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Technik und Wissenschaft

A Google employee allegedly used inside information to win $1.2 million on Polymarket

Bundesstaatsanwälte in New York haben am Mittwoch gegen den Google-Ingenieur Michele Spagnuolo Anklage wegen Betrugs und Geldwäsche erhoben. Der 36-Jährige soll vertrauliche interne Daten genutzt haben, um auf der Vorhersageplattform Polymarket 1,2 Millionen US-Dollar zu gewinnen, indem er auf die Ergebnisse der Liste „Year in Search 2025“ wettete.

Die Strategie von AlphaRaccoon: Wetten gegen die Wahrscheinlichkeit

Unter dem Pseudonym „AlphaRaccoon“ platzierte Michele Spagnuolo eine Serie von Wetten, die im Dezember bereits die Aufmerksamkeit von sozialen Medien und Fachmedien erregt hatten. Laut einer Berichterstattung von ABC News nutzte Spagnuolo seine Position als Information Security Engineer bei Google, um Zugriff auf Daten zu erhalten, die das Suchverhalten der Nutzer trackten. Die Präzision seiner Vorhersagen war auffällig. In einem Fall wettete er erfolgreich darauf, dass der Sänger d4vd die meistgesuchte Person des Jahres 2025 werden würde. Zum Zeitpunkt der Wette stufte Polymarket die Wahrscheinlichkeit für dieses Ergebnis als extrem gering ein. Bundesstaatsanwaltschaft, via ABC News Spagnuolo setzte zudem darauf, dass weder Papst Leo XIV. noch Kendrick Lamar in den „Year in Search 2025“-Listen erscheinen würden. Diese Listen sind für Außenstehende schwer vorherzusagen, da Google sie nicht einfach nach der Gesamtzahl der Suchanfragen erstellt. Wie The Verge berichtet, basiert das Ranking auf dem stärksten Anstieg des Suchverkehrs zwischen dem 1. Januar und dem 25. November 2025, um spezifische Trends des Jahres zu identifizieren.

Anklagepunkte und die Festnahme in New York

Die US-Behörden werfen dem italienischen Staatsbürger, der in der Schweiz lebt, vor, systematisch Interna missbraucht zu haben. Die Anklage umfasst die Punkte Warenbetrug (Commodities Fraud), Drahtbetrug (Wire Fraud) und Geldwäsche. Laut der in New York unversiegelten Strafanzeige versuchte Spagnuolo nach seinen Gewinnen aktiv, die Herkunft und das Eigentum der illegalen Erlöse zu verschleiern. Nach seiner Festnahme am Mittwochmorgen trat Spagnuolo vor einen Bundesrichter. Er legte noch kein Plädoyer ab, wurde jedoch gegen eine Kaution von 2,25 Millionen US-Dollar auf freiem Fuß gesetzt. Diese Summe ist durch 1 Million US-Dollar in bar besichert, wovon 50.000 US-Dollar unmittelbar hinterlegt werden mussten. Bundesstaatsanwaltschaft, via ABC News

Interner Zugriff und Googles Reaktion

Die Ermittlungen werfen Fragen über die internen Zugriffsberechtigungen bei Google auf. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass Spagnuolo Marketingmaterialien über ein Tool abrief, das grundsätzlich allen Mitarbeitern zur Verfügung steht. Dennoch wertet Google die Nutzung dieser Informationen für private Wetten als schweren Verstoß gegen die Unternehmensrichtlinien.

„Wir arbeiten mit den Strafverfolgungsbehörden bei ihren Ermittlungen zusammen. Der Mitarbeiter hat mithilfe eines für alle Mitarbeiter verfügbaren Tools auf unser Marketingmaterial zugegriffen, aber die Nutzung solcher vertraulichen Informationen für Wetten ist ein schwerer Verstoß gegen unsere Richtlinien. Wir haben den Mitarbeiter beurlaubt und werden die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.“

Anklagepunkte und die Festnahme in New York
cluster (priority): aljazeera.com
Former Google Employee Arrested, Accused Of Stealing Secrets
Google-Sprecher, via The Verge Die finanzielle Dimension des Falls ist beträchtlich. Während der Profit aus den Google-Wetten bei 1,2 Millionen US-Dollar lag, belief sich die Gesamtsumme der von Spagnuolo platzierten Wetten laut Al Jazeera auf etwa 2,75 Millionen US-Dollar.

Ein Muster von Insider-Wetten auf Polymarket

Ein Muster von Insider-Wetten auf Polymarket
cluster (priority): abcnews.com
Der Fall Spagnuolo ist kein Einzelfall, sondern Teil einer Serie von Insider-Handeln auf Vorhersagemärkten. Erst im letzten Monat wurde der US-Soldat Gannon Ken Van Dyke angeklagt, der Informationen über eine Operation gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro nutzte, um Wetten im Wert von 400.000 US-Dollar zu platzieren. Polymarket positioniert sich in diesem Zusammenhang als proaktiver Akteur. Das Unternehmen gab an, dass seine „Infrastruktur zur Marktintegrität“ die Aktivitäten von Spagnuolo markiert habe. Ein Sprecher betonte, dass Polymarket die einzige Vorhersageplattform sei, deren Kooperation bisher zu Insiderhandels-Anklagen in den USA geführt habe. York Jay Clayton, US-Staatsanwalt für den Southern District of New York, via Al Jazeera Die rechtliche Aufarbeitung dieses Falls markiert einen Wendepunkt für die Regulierung von Vorhersagemärkten. Während diese Plattformen oft als demokratische Instrumente zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten vermarktet werden, zeigen die Fälle von Spagnuolo und Van Dyke, dass sie für Personen mit privilegiertem Informationszugang zu hochprofitablen Werkzeugen für Betrug werden können. Die US-Justiz signalisiert damit deutlich, dass die Grenze zwischen „gutem Informationsmanagement“ und strafbarem Insiderhandel auch in der digitalen Welt der Krypto-Wetten strikt gezogen wird.
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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