Die US-Aktienfutures bewegten sich am Donnerstag uneinheitlich, während der Dow Jones auf ein Dreimonats-Tief absackte und der Nasdaq von starken Quartalszahlen des Halbleitergiganten Micron profitierte. Gestiegene Anleiherenditen und Inflationssorgen dämpften die Marktstimmung zum Auftakt des neuen Monats.
Am Donnerstag starteten die US-Märkte mit gemischten Vorzeichen in den neuen Handelsmonat. Während Dow-Futures auf ein Mehrwochentief absackten, gaben die starken Geschäftszahlen von Micron Technology dem Technologiesektor spürbaren Rückenwind.
Renditesprung belastet den Dow Jones
Sorgen über Inflation und eine steigende Staatsverschuldung trieben die Renditen von US-Treasuries auf den höchsten Stand seit Jahren. Zehnjährige und dreißigjährige Staatsanleihen erreichten Niveaus, die seit 2002 nicht mehr verzeichnet wurden.
Die Talfahrt am Rentenmarkt setzte den breiten Markt unter Druck. Der Dow Jones fiel im frühen Handel deutlich zurück, während der Technologiesektor dank starker Unternehmensberichte Gegenkräfte entwickelte. Die Handelsaktivität spiegelt eine anhaltende Nervosität wider, da Anleger die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve und geopolitische Preistreiber im Nahen Osten abwägen.
Micron liefert Rekordergebnisse bei Speicherchips
Die am Mittwoch nach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen von Micron Technology übertrafen die Markterwartungen deutlich. Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn je Aktie von 33,42 US-Dollar bei einem Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar, während von LSEG befragte Analysten im Schnitt mit einem Gewinn von 31,83 US-Dollar je Aktie und einem Umsatz von 51,49 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten.
Im Vorjahreszeitraum lag der Umsatz noch bei 11,32 Milliarden US-Dollar, was einer Vervierfachung im fiscal fourth quarter entspricht. Der Nettogewinn im jüngsten Quartal kletterte auf 37,7 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 32,87 US-Dollar je Aktie, verglichen mit 3,2 Milliarden US-Dollar oder 2,83 US-Dollar je Aktie im Vorjahr. Micron Technology (MU.O) trug mit diesen Ergebnissen maßgeblich dazu bei, dass US-Aktien einen schärferen Ausverkauf im Vergleich zu europäischen Indizes vermeiden konnten, während Lam Research und Applied Materials jeweils um 1,8% zulegten und Nvidia sowie Advanced Micro Devices Gewinne von etwa 1% verzeichneten.
Getrieben wird der Boom von einer beispiellosen Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und der dafür benötigten Infrastruktur. Insbesondere der Bereich der hochgradigen Arbeitsspeicher, bekannt als High-Bandwidth Memory oder HBM, verzeichnete ein explosives Wachstum. Die entsprechenden DRAM-Umsätze kletterten im vierten Quartal um 343 Prozent auf 39,8 Milliarden US-Dollar und machten damit 73 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Gil Luria sagte: „Die Erwartungen waren ohnehin schon sehr hoch, daher ist die Tatsache, dass sie diese selbst auf diesem Niveau noch übertreffen können, unglaublich beeindruckend.gegenüber Yahoo Finance.
D.A. Davidson Head of Technology Research Gil Luria betonte gegenüber Yahoo Finance zudem, dass die starke Nachfrage nach Arbeitsspeicher auf eine angespannte Angebotssituation trifft, die sich vor dem späten Verlauf des kommenden Jahres kaum entspannen werde, was Micron und das gesamte Rechenzentrum-Ökosystem begünstige. Hendi Susanto, Portfolio-Manager bei Gabelli Funds, bezeichnete das Zahlenwerk in einer E-Mail als „another strong beat and raise for Micronund erklärte, ihm seien keine negativen Datenpunkte bekannt, die auf eine baldige Trendumkehr des Speicherzyklus hindeuten.
Auch für das laufende erste Geschäftsquartal zeigte sich das Management optimistisch. Micron rechnet mit einem Umsatz von rund 61,5 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Gewinn von 38,15 US-Dollar je Aktie, womit die Analystenschätzungen klar übertroffen würden. Vorstandschef Sanjay Mehrotra wies während der Telefonkonferenz auf einen starken Fahrplan für kommende HBM-Produkte hin und hob eine Zusammenarbeit mit Nvidia an der branchenweit ersten kundenspezifischen HBM-Implementierung hervor. Darüber hinaus nahm Mehrotra an einem von Präsident Donald Trump am Dienstag ausgerichteten Gipfeltreffen zur Regulierung künstlicher Intelligenz teil, wenige Tage nach einem Besuch eines Weiße-Haus-Dinners mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping während dessen erstem US-Besuch.
Auswirkungen auf den Hardware- und Arbeitsmarkt
Der weltweite Mangel an KI-kompatiblen Speicherkomponenten führt zu massiven Investitionen. Micron investiert nach eigenen Angaben 250 Milliarden US-Dollar in den Bau zweier neuer Campus-Standorte für die HBM-Produktion, darunter ein 50-Milliarden-Dollar-Ausbau in der Heimatstadt Boise. Die Konkurrenz durch SK Hynix und Samsung treibt den Ausbau in Südkorea ebenfalls voran, wo ähnliche Investitionen zu Boni von über 500.000 US-Dollar geführt haben.

Abseits des Chipmarktes bleiben Investoren wachsam gegenüber Konjunkturdaten. Dennoch bleiben Neueinstellungen im verhaltenen Rahmen, während Technologieunternehmen erneut den größten Anteil an den gemeldeten Stellenstreichungen ausmachen.
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