More than 100 Israeli settlers attacked the West Bank village of Jalud on September 29, 2026, setting fire to homes and clashing with troops. The violence forced the military to abort an operation escorting a displaced Palestinian family back to their property under a court order.
Eskalation in Jalud: Siedler verhindern Rückkehr der Familie Tubasi
Mehr als 100 israelische Siedler stürmten das Dorf Jalud, um die Rückkehr einer palästinensischen Familie zu verhindern. Die Tubasi-Familie war zuvor fast zwei Monate lang vertrieben gewesen.
Zwei Häuser der Familie waren von Siedlern besetzt worden, nachdem die Bewohner im Juli aufgrund wiederholter Gewalt und Drohungen fliehen mussten. Nach einer gerichtlichen Entscheidung und einer späten Vereinbarung sollte das Militär die Familie am späten Montagabend zu ihrem Eigentum begleiten und dort schützen.
Doch kaum zehn Minuten nach der Ankunft eskalierte die Lage. Eine große Gruppe Siedler drang vor, legte Brände, errichtete Straßensperren und bewarf israelische Sicherheitskräfte mit Steinen. Drei Soldaten wurden nach Militärangaben verletzt.

Zerstörte Häuser und Reaktionen der Betroffenen
Die Angreifer hinterließen in den Gebäuden verheerende Spuren. Zeugen berichteten von systematischem Vandalismus. Der Hausbesitzer Wael Tubasi beschrieb die Verwüstung gegenüber Reportern deutlich.
Sie haben alles beschädigt — die Türen, die Fliesen wurden herausgerissen, die Treppe wurde herausgerissen. Sie haben die Badezimmer, Türen und Fenster zerschlagen. Sie haben nichts übrig gelassen, alles war kaputt.
Journalisten, die das Gebäude am Dienstagnachmittag erreichten, fanden schwarz verrußte Wände vor. Rückstände von verbrannten Reifen, die von den Angreifern mitgebracht und entzündet worden waren, zeugten von der Brandstiftung. Die israelische Armee erklärte, sie habe zwei Siedler festgenommen und Ermittlungen eingeleitet.
Hintergrund der Gewaltwelle und internationale Reaktionen
Die Vorfälle in Jalud stehen in einem breiteren Kontext zunehmender Gewalt im Westjordanland. Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten registrierte von Januar bis Juli mehr als 1.330 siedlerbezogene Angriffe auf Palästinenser — ein Durchschnitt von sechs Vorfällen pro Tag und das schnellste Tempo seit rund 20 Jahren.
Die Zunahme von Ausschreitungen hat international scharfe Kritik hervorgerufen. Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte die Gewalt in einer offiziellen Erklärung und forderte die Strafverfolgung der Täter. Gleichzeitig weisen palästinensische und israelische Menschenrechtsorganisationen darauf hin, dass Täter aus dem Siedlermilieu nur selten zur Rechenschaft gezogen werden.
Auch Hilfsorganisationen und internationale Diplomaten äußerten sich besorgt über die Lage. Julien Lerisson, Leiter der Delegation des Internationalen Roten Kreuzes für Israel und die besetzten Gebiete, betonte die Pflicht der Behörden zur Sicherheit der Bevölkerung.
Die häufige und schwere Gewalt muss ein Ende haben. Behörden haben die Verantwortung, die Bevölkerung vor Gewalt zu schützen, einschließlich der Fälle, in denen diese Gewalt von Siedlern ausgeht.
Julien Lerisson, Leiter der Delegation des Internationalen Roten Kreuzes, via Al Jazeera
In weiteren Zwischenfällen am selben Tag brannten im Dorf Al Mughayyir Autos, während in Qaryut eine ältere palästinensische Frau in ihrem Haus attackiert wurde. Lokale Quellen und Medienberichte dokumentieren eine anhaltende Welle von Übergriffen in der gesamten Region.
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