen. Erstens steigt mit dem FC Schalke 04 ein weiterer Traditionsklub in die Regionalliga auf. Damit wird das Revierderby zwar wieder Teil des Spielplans – sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen –, doch Schalke bringt eigene Bundesliga-Ambitionen mit und wird die Konkurrenz im Tabellenkampf verschärfen. Zweitens steht eine strukturelle Änderung im deutschen Frauenfußball bevor. Ab der Saison 2027/28 wird eine neue, eigenständige dritte Liga eingeführt. Dies verändert die mathematische Gleichung für den Aufstieg fundamental:
  • Aktuell: Ein Aufstieg aus der Regionalliga führt direkt in die 2. Bundesliga.
  • Ab 2027/28: Ein Aufstieg aus der Regionalliga führt nur noch in die neue 3. Liga.
  • Die Folge: Verpasst der BVB den Sprung in die zweite Liga in der kommenden Spielzeit, verlängert sich der Weg zurück in die Zweitklassigkeit um eine zusätzliche Zwischenstufe.
Der Zeitdruck ist somit immens. Die Saison 2026/27 ist die letzte Chance für einen „kurzen“ Weg nach oben. Während das Team am Saisonfinale im Stadion Rote Erde insgesamt sechs Spielerinnen der zweiten und drei Spielerinnen der ersten Mannschaft verabschiedete, wie BVB.de berichtet, beginnt nun eine Phase der Konsolidierung. Der BVB hat zwar die finanziellen und personellen Ressourcen einer Top-Mannschaft, doch die Regionalliga hat gezeigt, dass Namen und Budgets allein nicht ausreichen, wenn administrative Fehler oder ein minimaler Punktunterschied den Aufstieg verbauen. Für Alexandra Popp wird die nächste Saison ein Test ihrer mentalen Stärke. Die Mission Bundesliga verschiebt sich um mindestens ein Jahr, und der Weg führt nun über ein Revierderby gegen Schalke und die Hoffnung, dass ein weiterer „Wechselfehler“ die Ambitionen eines Millionen-Projekts nicht erneut torpediert.
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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