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Welt

Ukrainische Frontfortschritte lassen russische Militärblogger zweifeln

Ukrainische Truppen erzielen laut russischen Berichten Geländegewinne und setzen neuartige Kampfroboter ein. Wegen dieser taktischen Überraschungen und wachsender militärischer Probleme an der Front äußern russische Publizisten und Militärblogger zunehmend Zweifel an einem schnellen Sieg der Armee von Präsident Wladimir Putin.

Der Krieg in der Ukraine sorgt in russischen Unterstützerkreisen für offene Besorgnis. Grund für diese pessimistische Bestandsaufnahme sind ukrainische Geländegewinne an verschiedenen Frontabschnitten sowie der Einsatz neuartiger Wichtiger Waffensysteme.

Taktische Rückschläge und der Einsatz neuartiger Kampfroboter

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Ukrainische Truppen haben nach Angaben aus russischen Kanälen an einigen Frontabschnitten verlorene Gebiete zurückerobert. Der russische Publizist Daniil Tulenkow erklärte in seinem Telegram-Kanal, die ukrainische Seite erweise sich als zunehmend flexibel und anpassungsfähig. Jedes weitere Kriegsjahr macht den Feind schlauer, gefährlicher und effektiver, klagte Tulenkow über die Entwicklung des Konflikts.

Besondere Sorge bereitet den russischen Kommentatoren der Einsatz von bodengestützten Kampfrobotern durch das dritte ukrainische Armeekorps. Diese unbemannten Systeme wurden von ukrainischer Seite propagandistisch als absolut neuartig gerühmt.

Sie greifen an, üben psychologischen Druck aus und räumen die gegnerischen Stellungen. Und das Wichtigste: Das geschieht ohne Gefährdung der eigenen Infanterie. Eine solche Taktik hat in der Geschichte der Kriegsführung noch nie Anwendung gefunden. Die Roboter werden von Bedienern aus einem sicheren Unterstand Dutzende Kilometer von der Frontlinie entfernt gesteuert.

Drittes ukrainisches Armeekorps

Das amerikanische Institute for the Study of War (ISW) spekulierte in einem aktuellen Tagesbericht, dass die Ukraine mithilfe dieser rollenden Kampfdrohnen den bisherigen Stellungskrieg überwinden könnte. Laut der Einschätzung hatte Wladimir Putin möglicherweise ein falsches Bild über die tatsächlichen Erfolge auf dem Schlachtfeld, das auf übertriebenen Meldungen russischer Kommandeure basierte. Jüngst räumte Putin infolge einer 40-tägigen ukrainischen Sommer-Offensive immerhin einige Verluste auf russischer Seite ein.

Pessimismus bei Militärbloggern und die Angst vor einem Wendepunkt

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Angesichts dieser Rückschläge ist die Stimmung in russischen Kriegsblogs deutlich gedämpft. Ein anonymer russischer Blog zog den Vergleich zu historischen Umbrüchen: Vielleicht erleben wir an der Front bereits einen Wendepunkt, ähnlich dem am Ende des Ersten Weltkriegs, als zwei neue Methoden zur Überwindung der Schützengräben entwickelt wurden. Sollten sich die russischen Streitkräfte nicht schnell genug anpassen, verspreche das kommende Jahr militärisch äußerst interessant zu werden, so die pessimistische Prognose.

Auch der populäre Kanal Zwei Majore, der rund 1,2 Millionen Fans zählt, kritisierte die Diskrepanz zwischen offiziellen Darstellungen und der Realität auf der Karte scharf. Die Betreiber schimpften, dass es von der Front abermals mehr vollmundige Erklärungen als konkrete Veränderungen auf der Karte gebe und sich gravierende Probleme im Vergleich zu früheren siegessicheren Lagekarten kaum noch leugnen ließen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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