Bei gewaltsamen Krawallen im Zentrum von Barcelona sind am späten Abend des 24. Oktober 2026 rund 100 Personen festgenommen worden. Maskierte Randalierer hatten nach einer Demonstration gegen das Establishment Schaufenster geplündert, Geschäfte verwüstet und im Bereich der Plaza de Catalunya mehr als 30 Brände gelegt.
Randale rund um die Plaza de Catalunya und Dutzende Brände
Die Ausschreitungen erschütterten am Samstagabend das Herz der katalanischen Metropole. In dem bei Touristen und Wochenendbesuchern gleichermaßen beliebten Viertel zogen Randalierer durch die Straßen, setzten Street-Möbel in Brand und demolierten mindestens 14 Geschäfte. Die katalanische Innenministerin Núria Parlon bestätigte, dass die Polizei genau 100 Personen festnahm. Rund 25 Prozent dieser Festgenommenen waren Minderjährige.
In den sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die das Ausmaß der Gewalt dokumentierten. Auf Videos war zu sehen, wie Menschen in Geschäften wie dem bekannten Kaufhaus El Corte Inglés eingeschlossen wurden, nachdem die Angestellten in Panik die Schutzrollos heruntergelassen hatten, um Plünderungen zu verhindern. Maskierte Demonstranten in schwarzer Kleidung traten Fensterscheiben ein und entwendeten Waren – teilweise angefeuert von Zuschauern im Livestream.
Soziale Medien als Mobilisierungsplattform für die Bewegung gegen das System
Hintergrund der Krawalle waren Aufrufe in Online-Netzwerken zu einer Protestwelle unter dem Motto gegen das Establishment. Die Initiatoren nutzten dabei den Slogan Institut Indignats
, eine direkte sprachliche Übertragung der französischen Bewegung Lyceés Indignés
, die in den Wochen zuvor französische Schüler zu Protesten mobilisiert hatte. Beide Ausdrücke lassen sich im Englischen als Indignant High School Student
übersetzen.
Während in Spanien vor allem ein diffuser Unmut gegen das politische und gesellschaftliche System artikuliert wurde, gingen Demonstrationen in Frankreich zeitgleich mit Forderungen nach höheren Bildungsausgaben und Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten auf die Straße. Im Nachbarland schätzte das Innenministerium den landesweiten Zulauf auf 410.000 Menschen, während die Gewerkschaft CGT die Zahlen auf fast 800.000 bezifferte. Dort kam es unter anderem in Paris, Marseille und Lyon ebenfalls zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei, Tränengas und Wasserwerfereinsätzen.
Reaktionen der Politik und Konsequenzen für Minderjährige
Die politischen Verantwortlichen in Barcelona reagierten scharf auf die Krawalle. Der Bürgermeister der Stadt, Jaume Collboni, machte deutlich, dass die Täter keine Nachsicht zu erwarten haben. Die Behörden kündigten zudem an, dass auch das Umfeld der festgenommenen Jugendlichen in den Fokus gerät.
Jaume Collboni betonte: „Das wird nicht ungestraft bleiben.
Collboni betonte, dass die Ausschreitungen in der Stadt nicht folgenlos bleiben werden. Neben den unmittelbaren juristischen Schritten gegen volljährige Randalierer wies die Stadtverwaltung darauf hin, dass auch rechtliche Konsequenzen für die Erziehungsberechtigten der beteiligten Minderjährigen geprüft werden.
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