Wissenschaftler haben auf den Kerguelen-Inseln eine neue Pinguinart identifiziert. Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen Pygoscelis kerguelensis und beendet eine jahrzehntelange Debatte über die Klassifizierung von Eselspinguinen.
Genetische Analyse der Kerguelen-Inseln beendet jahrzehntelange Debatte
Forscher haben auf den abgelegenen Kerguelen-Inseln im südlichen Indischen Ozean eine bislang unbekannte Pinguinart identifiziert. Die neue Studie beendet eine wissenschaftliche Debatte, die seit über Hundert Jahren andauert. Die Entdeckung klärt eine wissenschaftliche Debatte, die seit über Hundert Jahren andauert. Bislang galten Eselspinguine als eine einzige Art mit verschiedenen Unterarten. Neue genetische Analysen zeigen nun jedoch ein deutlich differenzierteres Bild.
Die Studie deckt fast das gesamte Verbreitungsgebiet dieser Gruppe ab.

Vier verschiedene evolutionäre Linien im Südlichen Ozean
Mit bloßem Auge sind die Tiere auf den Kerguelen-Inseln kaum von anderen Eselspinguinen zu unterscheiden. Sie besitzen das typische weiße Gefieder, den schwarzen Rücken und einen orangefarbener Schnabel. Hinter dieser ähnlichen äußeren Fassade verbirgt sich jedoch eine völlig andere Evolutionsgeschichte.
Die Untersuchung belegt, dass der Eselspinguin in vier verschiedene evolutionäre Linien zerfällt. Drei bisherige Unterarten wurden im Zuge der Untersuchung auf den Artenstatus gehoben, während die Population auf den Kerguelen-Inseln als Pygoscelis kerguelensis erstmals neu beschrieben wird.
Die Eselspinguine nutzen eine Schwimmtechnik, die als Delfinschwimmen bezeichnet wird. Forscher schätzen, dass sich die vier Eselspinguin-Linien vor etwa 300.000 bis 500.000 Jahren auseinanderentwickelten. Der Südpol, wo Meerestemperatur und Salzgehalt stark schwanken, wirkte zudem als natürliche Grenze und behinderte ihre Wanderung. Die vier Arten passten sich anschließend auf unterschiedliche Weise an.
Die nördliche Linie in Südamerika und auf den FalklandinselnDie südliche Linie in der Antarktis und auf SüdgeorgienDie südöstliche Linie auf den Kerguelen-InselnDie östliche Linie auf weiteren subantarktischen Inseln wie den Crozet-, Marion- und Macquarie-Inseln
Klimawandel und veränderte Lebensräume bis zum Jahr 2050
Wissenschaftler nutzten Klimamodelle, um den Lebensraum von vier Arten im Jahr 2050 vorherzusagen. Die neue Arteneinteilung hat direkte Bedeutung für den Artenschutz. Klimamodelle zeigen, dass drei der vier Pinguinarten durch die Erwärmung der Ozeane stark gefährdet sind. Bis zum Jahr 2050 könnten diese Populationen auf den subantarktischen Inseln einen Großteil ihres geeigneten Lebensraums verlieren, da viele Inseln für sie unbewohnbar werden.
Einzig die südliche Linie an der Antarktischen Halbinsel könnte von den Veränderungen eventuell profitieren und ihr Verbreitungsgebiet ausdehnen.
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