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Bill Lee setzt alle Hinrichtungen nach gescheitertem Vollzug bei Christa Pike aus

Tennessee-Gouverneur Bill Lee hat nach einer gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike im Riverbend Maximum Security Institution in Nashville sämtliche für dieses Jahr anstehenden Hinrichtungen im US-Bundesstaat ausgesetzt.

Chronologie des gescheiteten Vollzugs in Nashville

Die Ereignisse im Riverbend Maximum Security Institution nahmen am Mittwochabend einen unvorhergesehenen Verlauf, als der Vollzug nach einer Reihe kurzfristiger juristischer Interventionen eingeleitet wurde.

Im Hinrichtungsraum verfolgten ausgewählte Medienvertreter die Abläufe, die sich rasch vom üblichen Protokoll entfernten. Zeugen berichteten von einer ungewöhnlichen Szenerie, bei der die Verurteilte nach der Verabreichung von zwei Spritzen Pentobarbital keineswegs das Bewusstsein verlor oder verstarb. Stattdessen war Pike weiterhin zu hören, während sie atmete, stöhnte und laut schnarchte, wie die Berichterstattung aus dem Raum schilderte.

Christa Pike sagte laut The Tab: „Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich platzen. Eine Stelle pocht wirklich stark.

LIVE: Tennessee Governor Speaks After Christa Pike Survives Lethal Injection | AC1N

Während des Ablaufs wurden mehrfach die Vorhänge vor den Beobachtungsfenstern zugezogen und wieder geöffnet. Laut Aufzeichnungen von Zeugen öffneten sich die Vorhänge erstmals um 19:26 Uhr Central Time, ehe sie um 19:46 Uhr geschlossen wurden. Nach dem abgebrochenen Vollzug rückten Rettungsfahrzeuge an, und Pike wurde per Rettungswagen in eine externe medizinische Einrichtung gebracht.

Reaktionen von Gouverneur Bill Lee und Forderungen nach Aufklärung

Die Reaktion der politischen Führung folgte am Donnerstagmorgen. Der republikanische Gouverneur Bill Lee bezeichnete den Vorfall als Tragödie und kündigte an, alle für den Rest des Jahres geplanten Hinrichtungen im Bundesstaat zu pausieren, wie Reuters meldete.

Bill Lee setzt alle Hinrichtungen nach gescheitertem Vollzug bei Christa Pike aus
Foto: Theguardian

Bill Lee erklärte gegenüber Reuters: „Niemand hat gewollt, dass das passiert, was letzte Nacht passiert ist. Es ist eine Tragödie, und es ist zutiefst beunruhigend für mich, dass das in diesem Bundesstaat passiert ist. Die Menschen verdienen Besseres, und wir werden dafür sorgen, dass das geschieht.

Lee erklärte vor Reportern, es sei unklar, was genau schiefgegangen sei. Er habe bislang kein Update zum Gesundheitszustand der Gefangenen erhalten und ordnete eine unabhängige Untersuchung durch Dritte an, um die Vorkommnisse lückenlos aufzuklären. Bereits im Jahr 2022 hatte Lee Hinrichtungen ausgesetzt, nachdem bekannt geworden war, dass die vorgeschriebenen Tests der tödlichen Substanzen nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden waren, wie weitere Berichte bestätigten.

Vorwürfe des Verteidigungsteams und medizinische Kritik

Das Anwaltsteam der Verurteilten hatte bereits im Vorfeld auf immense Risiken hingewiesen. Noch im Vormonat argumentierten die Verteidiger, dass Pikes kleine Venen und eine Bluterkrankung namens Thrombozytose zu massiven Komplikationen führen würden, und forderten alternative Methoden wie eine zentralvenöse Katheterisierung oder den Galgen, was jedoch von den Gerichten und dem Staat abgelehnt wurde, wie The Tennessean berichtete.

Gouverneur von Tennessee stoppt alle Hinrichtungen, nachdem Christa Pike zwei tödliche Injektione…

Die Rechtsanwälte Randy Spivey und Kelly Gleason teilten laut The Guardian mit: „Wir empfinden keine Genugtuung darüber, Recht behalten zu haben, aber die von Frau Pike geäußerten Bedenken haben sich als wahr erwiesen: schwieriger Venenzugang, geplatzte Venen, abgebautes Pentobarbital, keine Notfallmedizin verfügbar, wenn die Dinge unweigerlich schiefgehen, und das alles unter einem Protokoll, das weiterhin in Geheimhaltung gehüllt ist.

Experten äußerten sich ebenfalls kritisch über den Einsatz der Substanzen.

Bill Lee setzt alle Hinrichtungen nach gescheitertem Vollzug bei Christa Pike aus
Foto: Clarin.com

Hintergrund des Falls und die damalige Tat im Jahr 1995

Christa Pike war im März 1996 zum Tode verurteilt worden, nachdem eine Jury sie wegen eines in den 1990er Jahren begangenen Verbrechens schuldig gesprochen hatte.

Die Täter folterten das Opfer über einen Zeitraum von mehr als einer halben Stunde mit Taschenmessern und Ziegelsteinen, ritzten Symbole in den Körper und töteten sie schließlich durch Schläge mit einem schweren Stück Asphalt, wie analytische Berichte des Falles darlegten. Während Pike und der damals minderjährige Shipp wegen ersten Grades Mordes verurteilt wurden, kooperierte Peterson mit den Ermittlungsbehörden, sagte gegen die Haupttäter aus und entging dadurch einer lebenslangen Haftstrafe, wie aus Justizakten hervorgeht. Shipp verbüßt bis heute eine lebenslange Haftstrafe mit Bewährungsmöglichkeit, wobei ein jüngster Antrag auf Freilassung im Oktober 2025 abgelehnt wurde.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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