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Welt

NOAA prognostiziert historisch starken El Niño bis Winter 2026/27

Ein historisch starker El Niño nimmt im tropischen Pazifik Fahrt auf und könnte nach Prognosen der US-Wetterbehörde NOAA mit hoher Wahrscheinlichkeit alle bisherigen Ereignisse seit Beginn der Messreihe 1950 übertreffen.

Die Prognosen der NOAA und der Rekord im Pazifik

Meteorologische Beobachtungen im tropischen Pazifik zeigen in diesem Jahr eine ungewöhnlich intensive Erwärmung der Meeresoberfläche. Normalerweise treiben Passatwinde warmes Wasser nach Westen, während vor der Küste Südamerikas kaltes Tiefenwasser aufsteigt. Mit dem Abschwächen dieser Winde flaut der Auftrieb ab, und große Mengen warmen Wassers sammeln sich im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik. Nach den derzeitigen Prognosen könnte El Niño bis weit in den Winter 2026/27 hinein anhalten.

Die US-Wetterbehörde NOAA beziffert die Wahrscheinlichkeit eines sehr starken El Niño für den Zeitraum von Oktober bis Dezember auf 98 Prozent. Die NOAA bestätigt einen El Niño; der zentrale und der östliche äquatoriale Pazifik ist ungewöhnlich warm, und zugleich haben sich Wind- und Niederschlagsmuster entsprechend verändert. Über Teilen des Pazifiks regnet es mehr, über Indonesien weniger. Nach Angaben des internationalen Klimaforschungsinstituts IRI der Columbia University ist die Schwelle zum sehr starken Ereignis – in Alltagssprache also zum „Super-El-Niño“ – bereits erreicht, wobei die Weltorganisation für Meteorologie den Ausdruck „Super“ ausdrücklich nicht verwendet und stattdessen zwischen schwachen, mäßigen, starken und sehr starken Ereignissen unterscheidet. Die ENSO-Bewertung vom 10. September beschreibt einen sich verstärkenden El Niño. Für einen sehr starken Verlauf während des Herbstes und Winters 2026/27 auf der Nordhalbkugel liegt die angegebene Wahrscheinlichkeit bei mehr als 90 Prozent. Im August betrug die Temperaturabweichung der Meeresoberfläche in der zentralen Beobachtungsregion Niño 3.4 rund +1,8 Grad, während in Teilen des östlichen äquatorialen Pazifiks noch größere Abweichungen festgestellt wurden.””

NOAA prognostiziert historisch starken El Niño bis Winter 2026/27
Foto: verbraucherschutzforum.berlin

Wissenschaftliche Einschätzung im Rahmen internationaler Beobachtungen

El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen im tropischen Pazifik. Während eines El-Niño-Ereignisses schwächen sich Passatwinde ab oder verändern sich, wodurch sich ungewöhnlich warmes Wasser weiter östlich und im zentralen Pazifik sammelt. Schon wenige Grad Temperaturabweichung auf einer riesigen Meeresfläche können erhebliche Folgen haben, da der Pazifik große Mengen Wärme an die Atmosphäre abgibt und dadurch Luftdruck, Wind und Niederschläge beeinflusst, womit die Auswirkungen weit über den Pazifik hinausreichen.

El Niño 2026 wird sehr stark – Was jetzt auf Deutschland zukommt

Weltweite Folgen für Landwirtschaft und globale Temperaturen

Die atmosphärischen Veränderungen greifen tief in regionale Wettermuster ein. In einigen Regionen der Erde sind die Folgen wesentlich direkter als in Europa: Dürren, Starkregen, Überschwemmungen, Hitze und eine erhöhte Waldbrandgefahr können durch veränderte Niederschlags- und Luftströmungen begünstigt werden.

Der Deutsche Wetterdienst und die Aussichten für den Winter 2026/27

Für Mitteleuropa stellt sich die Situation weitaus komplexer dar als in den Tropen. Deutschland liegt weit entfernt, und El Niño bestimmt nicht unmittelbar das Wetter in Deutschland. Anders als beispielsweise in Teilen Südamerikas, Australiens oder Südostasiens ist der Zusammenhang zwischen El Niño und dem europäischen Wetter wesentlich schwächer. Über Veränderungen der großräumigen Luftströmungen können allerdings indirekte Auswirkungen bis nach Europa reichen, weshalb sich aus einem starken El Niño keine zuverlässigen Aussagen wie „Deutschland bekommt einen warmen Winter“ oder „Deutschland bekommt einen Eiswinterableiten lassen.”

Ein milder, wechselhafter Beginn und spätere Kältephasen gehören zu den möglichen Entwicklungen für den Winter 2026/27 in Deutschland. Eine feste Abfolge ist damit jedoch ebenso wenig vorgegeben wie ein besonders schneereicher Winter. Entscheidend ist der Unterschied zwischen einem gut erkennbaren Klimasignal im Pazifik und dem tatsächlichen Wetter vor unserer Haustür. El Niño kann die Wahrscheinlichkeit bestimmter Strömungsmuster verändern; ob diese Muster Deutschland erreichen, wie lange sie anhalten und ob dabei Schnee fällt, hängt von weiteren Einflüssen ab, die den Stand vom 18. September 2026 für Dezember, Januar und Februar einordnen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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