Die britische Fernsehmoderatorin und Journalistin Dame Esther Rantzen ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie als prägendes Gesicht der BBC-Verbrauchersendung That’s Life! sowie als Gründerin der Kinderschutzorganisation Childline und der älteren Menschen gewidmeten Hilfsorganisation The Silver Line.
Die aus Berkhamsted in Hertfordshire stammende Journalistin prägte das britische Fernsehen über Jahrzehnte. Sie begann ihre Karriere 1963 als Studio-Managerin beim BBC-Radio und wechselte später in die Fernsehproduktion. Ihren Durchbruch vor der Kamera feierte sie 1968 in der Sendung Braden’s Week, bevor sie 1973 die Moderation der Verbrauchersendung That’s Life! übernahm, die sie 21 Jahre lang prägte.
Erfolge und enorme Reichweite von That’s Life!
Unter ihrer Leitung entwickelte sich die Sonntagabendshow zu einem massiven Quotenerfolg, der in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren regelmäßig bis zu 18 Millionen Zuschauer anlockte. Die Sendung verband investigativen Journalismus, verbraucherschützerische Aufklärung und humorvolle Einlagen. Laut Berichten über ihren Werdegang ging die Redaktion wöchentlich rund 10.000 Zuschriftendokumente an, wodurch Missstände, Betrugsfälle und Gefahren im Alltag öffentlich debattiert wurden. Nach der Einstellung der Sendung im Jahr 1994 moderierte sie unter anderem die Talkshow Esther auf BBC Two und schuf die Reihe Hearts of Gold.
Gründung von Childline und karitatives Erbe
Neben ihrer Medienkarriere leistete sie Pionierarbeit im Bereich des Kinderschutzes. Nachdem sie in einem Fernsehbeitrag auf das Thema Kindesmissbrauch aufmerksam gemacht hatte, wurden vorübergehend Telefonleitungen geschaltet. Die massive Resonanz veranlasste sie, 1986 die Hilfsorganisation Childline offiziell zu gründen, die später Teil des NSPCC wurde. Im Jahr 2013 rief sie zudem The Silver Line ins Leben, um älteren Menschen bei Einsamkeit und Isolation beizustehen. Für ihren unermüdlichen Einsatz wurde sie unter anderem von der NSPCC geehrt.
Kampf gegen Lungenkrebs und Einsatz für assistiertes Sterben
Nachdem im Januar 2023 Lungenkrebs diagnostiziert worden war, gab sie im Mai desselben Jahres öffentlich bekannt, dass sich die Erkrankung im vierten Stadium befand. In ihren letzten Lebensjahren nutzte sie ihre Prominenz, um eine Reform der britischen Gesetze zur Sterbehilfe voranzutreiben.

„Perhaps I will see you eventually, on the other side. I do hope so.“
Dame Esther Rantzen, via The Mirror
Ihre Familie, darunter ihre Tochter Rebecca Wilcox, bestätigte ihren Tod und würdigte sie als eine fürsorgliche Mutter und Großmutter. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, darunter Premierminister und Medienvertreter, würdigten ihren bleibenden gesellschaftlichen Einfluss und ihren mutigen Umgang mit ihrer schweren Erkrankung.
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