Schüler des Gymnasiums Favoriten haben in Zusammenarbeit mit der Klinik Favoriten den Wartebereich der Radioonkologie künstlerisch gestaltet. Das Projekt „Art against Cancer“ zielt darauf ab, die sterile Atmosphäre der Klinik zu mildern und die psychische Belastung von Krebspatienten während der Wartezeiten durch visuelle Kunst zu reduzieren, wie der Wiener Gesundheitsverbund mitteilte.
Neugestaltung des Wartebereichs in der Radioonkologie
Die Patienten der Radioonkologie in der Klinik Favoriten begegnen nun großformatigen Kunstwerken, die von Schülerinnen und Schülern des benachbarten Gymnasiums Favoriten entworfen wurden. Im Rahmen der Initiative „Art against Cancer“ übernahmen die Jugendlichen die Gestaltung des Wartebereichs, um die klinische Umgebung visuell aufzubrechen.
Die Radioonkologie befasst sich mit der Behandlung von Krebserkrankungen mittels ionisierender Strahlung. Ein besonderes Merkmal dieser Therapieform ist die hohe Frequenz der Besuche: Viele Patienten müssen über mehrere Wochen hinweg fast täglich die Klinik aufsuchen, um die präzise dosierten Bestrahlungsfraktionen zu erhalten. Diese wiederkehrende Routine macht den Wartebereich zu einem zentralen Ort des Klinikaufenthalts, an dem Patienten oft eine erhebliche Zeit verbringen.
Nach Angaben des Wiener Gesundheitsverbundes (WGV) standen die Jugendlichen in direktem Austausch mit den Anforderungen des Klinikbetriebs. Die Kunstwerke wurden so platziert, dass sie den Patienten eine Ablenkung von der medizinischen Situation bieten, ohne den funktionalen Ablauf der Abteilung zu stören. Die Gestaltung umfasst farbintensive Elemente, die bewusst einen Kontrast zu den typischen weißen und grauen Tönen medizinischer Einrichtungen setzen.
Psychologische Wirkung von Kunst im Klinikalltag
Die Initiative basiert auf dem Konzept der „Healing Architecture“, bei der die physische Umgebung gezielt genutzt wird, um den Genesungsprozess zu unterstützen. Dieser Ansatz, oft auch als Evidence-Based Design bezeichnet, geht davon aus, dass Faktoren wie Licht, Farbe, Akustik und visuelle Reize einen messbaren Einfluss auf den psychischen und physischen Zustand von Patienten haben.
In der Radioonkologie, wo Patienten oft über längere Zeiträume tägliche Behandlungen durchlaufen, ist die psychische Belastung besonders hoch. Die Erwartung der Behandlung und die Konfrontation mit der eigenen Erkrankung können zu Stressreaktionen und Angstzuständen führen. Die Klinikleitung betont, dass die visuelle Gestaltung dazu beitragen soll, das Stresslevel der Patienten zu senken.
Kunst in medizinischen Räumen kann laut klinischen Ansätzen das Empfinden von Angst reduzieren und das Wohlbefinden steigern. Visuelle Reize wirken als kognitive Distraktoren, die die Aufmerksamkeit von Schmerzen oder Sorgen weglenken. Durch die Einbindung von Kunstwerken wird der Wartebereich von einem rein funktionalen Ort zu einem Raum, der eine beruhigende oder inspirierende Wirkung entfaltet.
Partnerschaft zwischen Gymnasium Favoriten und Klinik
Das Projekt „Art against Cancer“ ist als Kooperation zwischen der Bildungseinrichtung und dem Gesundheitswesen konzipiert. Für die Schüler des Gymnasiums Favoriten bedeutete die Teilnahme eine Auseinandersetzung mit der Realität schwerer Erkrankungen und der Rolle der Empathie in der Kunst.

Die Zusammenarbeit erforderte eine Abstimmung zwischen den künstlerischen Visionen der Jugendlichen und den hygienischen sowie baulichen Vorgaben der Klinik. In onkologischen Abteilungen ist die Infektionsprävention von kritischer Bedeutung, da viele Patienten aufgrund ihrer Grunderkrankung oder der Nebenwirkungen der Therapie (wie Chemotherapien) ein geschwächtes Immunsystem aufweisen. Die verwendeten Materialien mussten daher den strengen Reinigungsstandards des WGV entsprechen. Dies bedeutet in der Praxis den Einsatz von Oberflächen, die desinfektionsmittelbeständig sind und keine porösen Strukturen aufweisen, in denen sich Keime ansiedeln könnten.
Der Wiener Gesundheitsverbund (WGV) steuert als Dachorganisation die öffentlichen Krankenhäuser der Stadt Wien. Die Integration solcher Projekte in die Klinik Favoriten zeigt die Strategie, medizinische Exzellenz mit einer menschenzentrierten Umgebung zu verbinden.

Die Klinik Favoriten sieht in diesem Ansatz eine Möglichkeit, die Schwelle zwischen der Institution Krankenhaus und der lokalen Gemeinschaft zu senken. Indem lokale Jugendliche aktiv an der Gestaltung des Klinikraums beteiligt werden, wird die Klinik stärker in das soziale Gefüge des Bezirks Favoriten integriert. Dies fördert das Verständnis für das Gesundheitswesen und sensibilisiert die junge Generation für den Umgang mit chronisch Kranken.
Für Patienten in der Radioonkologie bedeutet die Veränderung eine Aufwertung der täglichen Routine. Die Kunstwerke dienen als Ankerpunkte für Gespräche und können die Zeit bis zum Aufruf zur Behandlung subjektiv verkürzen. Die visuelle Aufwertung des Raumes signalisiert den Patienten zudem, dass ihre emotionale Verfassung im Behandlungsprozess eine Rolle spielt.
Bitte konsultieren Sie Ihren behandelnden Arzt oder Gesundheitsdienstleister für medizinische Fragen zur Onkologie oder Strahlentherapie.
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