Zum Inhalt springen
Unternehmen

Lenzing startet Kapitalerhöhung für rund 300 Millionen Euro

Die Lenzing AG hat am 1. Oktober 2026 eine vollständig garantierte Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten gestartet, um einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro einzunehmen. Das frische Kapital soll die Umsetzung der Strategie Grow Nonwovens, Reset Textiles finanzieren und die Bilanzstruktur des Cellulosefaser-Herstellers stärken.

Die Lenzing Aktiengesellschaft treibt ihre finanzielle und strategische Neuaufstellung voran. Der Vorstand des Unternehmens hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, eine ordentliche Barkapitalerhöhung für bestehende Anteilseigner durchzuführen. Die Maßnahme stützt sich auf eine Ermächtigung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 25. August 2026, wie aus den offiziellen Pflichtmitteilungen hervorgeht.

Konditionen der Kapitalerhöhung und Zeichnungspreis

Der Bezugspreis wurde auf € 8,65 je Aktie festgesetzt. Dieser Betrag beinhaltet einen deutlichen Abschlag von 42,50 Prozent auf den theoretischen Kurs ohne Bezugsrechte, berechnet auf Basis des Schlusskurses der Lenzing-Aktie am 30. September 2026. Das Angebot spiegelte sich unmittelbar in den Kursen wider, wobei die Aktie an der Börse spürbar nachgab.

Lenzing startet Kapitalerhöhung für rund 300 Millionen Euro
Foto: Investing

Für Anleger gilt ein Bezugsverhältnis von 10 zu 9. Das bedeutet, dass Aktionäre für jeweils 10 gehaltene Altaktien genau 9 neue Papiere erwerben können. Die Bezugsfrist läuft voraussichtlich vom 6. Oktober bis zum 20. Oktober 2026. Parallel dazu sollen die Bezugsrechte vom 6. Oktober bis zum 14. Oktober 2026 im Amtlichen Handel der Wiener Börse gehandelt werden.

Rolle der Kernaktionäre und Garanten

Die gesamte Transaktion ist durch ein Bankenkonsortium vollständig abgesichert. Die beteiligten Hauptaktionäre sowie die Oberbank AG, die ebenfalls ihre Rechte wahrnimmt, haben sich zu einer marktüblichen Lock-up-Frist von sechs Monaten verpflichtet.

Umsetzung der Restrukturierung und Finanzziele

Die frischen Mittel sind eng mit dem im Sommer verkündeten Transformationsprogramm Grow Nonwovens, Reset Textiles verknüpft. Lenzing will das Nonwovens-Geschäft ausbauen, die Textilsparte auf Premiumsegmente konzentrieren und das Zellstoff- sowie Bioraffineriegeschäft stärken. Mit dem Start der Kapitalerhöhung setzen wir einen entscheidenden Schritt unserer strategischen Transformation konsequent um, erklärte Lenzing-Chef Georg Kasperkovitz laut der offiziellen Aussendung.

Mit dem Start der Kapitalerhöhung setzen wir einen entscheidenden Schritt unserer strategischen Transformation konsequent um. Sie gibt uns den finanziellen Spielraum, um unser Nonwovens-Geschäft auszubauen, das Textilgeschäft neu auszurichten und die Wettbewerbsfähigkeit der Lenzing Gruppe nachhaltig zu verbessern.

Georg Kasperkovitz, CEO der Lenzing Gruppe

Im Rahmen der Umstrukturierung ist die Einstellung der Faserproduktion am Standort Heiligenkreuz in Österreich für das Ende des ersten Quartals 2027 geplant. Für das Werk im britischen Grimsby bleibt die Schließung zum Jahresende 2027 bestehen, während der Verkaufsprozess für den indonesischen Standort in Purwakarta weiterläuft. Ergänzend setzt das Unternehmen ein Performance-Programm um, das im Vergleich zu 2025 Einsparungen in Höhe von 120 Millionen Euro bringen soll. Zudem wurden neue Finanzierungsmittel von bis zu 300 Millionen Euro vereinbart und bestehende Kredite bis zum Jahr 2030 verlängert.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.