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Gesundheit

Amsterdam UMC: Senolytika können Leberfibrose verbessern

Nach 21 Wochen sank die Lebervernarbung bei 47 Prozent der behandelten Personen um mindestens eine Stufe. Eine klinische Studie des Amsterdam UMC zeigt erstmals am Biopsiematerial des erkrankten Organs, dass die Kombination aus Dasatinib und Quercetin die Leberfibrose bei Patienten mit MASH verbessern kann.

Statt lediglich Fettstoffwechsel oder Entzündungsprozesse zu regulieren, zielte die Therapie auf sogenannte seneszente Zellen ab.

Die Behandlung verursachte deutlich häufiger Nebenwirkungen und belastete viele Teilnehmer, da unerwünschte Ereignisse unter der Intervention vermehrt auftraten. Bei chronischer Leberschädigung können solche Zellen aktiviert werden und größere Mengen Kollagen produzieren. Die Teilnehmer erhielten in dieser Zeit intermittierend orales Dasatinib plus Quercetin.

Studie untersucht Wirkstoffmix

An der doppelblinden, placebokontrollierten Proof-of-Principle-Studie nahmen insgesamt 31 erwachsene Personen teil, bei denen eine durch Biopsie gesicherte MASH und Leberfibrose in den Stadien F2 bis F3 vorlag. Die rekrutierten Patienten wurden von Gastroenterologie-Kliniken in den Niederlanden an das Amsterdam UMC überwiesen. Der erste Studienteilnehmer wurde am 18. Juli 2023 eingeschrieben, während der letzte Einschluss am 14. Oktober 2025 erfolgte. Angesichts der invasiven Natur einer Leberbiopsie wurden die Kriterien für die Patientenauswahl sorgfältig in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Nederlandse Leverpatiënten Vereniging definiert, um die Einschlusskriterien für die korrekte Zielpopulation zu erfüllen.

Amsterdam UMC: Senolytika können Leberfibrose verbessern
Foto: Smartup News

Die Behandlungsarm-Patienten erhielten eine Kombination aus dem Tyrosinkinase-Hemmer Dasatinib in einer Dosierung von 100 mg pro Tag und dem Pflanzenflavonoid Quercetin mit 1.000 mg pro Tag. Dieses Regime wurde an drei aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche über drei Wochen verabreicht, gefolgt von einer vierwöchigen arzneimittelfreien Pause. Die Kontrollgruppe erhielt optisch identische Placebotabletten.

Biopsien zeigen Gewebeveränderungen

Der Haupterfolg der Untersuchung wurde anhand paarter Leberbiopsien gemessen, die vor Beginn und zum Abschluss der Behandlung entnommen und von drei unabhängigen Pathologen verblindet ausgewertet wurden. Bei acht von 17 behandelten Patienten ging die Leberfibrose um mindestens eine Stufe zurück, ohne dass sich die entzündliche Fettleber verschlechterte. Dies entspricht einer Ansprechrate von 47 Prozent. In der Placebogruppe gelang dies lediglich einem von 14 Teilnehmern, was sieben Prozent ausmacht. Zudem erfüllten nach Ablauf der 21 Wochen 53 Prozent der Verum-Gruppe die histologischen Kriterien für eine MASH nicht mehr, verglichen mit sieben Prozent unter Placebo.

Die Auswertung der Gewebeproben durch Einzelkern-Sequenzierung bestätigte den Rückgang von Senzenz- und Kollagengenen. Gleichzeitig verringerte sich die Aktivität von Markern wie COL1A1, COL1A2 und dem Botenstoff TGFB1, der die Narbenbildung vorantreibt. Der Anteil aktivierter hepatischer Sternzellen, die als Hauptquelle für Kollagenablagerungen gelten, sank im behandelten Gewebe, während der relative Anteil normaler Hepatozyten anstieg.

Daten erfordern methodische Einordnung

Der therapeutische Nutzen ging mit einer höheren Belastung durch unerwünschte Ereignisse einher. In der Verum-Gruppe meldeten 82 Prozent der Patienten mindestens eine Nebenwirkung, verglichen mit 43 Prozent in der Kontrollgruppe.

Fachleute weisen darauf hin, dass die Daten auf einer kleinen Patientenzahl beruhen und als Hypothese einzuordnen sind; die Autoren beschreiben das Ergebnis als eine zu bestätigende Hypothese, wobei das relative Risiko für eine Verbesserung der Fibrose bei 6,59 lag, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,93 bis 46,53, was formell die Möglichkeit eines Ausbleibens jeglichen Effekts einräumt. Mehrere Sensitivitätsanalysen veränderten die Richtung des Effekts dabei nicht. Zur Einordnung dieser klinischen Daten sowie bei weitergehenden Fragen zu Lebererkrankungen sollten Betroffene stets qualifizierte medizinische Fachleute oder behandelnde Spezialisten konsultieren.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.