Ein Arzt von Ärzte ohne Grenzen hat sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Bundibugyo-Virus infiziert. Am 1. Oktober 2026 bestätigte die Hilfsorganisation die Erkrankung und leitete eine medizinische Evakuierung per Spezialflug in die Niederlande ein, wo der Patient in einer spezialisierten Isolationsstation behandelt wird.
Medizinische Evakuierung nach Leiden
Der betroffene Arzt arbeitete aktiv im Rahmen des Ebola-Einsatzes in der Demokratischen Republik Kongo, als der positive Befund auf das Bundibugyo-Virus festgestellt wurde. Médecins Sans Frontières reagierte umgehend und koordinierte den Rücktransport eng mit den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort sowie in den Niederlanden. Das gab die Organisation am Donnerstag bekannt.
„Diese Person wird unter strengem medizinischem Protokoll und in enger Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsbehörden in der Demokratischen Republik Kongo und in den Niederlanden, wo der Patient von einem spezialisierten Krankenhaus empfangen wird, sicher evakuiert“ MSF, offizielle Erklärung”
Der Flug bringt den Patienten direkt in die Niederlande. Das niederländische Gesundheitsministerium präzisierte in einem Schreiben an das Parlament, dass die Aufnahme in einer spezialisierten Isolationseinheit des Universitätskrankomplexes im Universitätskrankenhaus LUMC in Leiden erfolgt. Die Stadt liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Amsterdam. Das Krankenhaus hält dort eine gesicherte Abteilung für gefährliche Infektionskrankheiten vor, die mit doppelttürigen Schleusen und speziellen Intensivpflegeeinheiten ausgestattet ist.
Laut einer offiziellen Mitteilung des LUMC werden „alle Vorkehrungen getroffen, um eine Übertragung zu verhindern“.”
Um die Privatsphäre zu wahren und die medizinische Vertraulichkeit zu gewähren, machten die beteiligten Stellen keine weiteren Angaben zur genauen Identität oder dem Geschlecht der betroffenen Person.
Das Ausmaß der Epidemie im Kongo
Die Infektion des Helfers fällt in eine Zeit, in der die Ebola-Epidemie im Kongo traurige Rekorde bricht. Die Zahlen des öffentlichen Gesundheitsinstituts zeigen, dass sich das Virus durch die Bundibugyo-Spezies rasant verbreitet hat. Regierungsdaten belegen, dass die Zahl der bestätigten Fälle erstmals die Marke von 8.000 überschritten hat und bei 8.067 liegt, während die Zahl der Todesopfer 3.901 erreicht hat. Seit Mai wurden zudem mehr als 8.000 bestätigte Fälle und 4.000 Todesfälle gemeldet, wobei die tatsächliche Zahl aufgrund von Lücken bei der Überwachung und Fallerkennung wahrscheinlich noch höher ist.

Damit hat dieser Ausbruch die Krise der Jahre 2018 bis 2020 abgelöst und ist der schwerste in der Geschichte des Landes. Lediglich die Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014 bis 2016 forderte mit über 28.600 Infektionen und mehr als 11.000 Toten in Guinea, Liberia und Sierra Leone noch mehr Opfer. Hilfsorganisationen sind in den besonders betroffenen Provinzen Ituri, North Kivu, Tshopo und Haut-Uélé im Dauereinsatz.
Risiken für humanitäre Helfer im Einsatz
Die Organisation betont, dass das Risiko einer Ansteckung trotz umfassender Sicherheitsvorkehrungen und professioneller Schutzausrüstung niemals vollständig ausgeschlossen werden kann. Helfer arbeiten in einem durch Konflikte zerrütteten Umfeld, in dem Hunderttausende Menschen vertrieben wurden und die Überwachung der Infektionsketten durch massive Hürden erschwert wird.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Lage weiterhin als internationalen Notfall ein. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Schweiß oder Erbrochenem. Die Sterblichkeitsrate bei unbehandelten Infektionen liegt nach Angaben der WHO bei etwa 50 Prozent.
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