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Insomnie: Studie warnt vor erhöhtem Schlaganfallrisiko

Eine internationale Übersichtsarbeit unter Beteiligung der MedUni Wien warnt vor den gesundheitlichen Folgen von Insomnie. Demnach haben Betroffene ein um 26 Prozent höheres Risiko für Schlaganfälle sowie eine um 28 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Krankenhausaufnahmen im Vergleich zu Menschen ohne Schlaflosigkeit.

Wer nachts regelmäßig wach im Bett liegt und sich von einer Seite zur anderen dreht, kämpft oft nicht nur mit morgendlicher Müdigkeit. Eine große internationale Übersichtsarbeit der European Academy of Neurology, an der auch die MedUni Wien beteiligt war, zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen chronischer Schlaflosigkeit und schwerwiegenden gesundheitlichen Risiken. Die Forscher bündelten dabei bisherige Erkenntnisse zu insgesamt sieben Bereichen, darunter Schlaganfall, Demenz, Depression, Krankenhausaufnahmen und Sterblichkeit.

26 Prozent höheres Schlaganfallrisiko durch Insomnie

Besonders deutlich fällt der Befund bei Gefäßerkrankungen des Gehirns aus. Für ihre Auswertung zum Schlaganfall identifizierten die Wissenschaftler neun Studien mit insgesamt mehr als 1,3 Millionen Teilnehmern. Sechs dieser Untersuchungen flossen in eine Metaanalyse ein, deren Ergebnis laut dem Bericht von Heute aufhorchen lässt: Menschen mit Insomnie hatten ein um 26 Prozent höheres Schlaganfallrisiko als Personen ohne Schlafstörungen, auch wenn sich die Stärke des Zusammenhangs zwischen den einzelnen Studien unterschied.

Neben dem Schlaganfallrisiko sticht eine weitere Zahl aus den Daten hervor. Bei der Auswertung von Krankenhausaufnahmen zeigte sich für Menschen mit Insomnie eine um 28 Prozent höhere Chance, aus jeglichem Grund im Spital aufgenommen zu werden.

Zusammenhänge mit Demenz und Depression

Die Untersuchung beschränkte sich jedoch nicht nur auf Gefäßerkrankungen und Klinikaufenthalte. Frühere systematische Übersichtsarbeiten, die in die Betrachtung einflossen, fanden zudem Verbindungen zwischen Schlaflosigkeit und Demenz — insbesondere Alzheimer —, Depressionen sowie suizidalem Verhalten. Allerdings fielen die Ergebnisse nicht bei allen untersuchten Endpunkten vollkommen einheitlich aus. Hinsichtlich der Sterblichkeit konnte die aktuelle Übersichtsarbeit keinen entsprechenden Zusammenhang feststellen.

Forderung nach mehr Fokus auf Gehirngesundheit

Ko-Autor Stefan Seidel von der MedUni Wien wertet die Ergebnisse als Signal dafür, dass Schlaf in der Medizin und im Alltag stärker als elementarer Bestandteil unserer Gesundheit verstanden werden muss. Der Neurologe und Schlafmediziner, der auch ärztlicher Direktor der Klinik Pirawarth ist und die Untersuchung als Mitglied der European Academy of Neurology mitinitiiert hat, betonte die Bedeutung des Themas.

Schlaf sollte in jedem Lebensalter Teil der Diskussion über Gehirngesundheit sein.

Stefan Seidel, Ko-Autor und Neurologe an der MedUni Wien

Dennoch mahnen die Studienautoren zur Differenzierung. Die Untersuchung zeigt zwar deutliche Zusammenhänge auf, beweist jedoch nicht per se, dass Insomnie ursächlich für einen Schlaganfall, Alzheimer oder eine Depression ist. Die Forscher verweisen darauf, dass sich die ausgewerteten Studien in der jeweiligen Definition von Schlaflosigkeit unterschieden und potenzielle Einflussfaktoren — wie etwa die Einnahme von Schlafmedikamenten — nicht überall gleichermaßen berücksichtigt wurden.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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