Der Hurrikan Polo steuert als schwerer Sturm auf die mexikanische Pazifikküste zu und bedroht die Region mit heftigen Winden und lebensgefährlichen Sturzfluten. Nach Angaben des US-amerikanischen National Hurricane Center (NHC) hat der Sturm mit maximal anhaltenden Winden von rund 185 km/h (115 mph) die Kategorie 3 erreicht. Meteorologen erwarten, dass der Wirbelsturm am späten Montagnachmittag oder -abend über dem Bundesstaat Baja California Sur auf Land trifft, einer bei Touristen beliebten Halbinsel, auf der sich auch das bekannte Reiseziel Los Cabos befindet.
Wissenschaftler und Behörden zeigten sich von der raschen und intensiven Entwicklung des Sturms überrascht. In den Tagen zuvor hatte der Hurrikan zeitweise sogar die höchste Stufe der Saffir-Simpson-Skala erreicht und sich zu einem der stärksten pazifischen Zykone seit Jahrzehnten entwickelt. Experten führen diese rasche Intensivierung auf ungewöhnlich warme Ozeane und den Einfluss von El Niño zurück. Nach Angaben des Center for Western Weather & Water Extremes der UC San Diego trugen die hohen Wassertemperaturen dazu bei, dass der Sturm seine Struktur und Stärke auf dem Weg nach Baja California in ungewöhnlichem Maße behalten konnte.
Vorbereitungen und Evakuierungen in betroffenen Regionen
Angesichts der drohenden Gefahr trafen die Behörden und Anwohner an der Küste umfassende Vorkehrungen. Das offizielle Notfallmanagement- und Katastrophenschutzsystem Civil Protection rief zu Evakuierungen in gefährdeten Küstenzonen auf, woraufhin zahlreiche Familien Schutzräume in Städten wie Ciudad Constitución aufsuchten. In Fischerdörfern wie Puerto San Carlos sicherten Anwohner ihre Häuser mit Brettern ab und bauten Barrieren aus Schutt und Erde auf, um sich gegen die hohen Fluten zu schützen.

Die mexikanische Zivilschutzkoordinatorin Laura Velázquez erklärte, dass der Reiseverkehr in den betroffenen Gebieten eingestellt und Häfen geschlossen werden. Zudem setzte die mexikanische Marine Hilfsgüter und Personal in pazifischen Häfen wie Guaymas und Mazatlan bereit, während Soldaten Notunterkünfte in entlegenen Gemeinden einrichteten. In den Bundesstaaten Baja California und Sonora blieben Schulen und Bildungseinrichtungen geschlossen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
Auswirkungen auf das Festland und benachbarte Regionen
Nach dem Landgang in Baja California Sur wird erwartet, dass der Hurrikan über die Halbinsel zieht und im Laufe des Dienstags eine zweite Landung in südlichen oder zentralen Regionen des Festlandstaates Sonora vollzieht, bevor er sich über Land rasch abschwächt. Meteorologen prognostizieren für Teile von Baja California Sur Regenmengen von bis zu 300 Millimetern (6 bis 12 Zoll), was das Risiko von Erdrutschen und verheerenden Sturzfluten vor allem in gebirgigen Regionen massiv erhöht.

Auch über die Grenzen Mexikos hinaus sind die Auswirkungen des Sturms spürbar. Entlang der südkalifornischen Küste sorgen die vom Hurrikan erzeugten Wellen für starken Seegang, tosende Brandung und gefährliche Strömungen. Der Nationale Wetterdienst gab für mehrere Landkreise an der US-Westküste Küstenflutungswarnungen heraus. Zugleich führt tropische Feuchtigkeit des Sturms im US-Südwesten, darunter in Teilen von Arizona und New Mexico, zu ergiebigen Regenfällen.
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