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Unternehmen

Bank of America verzeichnet Gewinnrückgang durch hohe regulatorische Strafe

Die Bank of America hat im dritten Quartal einen Gewinnrückgang von 17 Prozent auf 6,93 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Grund für den Dämpfer war eine regulatorische Bußgeldzahlung des US-Finanzministeriums in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar, die das Ergebnis im Vorfeld der Veröffentlichung am 14. Oktober 2026 belastete.

Regulatorische Strafe drückt den Quartalsgewinn

Die Bank of America (NYSE:BAC) hat am 14. Oktober 2026 ihre Bilanz für das dritte Quartal vorgelegt. Die zweitgrößte US-Bank nach Bilanzsumme musste dabei einen Gewinnrückgang auf 6,93 Milliarden US-Dollar oder 91 Cent je Aktie hinnehmen, verglichen mit 8,3 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 1,04 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Auslöser für den Ergebniseinbruch war eine Strafe in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar vom U.S. Treasury Department. Der Betrag resultiert aus behördlichen Maßnahmen des Office of the Comptroller of the Currency und des Financial Crime Enforcement Network wegen Mängeln bei der Einhaltung von Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung und bei Wirtschaftssanktionen.

Ohne Berücksichtigung dieses Einmalefsekts hätte der Gewinn je Aktie bei 1,08 US-Dollar gelegen, wie Daten des Portals Investing.com zeigen. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit einem etwas höheren Wert gerechnet. Die Aktie gab daraufhin im vorbörslichen Handel nach.

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Der von Brian Moynihan geführte Konzern berichtete im Vorfeld über die Erwartungen des Managements, wobei im September Co-Jim DeMare in London internationale Ziele wie eine Steigerung der Erträge um 4 Milliarden US-Dollar bekräftigte. Marktbeobachter verwiesen zudem auf das Umfeld nach der Verengung des Zinspfads der US-Notenbank Federal Reserve im September, durch die sich der Zinspfad verengte. Analysten von Firmen wie der Erste Group Bank hatten ihre Schätzungen für das Gesamtjahr zuvor angepasst, während das Institut selbst im Jahresverlauf unter anderem durch den Zukauf von Vermögenswerten und die Steuerung der Kapitalquoten im Rahmen der jährlichen Stresstests der Aufsichtsbehörden agierte. Die im Vorfeld von Plattformen wie TIKR Research oder MarketBeat gemeldeten Analystenschätzungen sahen den Konsensertrag je Aktie bei etwa 1,11 US-Dollar. Die Erwartungen lagen damit über dem letztlich ausgewiesenen bereinigten Wert, aber unter dem Rekordergebnis des zweiten Quartals 2026, in dem der Gewinn je Aktie bei 1,21 US-Dollar gelegen hatte. Das Institut blickt auf eine lange Historie von Quartalsergebnissen zurück, wobei in den vier vorangegangenen Quartalen die Konsensschätzungen jeweils übertroffen worden waren.

Erlöse steigen dank solider Kreditvergabe

Trotz der regulatorischen Belastung zeigte sich das operative Kerngeschäft stabil. Die Erträge beliefen sich auf Basis von voll zu versteuernden Äquivalenten (FTE) auf 30,12 Milliarden US-Dollar, während der Nettoumsatz bei rund 30 Milliarden US-Dollar lag und damit den Erwartungen entsprach. Vorstands- und Vorstandschef Brian Moynihan verwies in einer ersten Stellungnahme auf das organische Wachstum in sämtlichen kommerziellen Kreditsegmenten.

Bank of America verzeichnet Gewinnrückgang durch hohe regulatorische Strafe
Foto: Yahoo Finance

Brian Moynihan sagte, dass das Team ein organisches Wachstum erzielt, Kundenbeziehungen vertieft und neue aufgebaut habe.

Der Nettozinsertrag (NII) kletterte im Jahresvergleich um 8 Prozent auf 16,4 Milliarden US-Dollar. Gestützt wurde diese Entwicklung durch höhere Kredit- und Einlagenvolumina sowie die Neubewertung festverzinslicher Anlagen. Das durchschnittliche Kreditvolumen stieg um 6 Prozent auf 1,23 Billionen US-Dollar, womit das Institut das zehnte Quartal in Folge ein sequenzielles Wachstum in diesem Bereich verzeichnete. Die Kundeneinlagen wuchsen um 2 Prozent auf 2,02 Billionen US-Dollar.

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Die Ertragsentwicklung profitierte im Gesamtkontext von einer soliden Kundennachfrage, wobei das Management um Finanzvorstand Alastair Borthwick bereits im Verlauf des Jahres signalisiert hatte, dass die Gesamtjahresprognosen für den Nettozinsertrag im oberen Bereich der ausgegebenen Spanne von 6 bis 8 Prozent Wachstum erwartet werden. Die Kundeneinlagen, die von niedrigen und stabilen Zinskosten getragen wurden, und die Kreditnachfrage im Commercial-Banking-Bereich federten dabei den Margendruck ab, der sich aus den veränderten volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Verteilung zwischen zinsunabhängigen Erträgen und Zinserträgen ergab. Das Institut betont regelmäßig den Wert seiner breiten Diversifikation über die Segmente Consumer Banking, Global Banking, Global Markets und Global Wealth and Investment Management.

Investmentbanking spürt Marktabschwächung

Wie von Unternehmensspitze und Beobachtern bereits im September angekündigt, blieben die Erträge aus dem Handels- und Investmentbanking hinter dem starken zweiten Quartal zurück. Moynihan hatte Mitte September erklärt, dass die Gebühren im Investmentbanking branchenweit um rund 10 Prozent rückläufig seien und sich die Bank in einigen aktivitätsstarken Bereichen etwas schwächer positioniert sehe. Auch die jüngsten Quartalszahlen bestätigten diesen Trend nachlassender Dynamik in den Kapitalmärkten im Vergleich zum Jahresauftakt, während das traditionelle Kundengeschäft und die Vermögensverwaltung, darunter die Sparte Global Wealth and Investment Management mit einem Nettogewinn von 1,5 Milliarden US-Dollar, stabil blieben.

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Die Global-Markets-Sparte zeigte sich durch geringere Volatilität und verhaltenere Handelsaktivitäten im Vergleich zum außergewöhnlich starken zweiten Quartal gedämpft, was sich in den Beratungs- und Emissionsergebnissen widerspiegelte. Dennoch hob das Management hervor, dass die breite Aufstellung über die verschiedenen Säulen hinweg als Puffer diente. Auch im Bereich des globalen Commercial Bankings wurde eine stabile Entwicklung verzeichnet, wenngleich das Rekordniveau der Vormonate im Bereich der Kapitalmarktabschlüsse nicht ganz erreicht werden konnte.

Rückflüsse an Aktionäre und Kreditvorsorge

Die Risikovorsorge für Kreditausfälle blieb im Quartal mit 1,3 Milliarden US-Dollar weitgehend unverändert. Die Nettoabschreibungen sanken leicht auf 1,3 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,4 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Von den Gesamtergebnissen profitierten vor allem die Aktionäre: Das Geldhaus schüttete im Berichtszeitraum 8,3 Milliarden US-Dollar aus, aufgeteilt in 2,2 Milliarden US-Dollar an Dividenden und 6,0 Milliarden US-Dollar für Aktienrückkäufe.

Bank of America verzeichnet Gewinnrückgang durch hohe regulatorische Strafe
Foto: Beinsure

Die Kreditqualität blieb nach Angaben der Bank im Wesentlichen intakt, wenngleich Beobachter die Entwicklung bei bonitätsschwächeren Kreditkartenkunden und Verbraucherdarlehen im Umfeld höherer Lebenshaltungskosten aufmerksam verfolgen. Die Rückstellungen für Kreditausfälle spiegeln die vorsichtige Einschätzung des Managements hinsichtlich des Konjunkturverlaufs wider. Mit den getätigten Ausschüttungen an die Aktionäre bekräftigte das Institut seine im Rahmen der regulatorischen Vorgaben und der Ergebnisse des jährlichen Stresstests festgelegte Kapitalrückgabestrategie, die von Investoren angesichts der robusten Kapitalquoten positiv bewertet wurde.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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