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Technik und Wissenschaft

Apple erzielt Rekordumsatz trotz wachsendem Margendruck

Apple hat ein Rekordgeschäftsjahr mit einem Umsatz von 478,8 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 30,7 Milliarden Dollar verbucht, sieht sich jedoch mit wachsendem Margendruck durch teure Speicherchips und einer schleppenden Einführung von Siri AI konfrontiert.

Im vierten Quartal unter der Führung des neuen Vorstandsvorsitzenden John Ternus legte der Elektronikkonzern seine Bücher offen und präsentierte gemischte Zahlen. Zwischen Juli und September verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 114,5 Milliarden Dollar sowie einen Nettogewinn von 30,7 Milliarden Dollar, was jeweils einem Zuwachs von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Die jetzt vorgelegten Zahlen sind für das Schlussquartal des Geschäftsjahres 2025/2026, das am 26. September zu Ende ging. Insgesamt meldete Apple ein Umsatzwachstum um 12 Prozent auf 114,5 Milliarden Dollar, während Analysten im Schnitt mit 113,4 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres standen für das Unternehmen letztlich 478,8 Milliarden Dollar an Erlösen zu Buche, was einem Rekordplus von 15 Prozent gegenüber der Vorperiode entspricht.

Entgegen den vorherigen Annahmen von Marktbeobachtern, die aufgrund diverser Gerichtsurteile und daraus resultierender geringerer App-Store-Provisionen mit einem Rückgang im Servicebereich gerechnet hatten, erwies sich dieser Teil der Bilanz als überraschend stabil. Die Dienstleistungen sind neben dem iPhone die wichtigste Säule von Apples Geschäft. Gestützt auf eine hohe Nachfrage nach der Generation iPhone 17 gelang es dem Konzern zudem, eine vorherige Schwächephase erfolgreich hinter sich zu lassen. Die ersten Varianten des iPhone 18 kamen rund eine Woche vor Ende des Geschäftsquartals auf den Markt.

John Ternus und der Start des iPhone Duo

Der neue Unternehmenschef John Ternus trat am Montag erstmals seit seinem Antritt vor zwei Monaten vor die Investoren, um sich deren Fragen zu stellen. Zum Auftakt der Bilanzvorlage nach Börsenschluss präsentierte sich der neue Vorstandsvorsitzende John Ternus mit einer durchwachsenen Premiere: Zwar übertraf der Elektronikkonzern die Gesamtprognosen geringfügig, gleichzeitig verlangsamte sich jedoch das Umsatzwachstum. Für das kommende Quartal sagte er sogar ein noch niedrigeres Wachstum voraus.

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Foto: FAZ

John Ternus stellte in Los Angeles Ende Oktober neue Apple-Produkte vor, darunter das faltbare iPhone Duo. Seit etwas mehr als einer Woche verkauft Apple außerdem das iPhone Duo, sein erstes faltbares iPhone. Das Gerät stand damit für fast genau die Hälfte des Konzernumsatzes. Zur Produktpalette, die neben dem faltbaren „iPhone Duo, dem OLED-MacBook Pro mit Touch-Funktion, dem iMac und dem MacBook Pro mit M6-Chip sowie umfangreichen Upgrades für das Creator Studio – allesamt mit Schwerpunkt auf geräteinterner KI und Premium-Displays – auf den Markt kam, gehört auch neue Hardware und Software.

Einen ersten konkreten Aufschluss über die Marktresonanz des neuen faltbaren Geräts werden die Berichte zum vierten Geschäftsquartal liefern. Das Gerät kam letzten Monat auf den Markt. Apple zufolge ist die Nachfrage geradezu außergewöhnlich gewesen, sodass sich die Lieferzeiten bis ins nächste Jahr hinziehen würden. Das Flaggschiffprodukt erfährt damit die umfassendste optische Neugestaltung seit Jahren und startet bei einem Einstiegspreis von 1.999 Dollar, wobei sich die Aktionäre von dieser hohen Preisgestaltung zusätzliche Wachstumsimpulse versprechen. Laut einer Notiz von JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee blieben die Lieferfristen für das Duo-Modell auch in der achten Verkaufswoche der neuen iPhone-Reihe konstant.

Beispiellose Speicherchip-Preise und Margendruck

Der im September auf Tim Cook gefolgte CEO John Ternus stufete die Teuerung bei Speichermodulen als „beispiellos “ ein. Er nannte die gegenwärtige Knappheit von Speicherchips „beispiellos“ und sagte, Apple rechne im kommenden Quartal mit weiter steigenden Preisen für die Komponenten. Apple hatte zuvor erklärt, dass der Rückgang von den bereinigten 48,1 % des Vorquartals auf den Mittelwert der Prognose für dieses Quartal von etwa 46,5 % mehr als vollständig durch steigende Speicherkosten erklärt werden kann. Apple stellte eine Bruttomarge von 45 % bis 46 % in Aussicht und blieb damit hinter den Markterwartungen von 46,9 % zurück. Dies impliziert, dass die Kern-Bruttomarge bei 45 % bis 46 % liegen könnte. Eine Bruttomarge von über 46 Prozent wäre ein Signal, dass Apple seine Preisgestaltungskraft behält – trotz Wettbewerb durch Samsung und chinesischen Konkurrenten wie Huawei.””

Ein Grund für den Gewinnsprung: Die Rückerstattung von Zöllen. Sie steuerten fünf Cent des Gewinnsprungs bei, Bestwerte blieben es nach Konzernangaben jedoch auch ohne diesen Effekt.

Apple ceo john ternus
Foto: Handelsblatt

Wachstumstreiber Mac und gedämpfte China-Erlöse

Im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal trug vor allem das klassische Hardware-Geschäft zum Erfolg bei. Die iPhone-Erlöse stiegen um 17 Prozent auf 57,58 Milliarden Dollar. Noch dynamischer entwickelte sich der Mac-Bereich mit einem Umsatzsprung von 24 Prozent auf 10,79 Milliarden Dollar. Das margenstarke Service-Geschäft wuchs moderat um knapp zehn Prozent auf 31,57 Milliarden Dollar. China bleibt das Pulverfass in Apples Zahlenwerk. Während in Amerika der Umsatz um 10 Prozent auf 48,68 Milliarden Dollar stieg und in Europa die Einnahmen um 12 Prozent auf 32,01 Milliarden Dollar kletterten, wuchs der Umsatz in der Region Greater China um 21 Prozent auf 17,54 Milliarden Dollar, womit die Markterwartung von 18,75 Milliarden Dollar jedoch nicht erfüllt werden konnte.

Gleichzeitig schrumpften die Erlöse im Bereich der restlichen Hardware-Produkte wie Apple Watch, Airpods und der Vision Pro-Datenbrille um acht Prozent auf insgesamt 8,3 Milliarden Dollar.

Siri AI und die Erwartungen an die KI-Strategie

Neben den Hardware-Zweigen blicken Analysten vor allem auf die Software-Entwicklung. Der smarte Assistent Siri wird seit mehr als zweieinhalb Jahren erwartet. Bisher rollt das Unternehmen die Funktion jedoch nur zögerlich aus.

Apple erzielt Rekordumsatz trotz wachsendem Margendruck
Foto: TradingKey

«Siri steht nur in ausgewählten Weltregionen und wenigen Sprachen in einer Beta-Version zur Verfügung.»

Ob John Ternus und das Entwicklerteam den hohen Erwartungen an die geräteinterne künstliche Intelligenz gerecht werden können, bleibt in den kommenden Quartalen der entscheidende Prüfstein für die Marktbewertung des Konzerns. Das ist unser zentrales Alleinstellungsmerkmal, das wir weiterhin vorantreiben werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Ternus wie auch Siri bei diesem Versprechen tatsächlich liefern können.

Mit einem Kursplus von etwa 25 Prozent seit Jahresbeginn konnte sich Apple im Vergleich zu den meisten anderen großen US-Technologiekonzernen überdurchschnittlich gut behaupten. Apple hat vor wenigen Tagen wieder den Chipanbieter Nvidia als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst. Seine Marktkapitalisierung liegt derzeit bei knapp fünf Billionen Dollar.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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