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Unternehmen

BlackRock-CIO Rick Rieder setzt auf KI-Schuldenfinanzierungen

Rick Rieder, CIO of Global Fixed Income bei BlackRock nutzte das Wochenende für intensive Gespräche über Schuldenfinanzierungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Angesichts historisch hoher Renditen bei erstklassigen Unternehmensanleihen sieht er in dem massiven Infrastrukturausbau eine seltene Gelegenheit für festverzinsliche Anleger.

Die Finanzmärkte sortieren sich neu, während Technologieriesen im Eiltempo die Anleihemärkte fluten, um den enormen Ausbau von Rechenzentren und digitaler Infrastruktur zu bezahlen. Alphabet, Amazon, Meta Platforms und Oracle gaben nach Daten von LSEG bis zum 20. Oktober gemeinsame Anleihen im Volumen von etwa 228,4 Milliarden US-Dollar aus. Während diese Emissionen den Primärmarkt beschäftigen, hob Rick Rieder als CIO für Global Fixed Income bei BlackRock auf dem CNBC CEO Council Summit in Washington hervor, dass die gebotenen Renditen Investoren neue Türen öffnen.

Hohe Renditen und kurze Laufzeiten im Fokus

In den vergangenen zehn Jahren profitierten Bond-Investoren vor allem von sinkenden Zinsen, wie James Turner als Head of Global Fixed Income for Europe, the Middle East, and Africa bei BlackRock anmerkte. Heute verhält sich der Markt grundlegend anders. Durch die gestiegenen Ausgangszinsen speisen sich die Erträge wesentlich stärker aus laufenden Erträgen und Kuponzahlungen.

BlackRock's Rieder on Global Bonds, AI

Rieder betonte, dass Anleger aktuell ein diversifiziertes Portfolio mit einer Rendite von über 7 Prozent zusammenstellen können. Dabei bleibt die durchschnittliche Duration unter drei Jahren, und die Bonität bewegt sich im Durchschnitt bei A-. Auch bei Payden & Rygel fallen ähnliche Ertragschancen auf. Natalie Trevithick, Managing Director und Head of Investment-Grade Corporates bei Payden & Rygel, erklärte, dass Renditen nahe der 7-Prozent-Marke bei längerlaufenden Papieren starkes Interesse bei Investoren wecken, die nach regelmäßigen Einnahmen suchen.

Finanzkraft der Cloud-Anbieter gegen Risiken in der Lieferkette

Hintergrund der massiven Kreditaufnahme ist der weltweite Boom rund um künstliche Intelligenz. Große Cloud-Anbieter stecken Schätzungen zufolge bis zu eine Billion US-Dollar jährlich in entsprechende Technologien. Bis Ende 2026 soll das weltweite Volumen an Investment-Grade-Finanzierungen mit KI-Bezug die Marke von 300 Milliarden US-Dollar überschreiten.

Trotz der gewaltigen Investitionen verteidigte Rieder die Bonität der großen Hyperscaler. Sie haben eine sehr geringe Verschuldung und verfügen über enorme Cashflows, erklärte der BlackRock-Manager. Investoren bekämen nun die Möglichkeit, Papiere von qualitativ hochwertigen Unternehmen zu erwerben, die attraktive Zinsen abwerfen.

Dennoch mahnen Vermögensverwalter zu Differenzierung. Während die großen Tech-Giganten auf sicheren Beinen stehen, zeigt die Lieferkette Risse. So gerieten Unternehmen wie CoreWeave im Bereich der Rechenzentren und sekundären Dienstleister unter Druck, was an ausweitenden Credit-Default-Spreads ablesbar ist. Auch Oracle spürt die Marktunruhe als einer der Gradmesser der Branche. Rieder warnte vor Segmenten, die weder feste Zahlungsgarantien noch Unterstützung von den finanzstarken Hyperscalern erhalten.

Marktexperten raten zu aktiver Kreditauswahl

Für die verbleibenden Wochen des Jahres gilt nach Einschätzung der Marktexperten, dass Anleger jeden Emittenten und jede Finanzierungsstruktur einzeln prüfen müssen. Trevithick betonte, dass eine aktive Kreditauswahl im gegenwärtigen Marktumfeld unerlässlich bleibt.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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